Bio-Kraftwerk könnte die ganze Gemeinde Titz versorgen

Von: Antonius Wolters
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Die beiden Geschäftsführer Andreas Dering (l.) und Dr. Wilfried Plum vor der neuen rund 25 Meter hohen Siloanlage der West Pellets GmbH, die den Standort des Unternehmens im Energiepark Ameln kräftig erweitert. Foto: Wolters

Ameln. Mit der Einweihung ihrer neuen Siloanlage im Energiepark Ameln hat die West Pellets GmbH eine weitere Entwicklungsstufe gezündet. Für die CO2-neutrale Herstellung des Brennstoffs Holzpellets stehen damit auf einen Schlag um den Faktor sieben vergrößerte Lagerkapazitäten von rund 5000 gegenüber vorher 700 Tonnen zur Verfügung, nachdem zuletzt externe Hallen für die Lagerung angemietet werden mussten.

Bei der Produktion helfen die beiden Biogasanlagen, die so viel Strom und Wärme erzeugen, dass damit die gesamte Kommune theoretisch versorgt werden könnte.

Rund 1,3 Millionen Euro hat das Unternehmen in die Erweiterung investiert, deren Fertigstellung mit Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Kommanditisten, Vertretern der Firmen und öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinde und Feuerwehr gebührend gefeiert wurde.

Dr. Wilfried Plum, einer der beiden Geschäftsführer von West Pellets, begrüßte die Gäste im Energiepark Ameln und sprach davon, dass nun West Pellets 4.0 erreicht sei, als er die bisherigen Entwicklungsschritte skizzierte. West Pellets 1.0 markiert den Start des Unternehmens 2006. Damals verfügte die Anlage nur über einen kleinen Trockner und stellte Holzpellets in „homöopathischen Mengen“ her, wie Plum die Anfänge charakterisierte. In dieser Aufbruchzeit sei auch „der Markt noch schwierig“ gewesen.

Doch das Unternehmen etablierte sich und sein Produkt und erreichte 2008 mit einer großen Erweiterung die Versions-Nr. 2.0. Zwei weitere Silos kamen hinzu und die Produktion, die antizyklisch, also vornehmlich im Sommer erfolgte, wurde kräftig ausgeweitet. Deshalb wurde es auch notwendig, zusätzlichen Lagerplatz zu mieten.

Verladestationen

Der nächste Erweiterungsschritt auf 3.0 fiel 2011 etwas kleiner aus, als der Fuhrpark von einem auf drei Fahrzeuge aufgestockt wurde und deren Beladung direkt vom Silo aus dazukam. Seit Ende 2016 ist auf Seiten der Produktion mit jährlich rund 10.000 Tonnen Holzpellets das Ende der Fahnenstange erreicht. Neben der neuen Siloanlage besteht die Möglichkeit, an zwei Verladestationen direkt vom Silo aus die Transportfahrzeuge zu beladen, die Kunden im Umkreis von rund 80 Kilometern beliefern.

Co-Geschäftsführer Andreas Dering, gleichzeitig Technischer Leiter der Anlage, in die im Laufe von insgesamt elf Jahren rund 3,5 Millionen Euro investiert worden sind, erinnerte daran, dass auch während der Bauzeit der jüngsten Erweiterung weiter produziert worden sei, der eine fast vierjährige Planungsphase vorausgegangen ist. Dering dankte allen, die in irgendeiner Form zu der Erweiterung beigetragen haben.

Nach seinen Angaben hat sich der wirtschaftliche Erfolg von West Pellets auch in der Schaffung neuer Arbeitsplätze niedergeschlagen. Waren es zum Start des Unternehmens fünf Mitarbeiter, hat sich deren Zahl mittlerweile verdoppelt.

Den „positiven Beitrag aus Titz, das die Energiewende schon geschafft hat“, hob der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen heraus, der den Beitrag regenerativer Energien für eine CO2-ärmere Welt betonte. West Pellets erzeuge nicht allein saubere Energie, sondern sei der Gemeinde auch als Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler sehr willkommen, sagte Frantzen. „Wer baut, will bleiben“, sieht er in der Erweiterung des Energieparks gleichzeitig ein Bekenntnis zum Standort in der Landgemeinde, die gut aufgestellt sei und sich längst zur „green city“ entwickelt habe.

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