Biotechnikum-Truck: Wenn Schülerinnen Milch zu Käse machen

Von: rb
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Übung macht den Meister: Bei den praktischen Versuchen konnten Sarah Radke (rechts) und Michèle Dalberg aus der 11. Klasse des MGJ ihr theoretisches Wissen aus dem Unterricht anwenden. Foto: Beyß

Jülich. Probieren geht über Studieren. Das wussten schon die alten Römer. Und auch bei den neusten Technologien lässt sich dieses geflügelte Wort noch anwenden, findet Hella Tappe. Die Wissenschaftlerin betreut den Biotechnikum-Truck, der für zwei Tage Station am Mädchengymnasium Jülich (MGJ) gemacht hat.

Nach einem Tag der offenen Tür, an dem alle Interessierten der Schule die Ausstellung im Truck besuchen konnten, fanden verschiedene Praktika statt. Hier konnten Schülerinnen der elften Klasse ihr theoretisches Wissen aus dem Unterricht mit professioneller Laborausstattung anwenden.

„Wir führen zwei praktische Versuche durch”, erklärte Tappe. „Zuerst werden wir gemeinsam die Wirksamkeit von Waschmitteln testen, danach machen wir Milch zu Käse.” Im Mittelpunkt des zweistündigen Praktikums im Truck stand das Thema Proteine, das in diesem Schuljahr auch im Unterricht des elften Jahrgangs aufgegriffen wurde. „Wir orientieren uns an den Lehrplänen des Landes NRW und versuchen, möglichst parallel zum Unterricht der Schulen zu arbeiten”, sagte Tappe. Der Stoff ist relevant für das Abitur. „Da ist es doch gut, wenn man die Theorie auch mal praktisch angewendet hat.”

Sehr selbstständig experimentierten die rund 30 Schülerinnen des MGJ in kleinen Gruppen. Detaillierte Versuchsprotokolle und die Tipps der Wissenschaftlerin halfen bei kleinen Verständnis- und Praxisproblemen. Die anschließende Auswertung fand in der großen Gruppe statt.

Doch nicht nur die elften Klassen profitierten von den Angeboten des Trucks. Für die Klassen 9 bis 12 fanden Vertiefungsvorträge statt, die sich mit der Rolle von Biotechnologie in Landwirtschaft und Medizin auseinandersetzten. Die Möglichkeit, den Truck freiwillig zu besuchen, nutzten auch die älteren Schülerinnen. „Sie interessierten sich vor allem für Karrierechancen und Studienmöglichkeiten im Bereich der Biotechnologie”, berichtete Tappe. „Da konnten wir ihnen natürlich auch weiterhelfen.”

Das Biotechnikum ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es soll die Sekundarstufen eins und zwei über die biotechnologische Forschung und deren Zukunftschancen informieren. Begabte und interessierte Schüler sollen angespornt werden, sich beruflich in diese Richtung zu orientieren, damit in Zukunft der große Bedarf an Fachkräften gedeckt werden kann.

Bereits zum zweiten Mal besuchte der Truck, der seit 2008 deutschlandweit unterwegs ist, das MGJ. Im Moment tourt er wieder durch NRW. Als nächstes stehen Leverkusen und Bochum auf dem Plan.
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