Bistum Aachen ruft zum „Autofasten” auf

Letzte Aktualisierung:
autofastenbu
Kooperieren für die Aktion „Autofasten”: Hartmut Dreßen von der Verkehrswacht Jülich (rechts) und Reiner Lövenich vom Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen (2.v.r.). Foto: Beyß

Koslar. Es gibt viele Dinge, auf die man in der Fastenzeit verzichten kann: Süßigkeiten, Alkohol, den Fernseher. Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen hingegen ruft zum ersten Mal zum „Autofasten” auf.

Gemeinsam mit der Verkehrswacht Jülich, der Energieagentur NRW und dem regionalen Biosprit-Verein Pro informierte er am Wochenende über zukunftsfähige Automobiltechnik. Unter dem Motto „Informieren, Einsteigen und Fahren” hatten Interessierte die Möglichkeit, sich einige umweltfreundliche Fahrzeuge anzusehen und sie auf dem Verkehrsübungsplatz in Koslar Probe zu fahren.

„Wir zeigen hier Autos, obwohl wir Autofasten wollen - das ist kein Widerspruch”, erklärte der kirchliche Umweltberater Reiner Lövenich. „Fasten heißt nicht unbedingt Askese.” Vielmehr sollten sich die Menschen ihr eigenes Mobilitätsverhalten bewusst machen. Insbesondere im ländlichen Raum, wo das öffentliche Verkehrsnetz nicht so ausgebaut ist wie in einer Großstadt, sei es wichtig, den alltäglichen Gebrauch des Pkw zu hinterfragen und mit Blick auf den Klimawandel umweltfreundliche Alternativen in Betracht zu ziehen.

Sechs solcher Alternativen gab es auf dem Verkehrsübungsplatz zu sehen. Die Autohäuser Bataille und Ford Schmidt aus Jülich, Lafos aus Aldenhoven und der Verein Pro stellten Fahrzeuge zur Verfügung, die mit zukunftsfähigen Technologien auf den Klimawandel reagieren. Neben besonders sparsamen Pkw, die dank besonderer Reifen und Felgen sowie Energierückgewinnung wenig Diesel verbrauchen, gab es auch Fahrzeuge zu sehen, die mit Benzin und Erdgas oder mit Rapsöl betrieben werden. Bei einer Probefahrt über den Übungsplatz testeten die Besucher, ob sich ein Unterschied zu herkömmlichen Autos feststellen ließ.

„Auch aus Sicht der Verkehrssicherheit ist die Aktion interessant”, meinte Hartmut Dreßen von der Verkehrswacht Jülich. „Wenn Autofahren für das Klima den Fuß vom Gas nehmen und öfter das Auto stehen lassen, wird es auf den Straßen sicherer.”

Leider hielten sich die Besucherzahlen in Grenzen - wahrscheinlich auch wegen der frostigen Temperaturen. Reiner Lövenich und Hans-Peter Ratz, die die Aktion gemeinsam für den Diözesanrat organisiert hatten, nahmen es locker. „Wir wollen die Aktion erst einmal bekannt machen”, sagten sie.

Noch bis zum 28. März läuft die Gesamtaktion der Bistümer Trier, Mainz, Speyer und Luxemburg, die inzwischen zum 11. Mal stattfindet. Der Diözesanrat ist erstmals dabei. „Die Kirche will die Schöpfung bewahren und soziale Gerechtigkeit schaffen”, erklärte Lövenich. „Im Jahr 2010 heißt das unter anderem, sich im Klimaschutz zu engagieren.”

Die Abschlussveranstaltung der Aktion „Autofasten” im Bistum Aachen findet am Freitag, 26. März, im katholischen Pfarrheim und im DORV-Zentrum in Barmen statt. Ab 19 Uhr informiert die Energieagentur NRW über zukunftsfähige Mobilität im ländlichen Bereich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert