Bildungslandschaft im Nordkreis in der Diskussion

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Linnich. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG PKL) aus Linnich lud ein, und alle Fraktionen der Räte aus Aldenhoven, Jülich, Linnich und Titz folgten. Das Thema Schullandschaft im Nordkreis bewegt buchstäblich.

Zu Beginn begrüßte Michael Hintzen (PKL) die Gäste im Linnicher Rathaussaal, der kaum allen Platz bot. Hintzen dankte besonders Bürgermeister Jürgen Frantzen (Titz) sowie Hans-Josef Corsten als Vertreter des Linnicher Bürgermeisters Witkopp für ihr Kommen. Auch die Vorsitzenden der vier Schulausschüsse waren der Einladung gefolgt.

Als Hinführung zur Beratung der Schullandschaft im Nordkreis erinnerte Heinz Frey (JÜL) an die Initiative vom Mai 2009. Damals hatte die JÜL-Fraktion den Antrag eingebracht, die Schulsituation im Nordkreis in einer konzertierten Aktion zu beraten. Die zurückgehenden Schülerzahlen waren der Auslöser.

Bevor die Aufsicht Schulen schließt, sollten alle Nordkreiskommunen ihr Schulkonzept abstimmen. Dabei kam rasch das Thema „Gesamtschule für den Nordkreis” auf. Heinz Frey lieferte beeindrucke Zahlen: 700 Schüler des Nordkreises werden zur Zeit in den Gesamtschulen Alsdorf, Niederzier/Merzenich und Übach-Palenberg beschult. Kann diesen Schülern ein ortsnahes Angebot unterbreitet werden?

Obwohl diese Frage sich nicht nur auf die Gesamtschule bezog, war es für Frey schwierig, die teilweise erhitzen Gemüter auf die ergebnisoffene Diskussion hinzuweisen. Informierte erinnerten an die genehmigungsfähige „Verbundschule” (Zusammenschluss von Hauptschule und Realschule unter gemeinsamer Leitung), die auch von der Schulministerin favorisiert wird. Henny Selter (FDP Linnich) erweiterte diese Variante um einen gymnasialen Zweig.

Veto-Recht bei Neugründungen

Da in der Presse politische Vertreter aus den vier Kommunen schon die neue, weiterführende Schule für sich beansprucht hatten, sah Jürgen Frantzen es als notwendig an, auf das Veto-Recht jeder Kommune hinzuweisen, wenn die eigene Schule in der Existenz von Neugründungen betroffen sei. Er nannte unbestreitbare Zahlen: Vor 10 Jahren gab es 1000 Kinder je Jahrgang im Nordkreis - heute sind es 700!

Die Junge Union war mit zehn Interessierten vertreten. Armin Großek (Niederzier) lehnte für die CDU eine Gesamtschulneugründung ab, da dadurch die sehr gute Arbeit der Gesamtschule Niederzier/Merzenich und die der Oberstufen der Jülicher Gymnasien gefährdet würden. Cornel Kranen, Vorsitzender der Stadtelternschaft Jülich, forderte das Recht aller Eltern ein, einen Platz für das Kind an der Schulform zu erhalten, die man für richtig hielte.

Nach zwei Stunden teils hitziger Diskussion kristallisierten sich folgende Ergebnisse heraus:
- Die unterschiedlichen Schulmodelle (Verbundschule etc.) sollen von Fachkundigen vorgestellt werden.
- Betroffene Eltern der der 3. bzw. 4. Jahrgänge sollen nach ihrer „Wunschschulform” befragt werden.
- Der Arbeitskreis - von der PKL ins Leben gerufen - soll unter der Moderation des Bildungsnetzwerkes des Kreises fortgeführt werden.
- Die Leiter der mit-betroffenen Schulen sollen zukünftig eingeladen werden.
- Die Verwaltungen sollen die Schülerzahlen und -ströme über die Grenzen hinaus aufbereiten.

Abschließend mahnte Heinz Frey (JÜL), jede Form des „Kirchtumdenkens” aus der Gestaltung der Schullandschaft im Nordkreis herauszuhalten.
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