Blondes Gift spielt für das türkische Fernsehen

Von: Stephan Vallata
Letzte Aktualisierung:
wilma14_bu
Macht auch am Telefon eine gute Figur: Wilma Elles aus Düren lebt in Istanbul, wo sie für die türkische Serie „So wie die Zeit vergeht” dreht.

Kreis Düren. Wilma Elles versprüht ihr blondes Gift, wo es nur geht. Lange, golden glänzende Haare, blau-grüne Augen, Erdbeermund und dazu ein etwas fragwürdiger Charakter. So macht man Männer willenlos. Ein echtes Biest, wie es im Buche steht, ließe sich wohl mit einiger Berechtigung behaupten.

Das ist sie aber nur im Fernsehen, nicht im wirklichen Leben. Und wenn sie in irgendeiner dieser seichten Dramödien auftauchen würde, wie sie täglich im Vorabendprogramm zu besichtigen sind, wäre das wahrscheinlich nur mäßig interessant.

Wilma Elles hat allerdings eine Rolle in einer der angesagtesten Telenovelas ergattert. Hierzulande kennt trotzdem nur eine überschaubare Fangemeinde ihr Gesicht. Warum? Weil sie für das türkische Fernsehen arbeitet und seit einem halben Jahr in Istanbul lebt.

Die einzig wahre Liebe

„So wie die Zeit vergeht” heißt die Serie, die sich derzeit zu einem echten Gassenhauer entwickelt und nach Angaben der 24-Jährigen aus Düren regelmäßig von Millionen Zuschauern verfolgt wird. Es geht um große Emotionen, kleinen Katastrophen und natürlich um die einzig wahre Liebe. Wilma Elles spielt Carolin, eine Niederländerin, die sich Ali, einen verheirateten Familienvater, angelt. Ein Skandal! „Kleine Mädchen finden meine Rolle total toll, auch wenn ihre Mütter meistens etwas anderer Meinung sind”, sagt die junge Schauspielerin, die am Burgau-Gymnasium ihr Abitur gebaut und danach die Dürener Schauspielschule Celan absolviert hat. Auch Los Angeles und New York gehören zu den Stationen ihres Berufslebens.

Die Welt ist ein Dorf

Ergattert hat sie ihren Part, wie man ihn eben so ergattert: über ein Casting. Zu diesem Zeitpunkt pflegte sie allerdings schon Kontakte zu einem türkischen Regisseur, den sie in Köln kennengelernt hatte. Die Welt ist ein Dorf. Wilma Elles sagt: „Ich gehe dahin, wo spannende Angebote auf mich warten.” Da macht sie keine Kompromisse. Auch am Türkischen hat sie sich keineswegs die Zähne ausgebissen, denn gedreht wird selbstverständlich in der Landessprache.

„Anfangs habe ich einfach ganz stupide meinen Text auswendig gelernt”, sagt sie. Mittlerweile gehen ihr die Zeilen schon etwas einfacher über die Lippen. Gedreht wird sechs Tage die Woche, manchmal 18 Stunden am Stück - kein Zuckerschlecken. Und trotzdem erträglich? „Man muss diesen Job lieben.” Wilma Elles liebt diesen Job. Das Leben in Istanbul, einer Weltstadt zwischen Europa und Asien, Tradition und Moderne, möchte die gebürtige Kölnerin derzeit nicht missen. Allein an der Straße, an der sie wohnt, gibt es eine Synagoge, eine Moschee und ein von christlichen Nonnen geführtes Krankenhaus. So sieht Multi-Kulti auf türkisch aus.

Vor ihrem Engagement in der Türkei hat sie auch in Deutschland erste Schauspielerfahrungen sammeln können - zum Beispiel an der Seite von Heiner Lauterbach in dem Kriegsdrama „Die Gustloff” sowie Martin Semmelrogge und Christine Kaufmann („Fahr´ zur Hölle, Gott”).

Das Faszinierende an der Schauspielerei ist für sie, viele verschiedene Leben in einem führen zu können. „Man hat die absolute Freiheit.” Dabei kommt es ihr stets darauf an, die „Wahrheit der Rolle auszuloten” - ganz egal ob in Alaska oder in der Mongolei. Bereits als Elfjährige stand für sie fest, dass sie keinen anderen Beruf ergreifen würde. Bereut hat sie diesen Entschluss nie. Und gute Rollen gibt es überall.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert