Blasmusik in Jülich ist lateinamerikanisch

Von: ptj
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Immer wieder gerne gehört: Das Abschlusskonzert zum Workshop „Blasorchester im Big Band Rausch“, diesmal unter dem Motto „Latin Music“. Dirigent ist der frisch gebackene Ehemann Martin Schädlich. Foto: Jagodzinska

Jülich. Ein tolles Konzert unter der Zeltkuppel im Brückenkopf-Park war zum siebten Mal in Folge der krönende Abschluss des generationenübergreifenden Workshops „Blasorchester im Big Band Rausch“ unter Leitung von Martin Schädlich.

Das beliebte Projekt ist eine Kooperation der Bläservielharmonie Hambach und der Musikschule Jülich, gefördert durch den Kreis Düren. Weil der viertätige Workshop (Motto „Latin Music“) wegen fehlender Räume in der vierten statt fünften Ferienwoche stattfand, fehlten in der Besetzung „Stammkunden“: 31 statt üblicherweise 50 Konzertierende von 14 bis 74 Jahren fanden sich auf der Bühne ein. Trotzdem hatte die Gruppe, die sich vier Tage lang im Gymnasium Zitadelle „eingeschlossen und geübt“ hatte, jede Menge Spaß, wie der Instrumentalpädagoge betonte.

Ein Workshoptag begann und endete mit der „Tutti-Probe“: Flöte, Oboe, Fagott, Klarinetten, Saxophone, Trompeten, Hörner, Posaunen, Tuben, Schlagwerk, E-Gitarre und Baritone probten gemeinsam. Auf den Mittagsimbiss folgten dreistündige Satzproben unter Leitung der Dozenten Anna Christina Kleinlosen, Klaus Luft, Sebastian Bongartz und Martin Schädlich. General- und Einspielprobe standen am Konzerttag auf dem Plan. Schädlich: „Wir haben gelacht, gesungen, gespielt und geschimpft.“

Mit samtigen Akkorden und Percussionklängen starteten die Vorträge beim einstündigen Abschlusskonzert mit dem brasilianischen Bossa-Nova-Stück „Latin Winds“ von Bryan Kidd. Beim Tango „El Choclo“ von Normann Tailor sah der Zuhörer vor seinem geistigen Auge förmlich die Köpfe der Tango-Tänzer herumwirbeln. Einer der Höhepunkte war das dreisätzige Stück „Os Passaros do Brasil“ (Die Vögel von Brasilien), eine Originalkomposition von Kees Vlak für Blasorchester. Im ersten Satz „weiß der Vogel noch nicht, ob er traurig oder fröhlich sein soll“. Im zweiten Satz überwog die Melancholie, im dritten dominierten die bunten Vögel. Sehr schön harmonierten im Gesamtwerk solistische Darbietungen als Vogelstimmen und das rhythmisch abgerundete Orchesterspiel. Begeistert beklatschten die rund 150 Zuhörer das Werk.

Im folgenden „Libertango“ aus der Feder des berühmten Tango-Komponisten Astor Piazolla „versuchte das Orchester nicht, wie ein Akkordeon zu klingen, sondern wie ein schöner symphonischer Klangkörper“, was gelang. Zum Zurücklehnen und Genießen eigneten sich die „Selections from Caravans“ von Mike Batt, arrangiert von Roland Kreid und Martin Schädlich. Hierauf folgte der Latin Rock-Sommerhit „Oye como va“ von Tito Puente, arrangiert von Heinz Briegel. In der Latin-Ballade „Wave“ von Antonio Carlos Jobim, arrangiert von Peter Kleine Schaars, glänzte das kleine Sopransaxophon solistisch, das erstmals überhaupt im Workshop vertreten war.

Ein „Oooch“ war zu hören, als Schädlich das letzte Stück ankündigte: „Latins America – Greatest Hits“, arrangiert von Normann Tailor. Der Orchesterleiter tröstete: „Alle Melodien, die Sie jetzt noch gerne hören würden, sind reingepackt in den Gassenhauer.“ Natürlich geizten die Musiker nicht mit Zugaben. Neben donnerndem Applaus und Dankesworten, unter anderem auch an die Stadt Jülich, gab es zwei Flaschen Rotwein für Schädlich. Hierbei verriet Lobredner Frank Holland, dass der Instrumentalpädagoge unlängst in den Stand der Ehe getreten sei.

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