Bestsellerautorin Melanie Raabe: Bescheidenheit trotz Erfolg

Von: bro
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Melanie Raabe erzählt ihren Zuhörern aus ihrem zweiten Thriller „Die Wahrheit“. Foto: Laura Broderius

Jülich. Eine Autorin, die mit ihrem Debütthriller „Die Falle“, der 2015 veröffentlich wurde, großen Erfolg hat, in mehr als 21 Länder verkauft, mit diesem und ihrem neuen Thriller auf der Bestsellerliste des Spiegels steht, die sogar die Filmrechte ihrer Geschichte an Hollywood abgegeben hat und von deren Bücher auch Hörbücher produziert wurden, kam erstmals nach Jülich zu einer Lesung aus ihrem zweiten Thriller „Die Wahrheit“.

Viele kannten Melanie Raabe aus dem Fernsehen, da sie schon in diversen Talkshows zu sehen war. Ihre „Mittel-Berühmtheit“, wie sie es selbst nennt, lockte zahlreiche Besucher.

Wert legt Raabe insbesondere auf unblutige Thriller mit psychologischer Finesse. Keine klassischen Verbrechen, sondern mysteriöse Fragen sollen dem Leser begegnen: Seit sieben Jahren vermisst Protagonistin Sarah ihren Ehemann Philipp. Auf einer Geschäftsreise durch Südamerika ist er spurlos verschwunden. Ihren gemeinsamen Sohn Leo hat Sarah alleine aufgezogen.

Als sie nach all den Jahren einen Schlussstrich zieht und sich damit abfindet, alleine zu bleiben, teilt das Auswärtige Amt ihr plötzlich mit, ihr Ehemann sei entführt worden, nun aber befreit und gesund mit dem Flugzeug auf dem Weg nach Hause. Am Flughafen trifft sie auf ein Riesenaufgebot an Presse. Doch der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht ihr Ehemann, sondern ein Fremder, der Sarah unter Druck setzt, vor der Presse eine Geschichte vorzugeben, die nicht wahr ist. Auch scheint er alles über sie zu wissen. Sarah will nur noch eines herausfinden: Die Wahrheit.

Stück für Stück

Ein Rätsel, das der Leser entschlüsseln muss und dem er Stück für Stück auf die Schliche kommt – das will Melanie Raabe in ihren Büchern erreichen, und das ist auch einer der Gründe, warum ihre Bücher so viele Leser anziehen. Dieses Rätselhafte vermittelt sie auch in ihrer Lesung: Mit geheimnisvollem Tonfall baut sie Spannung auf und zeigt, dass ihre Geschichte noch viel Ungeahntes verbirgt.

Beispielhaft liest sie sowohl die zentrale Flughafenszene als auch eine Friseurszene zu Anfang der Geschichte, in der Sarah sich metaphorisch für den Schlussstrich, einen Kurzhaarschnitt schneiden lässt. Dieses Motiv ist auch auf dem Buchcover aufgegriffen worden – sehr zur Freude Raabes: „Ich finde, dass das vor allem für Frauen oft ein Symbol für einen neuen Lebensabschnitt ist, so beobachte ich das zumindest bei meinen Freundinnen. Und nein, ich habe kein eigenes traumatisches Friseurerlebnis, auch wenn mich das immer viele fragen“, scherzt sie.

Melanie Raabe gibt sich sehr locker, sympathisch und vor allem bescheiden. Sie habe ihr Selbstbild noch nicht an den Erfolg angepasst, sagt sie. Auch früher als Jugendliche habe sie ihre Texte nie jemandem zeigen wollen, auch wenn sie damals schon mit ihrem Talent aufgefallen war. Auf die Frage eines Zuhörers, warum sie die Filmrechte an ihrer Literatur komplett abgetreten habe und sich kein Mitsprache- bzw. Mitarbeitsrecht einbehalten habe, antwortete sie: „Ich will meinen Traum leben, ein Leben lang Bücher zu schreiben und nicht bei einem Filmprojekt mitmachen, nur weil es so glamourös klingt. Informiert über alles werde ich ja trotzdem.“ Damit zeigt sie, dass sie vor allem aus der Liebe zur Literatur schreibt, ohne sich viel an Prestigegedanken aufzuhalten.

Schreibtechnisch hat sie jedenfalls noch viel vor: Ihr Vertrag bei btb ist um zwei weitere Bücher verlängert worden.

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