Kreis Düren - Biologische Station führt Weiden-Schnitte durch

Biologische Station führt Weiden-Schnitte durch

Letzte Aktualisierung:
Werden die Kopfbäume jahrelan
Werden die Kopfbäume jahrelang nicht geschnitten, wird die Last für den (oftmals hohlen) Baum zu schwer und die Weide bricht auseinander.

Kreis Düren. Früher war es die wirtschaftliche Nutzung, die den Menschen Kopfweiden für Korbflechterei und für das Flechtgefach von Fachwerkhäusern kultivieren ließ, heute sind es ökologische Gründe: zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten nutzen die Kopfweiden als Lebensraum.

Wo feuchte Bodenverhältnisse herrschen, fühlen Weiden sich wohl. So verwundert es nicht, dass Bachläufe oder Teiche häufige Standorte sind. Während Silberweiden eine natürliche Wuchshöhe von bis zu 35 Meter erreichen können, werden Kopfweiden in ca. zwei Meter Höhe gekappt und fortan alle zwei bis fünf Jahre geschnitten.

Der Schnitt regt sowohl die Triebbildung als auch die Überwallung der Schnittflächen an, an größeren Schnittflächen kommt es dennoch typischerweise durch Fäulnis zu Höhlenbildung. „Diese Höhlen sind besonders wertvoll für die heimische Lebewelt”, so Dagmar Ohlhoff von der Biologischen Station Düren. „Es kann, muss aber nicht nur der Steinkauz sein, der diese natürliche Bruthöhle bezieht.

Auch Hornissen, Fledermäuse oder Hohltauben und Enten sind Untermieter in einer Kopfweide”. Ende Februar wurden in Linnich an zwei Standorten Kopfbäume geschnitten: am Merzbach auf einer Privatfläche und Im Brüchelchen, einem ca. einen Hektar großen Gebiet in Ederen. Diese Maßnahme kostet die Besitzer keinen Cent: die Maßnahme wird aus dem Projekt „Charakterbäume der Kulturlandschaft” des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) finanziert.

Weiterverwendung

Besonders erfreulich ist, dass das gesamte Schnittgut bei dieser Maßnahme verwertet wird. Es findet als Weidengeflecht in der Ausfachung eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses sowie als Baumaterial für Lehmhütten und Weidentunnel (z.B. bei Kindergärten) Verwendung. Dickere Stecklinge werden an Merzbach und Malefinkbach eingegraben, um entstandene Lücken in den Kopfbaumreihen zu schließen.

Ein Kopfweiden-Kataster, welches von der Biologischen Station für den gesamten Kreis Düren angelegt wird, soll Auskunft über Alter und Zustand der Bäume geben. Jeder Interessierte ist aufgerufen, pflegebedürftige Kopfweiden zu melden, damit diese in das Kataster aufgenommen und in den Pflegerhythmus integriert werden können.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert