Jülicher Land - Blutspende: Wenn das „Entnahmeteam” anrückt

Blutspende: Wenn das „Entnahmeteam” anrückt

Von: Simone Dolfus
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Claudia Emrich vom DRK-Entnahmeteam legt den Zugang für die Blutspende von Dr. Wilhelm Schwieren. Foto: Dolfus

Jülicher Land. Das Dorf liegt noch im Tiefschlaf. Nur in der Hauptschule mit dem gelben Plakat am Eingang regt sich etwas: „Heute Blutspende”. Bereits um 6.15 Uhr haben sich sieben Mitarbeiter des hauptamtlichen „Entnahmeteams” vom Zentrum für Transfusionsmedizin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Breitscheid auf den Weg gemacht. Ab 9 Uhr kann in Inden/Altdorf Blut gespendet werden.

Schon Stunden vorher beginnt der Aufbau, damit hinterher alles reibungslos läuft. Der Computer wird aufgestellt, die Liegen aufgebaut und das medizinische Inventar ausgepackt.

Noch viel früher beginnt die eigentliche Planung im Zentrum in Breitscheid, wie Petra Klostermann vom DRK erklärt. „Wir machen einmal im Jahr einen Plan. Dann müssen wir die Termine festlegen, die Verfügbarkeit der Spendenlokale prüfen, die Helfer informieren, die Entnahmeteams buchen, Plakate bestellen ...”

Klostermann könnte die Liste noch fortsetzen. Bei jeder DRK-Blutspende sind jeweils ein hauptamtliches Entnahmeteam und ein ehrenamtliches Helferteam vor Ort.

Zu den Hauptamtlern gehört neben mehreren Ärzten geschultes Personal, das die Entnahme vornimmt. Stationiert sind die meisten Teams in Breitscheid selbst, 15 sind es. Vier Teams werden aus der Niederlassung in Weisweiler eingesetzt, vor allem für den südlichen Bereich des Einsatzgebietes des Blutspendedienstes West, das sich über die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf erstreckt.

Die Ehrenamtler kommen aus dem örtlichen DRK-Ortsverein und kümmern sich um alles, was nicht direkt mit der Blutspende zusammenhängt: Plakate auf- und abhängen, Helfer organisieren, den Imbissbereich aufbauen, Brötchen schmieren, Kaffee kochen und die Spender betreuen.

Schon kurz vor 9 Uhr treffen die ersten Spendewilligen ein. Die meisten kommen regelmäßig. Denn der Bedarf an Blutspenden ist nicht nur hoch, die Tendenz ist steigend. Bedingt durch den demographischen Wandel und den medizinischen Fortschritt fallen immer mehr Operationen an. Dazu kommen saisonal bedingte Schwankungen, die das DRK als größter Blutlieferant in NRW kaum ausgleichen kann. „Notwendige Operationen werden dann aufgeschoben”, sagt Petra Klostermann.

Gerade jetzt in den Sommerferien, wenn viele Spender in Urlaub fahren oder aufgrund großer Hitze nicht zur Spende kommen, nimmt der Konservenvorrat bedenklich ab. Auch rund um die Feiertage werden die Blutvorräte knapp, weil die Menschen verreisen oder etwas anderes zu tun haben, als zur Blutspende zu gehen.

Bundesweit spenden derzeit nur knapp drei Prozent der Bevölkerung Blut. Das ist deutlich zu wenig, vor allem wenn man den steigenden Blutbedarf dazurechnet. Etwa sechs Prozent der Bevölkerung sind als regelmäßige Dauerspender nötig, wenn die Versorgung mit Blutpräparaten ausreichend gesichert werden soll.
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