Bewegt Sie das Thema Windkraft? Sagen Sie Ihre Meinung

Von: Volker Uerlings
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Windkraft bewegt, aber nicht nur die Rotoren, sondern auch die Bürger. In Jülich soll es bald mehr „Spargel“ geben. Foto: Guido Jansen

Jülicher Land. Der Wind bewegt nicht nur die Rotoren zahlreicher Energieerzeuger in Spargel-Optik. Die Windräder bewegen auch immer mehr Bürger – aus vielen Grünen. Gilt das auch für Sie? In Linnich kochten die Emotionen zuletzt hoch, weil es die Kommunalpolitik aus Sicht einer Bürgerinitiative keine „Windkraft mit Außenmaß“ absegnete. Jetzt ist Jülich an der Reihe.

Nach der Analyse durch ein Fachbüro soll in zehn Zonen in den Außenbereichen der Stadt mit einer Gesamtfläche von über 310 Hektar der Windkraft Vorrang eingeräumt werden. Ihre Meinung nicht nur zu diesem Thema und nicht nur in Jülich können Sie auf unserem Fragebogen darlegen. Die Redaktion ist schon gespannt auf Ihre Anregungen.

Die Windkraft-Konzentrationszonen kommen nicht aus Jux und Dollerei auf die Tagesordnung. „Es ist ein Auftrag der Landesregierung“, sagte der Jülicher Beigeordnete Martin Schulz in mehreren Ausschussdiskussionen und in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Zwei Prozent der Landesfläche sollen für die Windkraft genutzt werden, um den Anteil der regenerativen Energien weiter zu erhöhen und dadurch auch die Klimaschutzziele zu erreichen.

Also wurde das gesamte Stadtgebiet ins Visier genommen. Das Büro von der Heide ermittelte 20 Flächen, die in Frage kommen und mindestens 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung haben. Nach genauerer Prüfung entfielen aus verschiedenen Gründen – unter anderem unwirtschaftliche Größen – zehn. Zehn aber bleiben übrig und sollen im Flächennutzungsplan ausgewiesen werden. Das ist noch nicht geschehen, zumal der Planungsausschuss Beratungsbedarf anmeldete.

Die Flächen befinden sich westlich von Barmen, südlich von Merzenhausen, südlich von Bourheim, nördlich von Welldorf-Güsten, nördlich von Mersch und nördlich von Broich. Würden all diese Konzentrationszonen planerisch ausgewiesen, dann hätte die Windkraft auf genau 313,4 Hektar und damit knapp 3,5 Prozent des Stadtgebietes „Vorfahrt“.

Die Anlagenbetreiber stehen schon in den Startlöchern und möchten loslegen, zumal die Einspeisevergütungen in absehbarer Zeit sinken werden. Von daher ist mit einem langwierigen Verfahren nicht zu rechnen. Aber trotz des Zeitdrucks: Die Öffentlichkeit muss zwei Mal beteiligt werden. Es könnte sein, dass nicht alle in Rede stehenden Flächen für die Windräder reserviert werden, aber wohl die meisten.

Die ermittelten Konzentrationszonen können „nicht willkürlich rausgenommen werden“, sagt Beigeordneter Martin Schulz. Das gelinge nur mit einer fachlich untermauerten städtebaulichen Begründung. Ein Beispiel ist die Merscher Höher. Hier möchte der Stadtrat keine Windkraft, obwohl sie möglich wäre, sondern ein Gewerbegebiet mit Erweiterungsmöglichkeiten.

Weil vielleicht nicht erst in 20 Jahren die Kohleförderung endet, kommt Gewerbegebieten eine entscheidende Bedeutung in unserer Region zu. Das wäre laut Schulz eine fundierte Begründung: „Wir werden tausende Arbeitsplätze kompensieren müssen. Dazu braucht man Flächen.“

Wer denkt, dass die Windkraftzonen der Stadt Reichtum beschert, der irrt. In der Jülicher Kasse bleibt wenig bis nichts übrig, weil sie nur ein windkrafttaugliches Grundstück besitzt: die Merscher Höhe. Und das soll genau nicht in die Liste...

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