Bläservielharmonie Hambach: Spielfreude reißt alle mit

Von: ptj
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Ein facettenreiches Konzert der Bläservielharmonie Hambach: Die Musiker brillierten - professionell, einfühlsam und spielfreudig. Foto: Jagodzinska

Jülich. Seit der Barockzeit werden Gottesdienste mit einer Toccata, einem Instrumentalstück, eingeleitet. Nach diesem Vorbild wählte die Bläservielharmonie Hambach als musikalischen Auftakt ihres erstklassigen sinfonischen Konzerts die „Toccata for Band” von Frank Erickson einen würdigen Rahmen für den Veranstaltungsort, die Christuskirche.

Geplant war ein gemeinsames Konzert mit dem Gospelchor der evangelischen Kirche, dessen Dirigent jedoch erkrankt war. So konzertierte das Blasorchester alleine, was dem Gesamteindruck jedoch keinesfalls schadete.

Wie in der Bläservielharmonie üblich, wurde der Dirigentenstab einmal übergeben: Den ersten Part übernahm Saxophonistin Anna Christina Kleinlosen. Auf die Toccata folgte die Ballade „One life” von Thiemo Kraas, der in diesem Stück mit zart klingendem Ausklang die Einzigartigkeit des Lebens jedes Einzelnen wie die Bedeutung von Familie und Freunden hervorhebt.

Eine außergewöhnliche Auswahl war „Dakota” von Jacob de Haan: Zentralfiguren in den fünf kleinen Sätzen des Werks sind die Dakota- oder Sioux-Indianer, deutlich durchziehen alte indianische Melodien das gesamte Werk. Der erste Satz ist dem „Great Spirit” (Großer Geist) gewidmet, der ihrem irdischen und spirituellen Leben verbunden ist. Weitere musikalische Themenfelder sind die Büffeljagd, das Rauchen der Friedenspfeife, der Geistertanz mit Gebet, Tanz und Gesang und schließlich die indianische Tragödie am „Wounded Knee”, wohin immer noch viele Indianer pilgern.

Die „Blue ridge saga” von James Swearingen, eine Hommage an die Schönheit und Geschichte des Gebirgszuges im Osten der USA, leitet in den zweiten Teil über, dirigiert von Willi Markewitsch.

Die anspruchsvolle Komposition „Tirol 1809” von Sepp Tanzer thematisiert in den drei Sätzen „Aufstand, Kampf am Berg Isel und Sieg” den Freiheitskampf des Tirolers Andreas Hofer und seiner Genossen gegen bayrische und napoleonische Truppen.

Gespielt wurde der zweite Satz, in dem es „wild zu ging”: Auf einen etwas dubiosen Auftakt folgte ein Choral, dann wurde zum Kampf geblasen, aus dem mal Tiroler Freiheitslieder, mal die „Marseillaise” in Fragmenten dominierten. In diesem Stück kam auch der jugendliche Schlagzeuger verstärkt zum Einsatz.

Romantisch und leicht

Romantisch und leicht kam hingegen „Il Postiglione D´Amore” (Postbote der Liebe) von Alfred Bösendorfer mit Trompetensignalen und Hörnern daher, der sich spürbar am italienischen Komponisten Gioachino Rossini orientierte.

Ein gelungenes Konzertfinale war das Medley „Satchmo” von Ted Ricketts, der hier dem großen Louis Armstrong mit wiederkehrenden Auszügen seiner bekanntesten Stücke wie „What a wonderful world” oder „When the saints go marching in” huldigt. Das begeisterte Publikum belohnte Professionalität, Spielfreude und Einfühlungsvermögen des Blasorchesters mit kräftigem Applaus, wofür die Musiker wiederum mit einer Zugabe dankte.
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