Bildung eines Grundschulverbundes stößt auf Schwierigkeiten

Von: gep
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Blick auf die Gemeinschaftsgru
Blick auf die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) an der Schwanenstraße: Die GGS und die benachbarte Katholische Grundschule (KGS) sollen in einem Verbund zusammengefasst werden. Das stößt auf enorme Schwierigkeiten - Ende offen. Foto: gep

Aldenhoven. Die Bildung eines Grundschul-Verbundes in Aldenhoven stößt auf enorme Schwierigkeiten. Die Gegensätze zwischen der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) und der Katholischen Grundschule (KGS) scheinen unüberbrückbar zu sein. Das wurde auf der jüngsten Sitzung des Schul- und Sozialausschusses deutlich.

Es kam zu einem mehr oder weniger offenen Schlagabtausch zwischen der KGS-Leiterin Hilde Viehöfer-Emde, die in einem halben Jahr in Pension geht, und der GGS-Leiterin Esther Josten.

Der Ausschussvorsitzende Udo Wassenhoven (SPD) intervenierte sogar mit den Worten: „Tragen Sie bitte keine persönlichen Probleme aus!” Und: „Animositäten seit 35 Jahren sind uns egal.”

Während die Schulrätin des Kreises Düren, Annelene Lürken, und GGS, wie von Bürgermeister Lothar Tertel vorgeschlagen, einen Verbund befürworteten, plädierte die KGS dafür, „eine neue Schule” zu gründen. Die Schulkonferenz habe sich, so Viehöfer-Emde, einstimming für eine Auflösung entschieden. Die Marienschule wolle im Verbund „kein Anhängsel” der GGS sein, sondern bei einer Neugründung „als vollwertiger Partner” mitwirken.

Josten unterstrich: „Wir können die Marienschule retten.” Viehöfer-Emde entgegnete: „Wir möchten nicht gerettet werden.” Erforderlich sei „ein sauberer Neubeginn”. Angesichts des „Konkurrenzkampfes seit Jahrzehnten” zwischen den beiden Schulen könnte die GGS-Chefin „aus dieser Situation heraus die KGS leiten” Und in der Elternschaft herrscht die Befürchtung vor, die Marienschule solle „geschluckt” werden,

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Reinhard Paffen zitierte, das KGS-Kollegium „zweifelt die Neutralität der Schulleitung an”. Und FWG-Fraktionschef Dieter Froning fand in einer KGS-Unterschriftenliste das Wort „Antipathie”. Josten selbst sprach über „Anfeindungen” im Vorfeld der Ausschusssitzzung und von „Grabenkriegen”. Man müsse aber miteinander „christlich und sozial umgehen”.

Schulrätin Lürken („Ich bin für die Kinder da, nicht für Spielchen”) begründete ihr Votum für einen Verbund, der „beide Systeme leben lässt”, damit, dass die „Schulprofile nicht so sehr unterschiedlich” seien. Es gebe schließlich einheitliche Lehrpläne in NRW. Auch seien die Konfessionen - römisch-katholisch, evangelisch und islamisch - in beiden Schulen ähnlich verteilt. Zudem blieben - infolge Pensionierung und Versetzung (auf eigenen Wunsch) - vom KGS-Kollegium nur noch zwei Lehrkräfte übrig.

„Was wird dann noch weitergetragen?” Die katholische Pädagogik könne weiterhin Berücksichtigung finden, denn die Lehrer seien zu einer „individuellen Förderung” der Kinder verpflichtet, das sei „die Kunst des heutigen Unterrichtes”. Und im Übrigen gelte: „Kein pädagogisches Konzept bleibt so, wie es ist.” So gehöre künftig die Inklusion, der gemeinsame Beschulung von nicht behinderten und behinderten Kindern, zum Schulalltag.

Josten verwies darauf, die GGS würde „gerne” den Grundschul-Verbund mit zwei Teilstandorten realisieren und „gemeinsam Konzepte erarbeiten”. „Viel Gemeinsames” sei bereits vorhanden. Praktisch erprobt sei etwa die Pausenaufsicht oder Lehrervertretungen an der anderen Schule.

Sollte es nicht zu einem Verbund an der Schwanenstraße kommen, müsse, so Lürken, ein Schularbeitbestimmungsverfahren eingeleitet werden, das etwa drei Monate dauern dürfte. Dabei hätten die Eltern mit Kindern in den Grundschulen und den Kindergärten ein Mitbestimmungsrecht. Sie verwies auf das Beispiel der Gemeinde Titz: Dort waren die beiden Katholischen Grundschulen in Rödingen und Titz durch Schließung und Neugründung zur GGS Titzer Land mit zwei Standorten zusammengefasst worden.

Entscheidung bis zum Herbst

„Klarheit über die Entwicklung” in der Primarstufe müsse, so Tertel, deutlich vor der 1. Novemberhälfte, dem Anmeldetermin für Schulanfänger zum Schuljahr 2013/14, herrschen. Wassenhoven: „Im Herbst müssen klare Fakten geschaffen sein.”

Nach Darstellung des Bürgermeisters werden zur Zeit in der Gemeinde etwa 100 Kinder im Jahr geboren. Damit sei mittelfristig jeweils eine Zweizügigkeit in Aldenhoven und in der Johannesschule in Siersdorf darstellbar. Die Siersdorfer Schule, die Siersdorf, Schleiden, Freialdenhoven und Dürboslar abdecke, solle selbstständig bleiben.

„Zu viele Fragen bleiben offen”, befand SPD-Ratsherr Markus Buder nach der Diskussion im Ausschuss. „Das können wir heute nicht entscheiden”, stellte CDU-Ratsherr Georg Krapp fest. Zumals erst eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn die Unterlagen aus den beiden Schulkonferenzen vorlagen. Ende also offen.
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