Blütenexplosionen aus Papier

Von: Kr.
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Zarte Gebilde aus blütenweißem Material gaben der Ausstellung von Katja Wunderling „Tausendblüten“ ihren Namen. Foto: Kròl

Jülich. Der künstlerische Prozess beginnt bereits, wenn Katja Wunderling ihr Atelier verlässt und durch die Natur streift auf der Suche nach Samen, feinen Geäst und anderen Dingen“, meint Dieter Laue, 2. Vorsitzender des Jülicher Kunstvereins bei der Ausstellungseröffnung zu Katja Wunderlings „Tausendblüten“ im Jülicher Hexenturm. Schon der Titel macht deutlich, dass sich die Künstlerin am liebsten mit organischen Materialien umgibt und aus dem reichen Fundus schöpft, den die heimische Natur zu bieten hat.

Mistelzweig, Waldrebensamen, Tannennadeln und vieles mehr verarbeitet sie in ihren Kunstwerken. „Es ist schon fast Meditation“, gesteht sie selbst, denn diese zarten und sehr zerbrechlichen Materialen, die sie zu Collagen zusammenfügt, erfordern ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit.

Als Grundlage verwendet sie dabei gerne Eitempera und Halbkreidegrund, ebenfalls rein organisches Material. „Ich habe mich ursprünglich mit Radierungen und Tiefgrund beschäftigt und so gehe ich auch heute noch an meine Arbeiten. Ich verwende die Werkzeuge, die ich auch früher benutzt habe“, sagte die Künstlerin selbst.

Und so geht sie daran, in die aufgetragene Grundierung zu kratzen, zu sticheln, feine Linien zu ziehen und ihre wertvollen Funde auf diese Grundlagen aufzubringen. Durch diese Bearbeitung erweckt sie den Eindruck des Dreidimensionalen.

Ihre relativ kleinformatigen Arbeiten gibt sie dann noch Titel wie „Lichtblicke“, „Kleines Nest“, „Nixenhaar“, was dem Betrachter weiteren Grund zum Träumen und Nachdenken gibt. „Mut“, so sagte Dieter Laue außerdem, „beweist die Künstlerin, wenn sie ihrem Lebenswerk solche zarte und zerbrechliche Materialien zugrunde legt.

Er sah in diesen Arbeiten aber auch etwas Zen-artiges, denn sie ziehen aus ihrer Arbeit Stärke. Neben den Arbeiten mit den Naturmaterialien, ist Papier, einfaches weißes Papier ein weiteres Gestaltungsmedium der Künstlerin, aus dem sie wahre Blütenexplosionen herausarbeitet.

Katja Wunderling wurde 1957 in Nürnberg geboren, studierte an der FH Nürnberg Grafik-Design, schloss ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg an und ist seit 1983 Kursleiterin für Radierungen am Bildungszentrum Nürnberg sowie seit 2006 an der jugendkunstschule Erlangen. 2000 wurde sie mit dem Förderpreis für Bildende Kunst im Bezirk Mittelfranken ausgezeichnet und hat sich durch zahlreiche Ausstellungen einen Namen gemacht.

Ihre Ausstellung ist bis zum 29. September in Jülich zu sehen jeweils Samstag von 11-18 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Am Sonntag den 15. September um 11 Uhr steht die Künstlerin außerdem persönlich für eine Führung bereit.

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