Bleibt Pfarrer Pohl zwei Jahre oder länger im Amt?

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
8691718.jpg
Die Evangeliche Kirchengemeinde Kirchherten-Titz steht vor einem Umbruch: Pfarrer Pohl ist seit dem 15. September als pfarramtliche Begleitung im Übergang eingesetzt. Foto: Mengel-Driefert

Titz. Jetzt ging es doch schnell. In der Evangelischen Kirchengemeinde Kirchherten-Titz-Oberembt ist ein Pfarrer für die pfarramtliche Begleitung im Übergang gefunden. Ulrich Pohl wird die Gemeinde zwei Jahre lang mit den Grunddiensten versorgen.

Das Presbyterium hat sich einstimmig für ihn entschieden: „Wir sind sehr glücklich, dass wir ihn gefunden haben“, sagt die Vorsitzende, Hanna Köhlen. Seine Stelle ist mit 75 Prozent für pastorale Dienste vorgesehen, die verbleibenden 25 Prozent dienen der Klärung struktureller Fragen. Strukturveränderungen stehen an, stehen im Vordergrund der besonderen Kirchengemeinde, die sich über alle lokalen Grenzen hinweg erstreckt.

Die Gemeindemitglieder wohnen in Titz, in Rödingen, in Bedburg- Kirchherten, in Elsdorf-Oberembt – die Gemeinde verteilt sich auf 30 Dörfer und Gehöfte in zwei Kreisen, Düren und dem Rhein-Erft-Kreis. Es geht nun nicht nur um die Neubesetzung einer frei gewordenen Pfarrstelle. Es geht um viel mehr, um die Zukunft der Gemeinde. Pfarrerehepaar Grashof folgte einem Ruf in die Nordkirche, da sie ihre Stelle, die sich beide teilten, nicht auf Dauer gesichert sahen.

Der demografische Wandel findet bekannterweise auch auf dem Land statt, die Gemeinden schrumpfen, mit der Folge, dass Pfarrstellen im Umfang verkleinert werden. Doch der Aufwand, die flächenmäßig große Gemeinde mit den Grunddiensten zu versorgen, ist enorm. Für Pfarrer Pohl scheint das kein Hindernis – im Gegenteil. Er genieße die Weite der Landgemeinde und er genieße die Türen offen lassen zu können!

Viele offene Fragen

Dieser Satz macht neugierig und lenkt den Blick auf Pohls Vergangenheit. Die Türen zu schließen gehörten in seinen zwölf Jahren als Gefängnispfarrer in Aachen zum Alltag. Pfarrer Pohl lebt in Neuss, ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder. Die Region ist ihm bekannt, er ist in Düsseldorf geboren und in Mönchengladbach aufgewachsen.

Seine Aufgabe ist, zwei Jahre zu bleiben, die Gemeinde gut zu versorgen. Ein Bleiben über die Zeit hinaus sei nicht vorgesehen. Aber, schränkt er ein: „Es ist auch nicht ganz ausgeschlossen“. Eine pfarramtlichen Begleitung im Übergang ist eine ganz neue Entwicklung, die gebe es erst in drei Gemeinden in der Rheinischen Landeskirche. Sprich, da ist noch einiges offen. Offen ist auch die weitere Entwicklung der Gemeinde. Ob sie fusioniert, eine pfarramtliche Verbindung eingeht, sich in ihren kommunalen Grenzen aufteilt, im Ganzen erhalten bleibt – diese Fragen stehen in den nächsten zwei Jahren an.

Nun gehe es darum, welche Möglichkeiten für unsere Kirchengemeinde bestehen, so formuliert es Hanna Köhlen und fügt hinzu: „Alles ist ergebnisoffen“. Die Aufgabe von Pfarrer Pohl ist zu unterstützen und zu begleiten. Er wird Gespräche mit der Landeskirche führen und mit dem Presbyterium. „Die Gemeinde soll sich nicht überfahren fühlen“, betont der Pfarrer und bringt einen interessanten Vergleich: „Das ist hier rheinisch Amrum, drum herum nur Löcher. Auch Amrum kann man nicht mit einer anderen Insel zusammenbringen“. Auch für Hanna Köhlen wäre die schlechteste Lösung die Aufteilung in den kommunalen Grenzen, denn der Grundgedanke sei zunächst: „Die Gemeinde soll erhalten bleiben.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert