Jülicher Land - Blick hinter die Kulissen des Kunstschaffens

Blick hinter die Kulissen des Kunstschaffens

Von: ptj/jago
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Karl Heinz Schumacher (2.v.l.) eröffnet im Rahmen der kreisweiten Veranstaltung „Wege der Kunst“ seine neue Kreativwerkstatt in Aldenhoven. Foto: Jagodzinska
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Die Rurdorfer Künsterin Bina Placzek-Theisen (2.v.l.) führt Besucher durch ihre Schaffensphasen. Foto: Jagodzinska

Jülicher Land. Auf positive Resonanz stieß die zweite Auflage der kreisweiten Veranstaltung „Wege der Kunst“. Über den ganzen Tag verteilt besuchten Kunstinteressierte die offenen Ateliers, erfreuten sich an den präsentierten Exponaten und tauschten sich mit den Kunstschaffenden aus.

Im Rahmen der Veranstaltung eröffnete Karl Heinz Schumacher (KHS) in den Räumen seines ehemaligen Friseursalons seine neue Kreativ-Werkstatt. Neben vielen großflächigen Bildern und Reliefs mit aufreizender Farbgebung und scharfen Konturen fiel dem Besucher gleich beim Betreten ein blauer Gummistiefel ins Auge, der als Schirmständer dient, und ein bemalter Rechen an der Wand, der die Funktion einer Garderobe hat. „Das ist keine Vernissage, sondern eine Werkstatteröffnung“, betonte der Künstler. Denn: „Viele Besucher haben viele Werke schon in anderen thematischen Ausstellungen gesehen“.

Schumachers Steckenpferd ist die kühle, nüchterne und schnörkellose „Neue Sachlichkeit“, die in einer außergewöhnlichen Kombination mit dem Surrealismus alles auf den Kopf stellt. Dadurch entstehen Traumbilder oder Bilderträume, in jedem Fall aber ein Hingucker, der erst auf den zweiten Blick die kritische Hinterfragung fast jeden Themas erkennen lässt. Die KHS-Kunst „ist sehr vielseitig. Es sind nicht nur schöne, sondern auch interessante Sachen, die man sich leisten kann“, lobte der Barmener Gartengestalter G.P. Derks, der am Eröffnungstag zu den ersten Gästen zählte.

„Ich bin so neugierig. Wenn mir was in den Sinn kommt, probier‘ ich das aus“, beschrieb Bina Placzek-Theisen ihre verschiedenen Schaffensphasen, die sowohl an den Wänden ihres urigen Ateliers in Rurdorf als auch in etlichen Katalogen anzuschauen sind. Wie Karl-Heinz Schumacher hat sie diverse Farbphasen durchlaufen und sich in den langen Jahren ihrer Krankheit künstlerisch weiterentwickelt, alle ihre Emotionen „fließen in ihre Bilder“. In den letzten Jahren hat sie sich auf Cartoons und Grafiken konzentriert.

Ein Beispiel sind „Tulemond und Mondamin, die heulend… (auf den Knien) lagen“, denn Bina ist „mit (Christian) Morgenstern aufgewachsen“. Eine zweite Kostprobe ist eine Illustration zu Brechts „Viele Arten zu töten“. „Und sie tanzen auf den Gräbern, die Taschen voll und hohl das Hirn“, hat die Künstlerin ihr Werk unterschrieben. Das Motiv „Bösartigkeit“ will sie weiter ausführen. Breiteren Raum will sie außerdem dem Thema „Urban Sketchers“ geben, die mit dem Skizzenblock auf Motivsuche durch die Städte ziehen. All ihre Ideen hat Bina Placzek-Theisen aufgelistet.

Archaische Plastiken

Sehr zufrieden mit der Resonanz zeigte sich Bildhauerin Yvonne Mümo-Neumann in ihrem Kunstrefugium im Hutmacherhof in Welldorf. Die Gäste nahmen ihre archaischen Plastiken aus Keramik, Kunstharz, Holz oder Metall in Augenschein, die thematisch „Bögen in die Ursprünge unterschiedlicher Kulturen schlagen und die Gültigkeit antiker Mythologien in unserem modernen Gedankengut aufweisen“.

Beispiele sind die weiße „Atlantin“, die voller Idealismus die Welt auf dem Kopf balanciert, trotz Versklavung, Krieg, Terror und Tod. Oder der in die Knie gezwungene Krötenmensch, der als Konsequenz seines Handelns unter dem Panzer der Schildkröte dahinvegetieren muss und deshalb „Testudo Homunculus“ heißt. Ihn schuf Mümo-Neumann auch in Weiß und deutet damit auf mögliche Folgen atomarer Verstrahlung hin.

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