Jülich - Betrug mit Billig-Baggern aus China für Marokko

Betrug mit Billig-Baggern aus China für Marokko

Von: gep
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Jülich. Satte Renditen von zehn und 18 Prozent versprach ein Niederzierer Geschäftsmann einer Kölnerin. Mit Baggern, die in China günstig eingekauft und dann in Marokko teuer verkauft würden, sei das große Geld zu machen, machte K.-J. B. (50), ein mittelloser freiberuflicher Betriebsberater, der Hausfrau G. F. (51) glauben.

Und weil er „ein Bekannter von Bekannten” und eine „gute Erscheinung” war, vertraute sie ihm insgesant 18.000 Euro für diesen transatlantischen Deal an. Sie erhielt lediglich 500 Euro zurück.

Das große Geschäft mit den Baumaschinen aus Fernost „klappte nicht so”, gestand der Geschäftsmann als Angeklagter vor dem Amtsgericht Jülich. Die 17.500 Euro versickerten und verschwanden.

Wegen gewerbsmäßigem Betrug verurteilte ihn Strafrichterin Claudia Wolny zu elf Monaten mit dreijähriger Bewährung, zumal bereits ein Strafbefehl wegen Betrug mit Urkundenfälschung aktenkundig war.

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und zwei Monate auf Bewährung gefordert. Der Angeklagte habe sich die Summe „quasi erschlichen”, er habe „feste Zusagen” über die Geldrückgabe plus Verzinsung gemacht, aber die Aussagen, die er zu seiner Entlastung vorgebracht habe, seien nicht belastbar.

Zudem habe er keine Geschäftsdokumente beibringen können. Die Verteidigung hatte für die Einstellung des Verfahrens gegen Auflage plädiert. Es sei „kein Geschäft des Herrn B.” gewesen, es sei nicht auf seine Rechnung erfolgt, sondern im Namen der G. F., die „gut Asche machen” wollte.

Sie sei, so der Anwalt, „richtig heiß” auf Rendite, ins Risiko gegangen. Das „Zocken” sei aber „in die Hose gegangen”.

Privates Darlehen

G. F. sagte aber aus, sie habe das Geld, das 2009 in Tranchen von 8000 Euro und jeweils zweimal 5000 Euro gegen Quittung mit Rückzahldatum übergeben worden war, lediglich als Privatdarlehen zur Verfügung gestellt.

Über die Details des Deals habe sie fast nichts gewusst - „Irgendwas mit Baggern in Marokko”. Aber die zehn Prozent „haben mich gelockt”. Zugleich sollte K.-J. B., so ergab die Beweisaufnahme, für seine Kölner Klientin Immobilienverkäufe arrangieren - gegen Provision.

Diese sollten mit der Anlagesumme verrechnet werden, betonte die Verteidigung. Tatsächlich wurde ein Baugrundstück verkauft. Das seien aber nur „Nebenkriegsschauplätze” im Verfahren, ordnete die Anklage diese Auslassungen ein.

Für „dubios” oder „total unglaubhaft” befand die Richterin einen Großteil der Aussagen des Angeklagten. Der Baumaschinen-Deal, den B. nach Visiten in China und Marokko eingefädelt und bei dem er ebenfalls selbst Geld verloren haben wollte, lief über Mittelsmänner.

Das Geld habe er „einem gegeben”, den er drei Mal in einem Internet-Cafe in Frechen getroffen habe. Solche Usancen sei bei dieser Art des Geschäfts üblich, meinte er.

Wo das Kapital aus Köln geblieben sei, konnte er nicht exakt sagen. Es könnte von seinen nordafrikanischen Geschäftsfreunden zweckentfremdet worden sein.
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