Bläservielharmonie Hambach: Zum 50-Jährigen ein eigenes Musikstück

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Hambach/ Jülich. Fünf Jahrzehnte Orchester- und Konzertmusik sind keine Selbstverständlichkeit. In Hambach ist dies mit viel Engagement, viel Arbeit und großer Bereitschaft zu Veränderungen gelungen. Und so hat die Bläservielharmonie Hambach auf Anregung ihrer Dirigentin Anna Christina Kleinlosen den ehemaligen Linnicher Johannes Meures gebeten, ein kleines Musikstück zum Jubiläum zu komponieren.

Dieses besondere und spannende Vorhaben wird unterstützt von der Sparkasse Düren. Anna Christina Kleinlosen formulierte ihre Idee so: „Für Hambach eine unverwechselbare Eröffnungsmusik zu Konzerten sollte es sein und ein zweiter Teil mit Bezug zur Ortschaft Hambach mit ihrem Schloss, spielbar auch mit der zwar vielfältigen, aber eher kleinen Hambacher Besetzung. Dieser zweite Teil muss beim ersten Zuhören nicht unbedingt eingängig sein.“

Johannes Meures nahm diese Idee auf und komponierte eine eingängige, aber nicht ganz alltägliche Eröffnungsmusik, die häufig einsetzbar und auch mit kleiner Besetzung spielbar ist. Nach einer choralartigen Eröffnung bezieht er sich im zweiten Teil auf die Töne H-A-(m)-B-A-C-H und die Zahl „50“. Dem Thema „Schloss“ nähert er sich, indem er die Elemente Fanfare, Marsch und ein wenig Tanz kombiniert und Emotionen wie Leiden, Folter, Schmerz, Wut, Jagdinstinkt und fröhliche Feten ausdrückt.

Das Orchester bleibt dabei nicht nur sitzen, sondern Johannes Meures bezieht den Publikumsraum mit ein. Einige Musiker verlassen sogar die Sitzordnung und treten in das Publikum heraus. Johannes Meures: „Ein Schloss ist für mich nicht einfach so da wie in einem Märchen. Auf verschiedenen Ebenen muss man jedes Jahrzehnt wieder darum kämpfen, dass es erhalten bleibt.“

Auch ein Orchester ist nicht einfach so da wie in einem Märchen und muss sich immer wieder neu darüber klar werden, wie es die nächsten Jahre angeht. Anna Christina Kleinlosen und die Bläservielharmonie Hambach wollen deshalb am 7. November im Mädchengymnasium Jülich nicht nur auf 50 Jahre zurückblicken, sondern mit dieser Auftragskomposition auch einen weiteren Weg des Orchesters skizzieren, dessen Mitglieder sich gerne unterschiedlicher und nicht immer beim ersten Zuhören eingängigen Konzertmusik widmen wollen.

Das Konzert beginnt 19.30 Uhr, Karten bei den Orchestermitgliedern, im Musikhaus Comouth (Jülich) und an der Abendkasse.

Im diesem Jubiläumskonzert verabschiedet sich Willi Markewitsch nach 25 Jahren als Dirigent vom Publikum, als Saxophonist bleibt er weiter im Orchester aktiv. Und so leitet Anna Christina Kleinlosen alleine das Orchester. Sie ist seit 2005 dabei, studierte im Rahmen ihres Lehramtsstudiums Saxophon und schloss an der Landesmusikakademie Heek den berufsbegleitenden Lehrgang zum Dirigenten im Blasorchester erfolgreich ab. Sie entwickelte die Kirchenmusik und die Zusammenarbeit mit Chören weiter. Konzerte mit dem Romchor Düren/Jülich und der Solistin Natalia Schmidt in voll besetzten Kirchen sowie mit dem RWE-Chor fanden sehr viel Anerkennung.

Diese Offenheit des Orchesters an neuen und wechselnden Programmen ist vielleicht einzigartig im Jülicher Raum. Sie spiegelt sich auch darin, dass Mitglieder ihre Erfahrungen aus anderen Formationen, wie der Big Band „What Else“ aus Jülich und überregionalen symphonischen Blasorchestern (Landesblasorchester NRW, Rheinische Bläserphilharmonie) einbringen. Mit Klaus Schmidt, seit einigen Jahren Klarinettist in Hambach, ist möglicherweise bereits ein zweiter Dirigent in Sicht. Er schloss jüngst einen Dirigentenlehrgang in Baden-Württemberg sehr erfolgreich ab. Mit dem Orchester erarbeitete er seine Prüfungsstücke. Erfahrung zählt.

Auch nach 50 Jahren ist das Orchester ein Mehr-Generationen-Orchester und eine über Jahrzehnte funktionierende Mischung aus Anfängern, erfahrenen Laienmusikern und „Berufsmusikern“. Es gehört sicher nicht zu den großen in NRW, um so wichtiger ist neben allem ehrenamtlichen Engagement der Musiker wie der Dirigenten sowie den Einnahmen aus Konzerten und Umzügen die effektive und großzügige Unterstützung durch die Gemeinde Niederzier.

Das Orchester darf die Grundschule Hambach und das Pfarrheim Hambach für Proben, zur Unterbringung des Instrumentariums und des sehr umfangreichen Notenarchivs nutzen. Über die Vereinsunterstützung der Sparkasse Düren, die Förderung des Workshops „Blasorchester im Big-Band-Rausch“ durch den Kreis Düren sowie private Spenden wird dies wirkungsvoll flankiert.

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