Aldenhoven - Bewegungsmangel: Schon in der Kita den Rücken schulen

Bewegungsmangel: Schon in der Kita den Rücken schulen

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Informationen zum Aufbau des menschlichen Körpers, hier am Skelett demonstriert, gehören auch zur Rückenschule. Foto: Kita Regenbogen

Aldenhoven. Seit zehn Jahren erleben die Vorschulkinder der Integrativen Kindertageseinrichtung „Regenbogen“ in Aldenhoven im Vorschulprogramm die Kinderrückenschule. 2009 wurde dieses Konzept von der AOK Rheinland mit Partnern beim Wettbewerb „Starke Kids Förderpreis“ mit dem ersten Preis bedacht.

In Kooperation mit der Uniklinik Aachen wurde 2015 der 1. Aachener Kinderrückenschultag erfolgreich veranstaltet.

Trotz aller Diskussionen und Aufklärung zum Thema „Bewegungsmangel in der Kindheit“, sitzen die Regenbogen-Kinder im Durchschnitt vier bis fünf Stunden täglich. Die körperliche Bewegung wird durch die moderne digitale Technologie aus dem Alltag gedrängt.

Sitzende Tätigkeiten sowie der damit einhergehende Bewegungsmangel verursachen zunehmend eine mangelnde Aufrichtung der Wirbelsäule. Durch den Bewegungsmangel und verstärkt sitzend ausgeführten Tätigkeiten kommt es zu negativen Entwicklungen hinsichtlich einer ausgewogenen Muskel- und Gelenkbalance bezüglich der Gesamtkörperhaltung, insbesondere im Bereich des Beckens.

Die Bauchmuskulatur mit ihren geraden, schrägen und queren Faserzügen übernimmt die wichtige Aufgabe der harmonischen Haltungsentwicklung und weitere wichtige Funktionen als „Bauchpresse“ und Atemhilfsmuskulatur.

Bei vielen Kindern ist sie durch akuten Mangel an Bewegung geschwächt. Das „In-Sich-zusammensacken“ des ganzen Körpers beim Sitzen und Stehen verhindert den Kraftaufbau. Speziell der erste Gestaltwandel, vom vierten bis siebten Lebensjahr, also schon in der Kindergartenzeit, gilt als entscheidende Phase der kindlichen Haltungsentwicklung.

Die physiologischen Schwingungen der Wirbelsäule bilden sich endgültig aus, die Beckenaufrichtung sowie die Streckung in den Hüft- und Kniegelenken kommen zum Abschluss.

„Diese Veränderungen können sich jedoch nur dann beim Kind optimal entfalten, wenn es auch über ausreichende Bewegungsreize verfügt, die die Muskulatur harmonisch ausbilden. Die Ausbildung eines guten ,Muskelkorsetts‘ gewährleistet die Stabilisierung der Wirbelsäule“, sagt Einrichtungsleiterin Silke Meyer-Schavier.

Kinder haben von Natur aus einen hohen Bewegungsdrang und viele kreative Ideen, wie sie ihren Körper erleben, spüren und ausprobieren möchten. In der Kinderrückenschule fördern die Kita ihre Kinder in, über und mit Bewegung. Physische Aspekte der Gesundheitsförderung werden dabei beachtet. Kraft, Ausdauer, Koordination und Haltungsschulung stehen im Focus der Förderung.

In Auseinandersetzung mit herausfordernden Bewegungssituationen lernen Kinder innerhalb von Bewegungsspielen, Bewegungsparcours oder Bewegungsgeschichten, ihren Körper und ihre Sinne kompetent einzusetzen und Herausforderungen zu bewältigen.

Die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems und das Immunsystem werden im spielerischen Aufbau gestärkt. Über die angebotenen Bewegungsaktivitäten kommt es zur Kräftigung der Muskulatur des Rumpfes mit aufgerichteter Körperhaltung. Eine aufrechte, selbstbewusste Körperhaltung beugt Haltungsschwächen vor.

Eine gesunde Ernährung mit möglichst frischen und naturbelassenen Lebensmitteln liefert Stoffe und Mineralien, die das Kind benötigt, um die Wirbelsäule stabil aufzubauen und stabil zu halten.

Im Hinblick auf die anstehende Einschulung bieten breitangelegte Wahrnehmungs- und Bewegungsangebote den Kindern die Möglichkeit, die Entwicklung der Körperkontrolle, die Schulung der Konzentration, die Förderung der differenzierten Wahrnehmung und die realistische Einschätzung von Situationen zu erfahren, zu erproben und weiterzuentwickeln.

Die körperliche Präsenz und die Bewegungskompetenz bestimmen maßgeblich die Bewältigung der sozialen und materiellen Anforderungen des kindlichen Alltags. Sicheres und kompetentes Bewegungsverhalten stärkt die physischen und psychischen Fähigkeiten im Kind, und macht es körperlich und emotional stark für seinen weiteren Entwicklungsverlauf.

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