Bessere Solarzellen billiger fertigen

Von: hfs.
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Mit dem symbolischen Scherenschnitt eröffneten FZ-Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt (v.l.), Parl. Staatssekretär Thomas Rachel, FZ-Chef Prof. Achim Bachem, Prof. Uwe Rau, Staatssekretär Helmut Dockter und Prof. Hans-Joachim Queisser das Photovoltaik-Technikum. Foto: hfs.

Jülich. Das Jülicher Forschungszentrum (FZJ) liegt nördlich des 50. Breitengrades, die chinesische Konkurrenz, die mit billigen Solarmodulen den Weltmarkt überschwemmt, produziert südlich des 30. Breitengrades. Mit wachsendem Erfolg, doch eine Situation, bei der China und Deutschland gleichermaßen profitieren, ist noch weit entfernt.

Das wollen die Wissenschaftler im neuen Photovoltaik-Technikum auf dem Gelände des FZJ ändern. Denn hochmoderne Technik in den Laborräumen eines 560 Quadratmeter großen und 2,1 Millionen teuren Neubaus erlauben es erstmals, Photovoltaik-Module bis zu einer Größe von 1,4 Quadratmetern auf Alterung, Lichtempfindlichkeit und Defekte zu überprüfen. „Die neuen Räumlichkeiten erlauben es uns aber auch, gemeinsam mit Partnern aus der Industrie neue Beschichtungs- und Herstellungsprozesse zu testen und weiter zu entwickeln”, freute sich Institutsleiter Professor Uwe Rau anlässlich der Einweihung am Mittwoch, an der hochrangige Vertreter aus Wissenschaft und Politik teilnahmen.

Dass die Jülicher Forscher vor erheblichen wirtschaftlichen Zwängen stehen, unterstrich als Festredner Professor Hans-Joachim Queisser, Direktor am Stuttgarter Max-Planck-Institut für Festkörperforschung. „Es wird nicht einfach werden, denn die Konkurrenz aus dem asiatischen Raum ist groß”, meinte der Photovoltaik-Pionier. Er war es, der mit dem Nobelpreisträger William Bradford Shockley 1954 in einer leerstehenden Aprikosenfabrik in Amerika die Silizium-Solarzelle erfand und in den 1960er Jahren das theoretische Maximum des Wirkungsgrades von Solarzellen beschrieb.

Den Wirkungsgrad steigern

Gerade die Steigerung des Wirkungsgrades wollen die Jülicher Forscher erreichen. Im regenerativen Energiemix der Zukunft - bis 2020 sollen rund 20 Prozent aus regenerativen Quellen fließen - kommt die Photovoltaik in Deutschland zurzeit auf gerade einmal 3,2 Prozent. Zum Vergleich: Die Windenergie bringt es momentan auf 7,6, die Stromgewinnung durch Braunkohle schafft es auf knapp 25 Prozent.

So war es kein Wunder, dass Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung und Technologie, vor dem Hintergrund dieser Zahlen die Bedeutung der Weiterentwicklung der Photovoltaik-Technik unterstrich. „Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Energiekonzepts der Bundesregierung. Die Forschung und Entwicklung neuer Solarmodule in Jülich wird dazu beitragen, den Anteil der Energiegewinnung mittels Photovoltaik weiter zu steigern.” Auch Rachel erinnerte an die chinesische Konkurrenz im Markt. So müssten die Herstellungskosten sinken.

„Wenn wir uns auf die eigenen Stärken besinnen, dann wird mit neuer Technologie aus Jülich diese Technik gestärkt aus dem internationalen Wettbewerb herausgehen. Ansonsten wird die Energiewende, die in Bewegung ist, nicht gelingen”, prophezeite er.

Dass gerade die Photovoltaik-Technik aus Jülich zur weltweit führenden gehört - rund 100 Wissenschaftler arbeiten im neuen Gebäude - unterstrich Helmut Dockter, Staatssekretär des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW.

Energiewende fordert Forscher

„Mit den neuen Labors wird die Forschung noch weiter ausgebaut. Durch die Energiewende stehen Wirtschaft und weite Teile der Industrie vor große Herausforderungen. Um die zu bewältigen, kommt der Silizium-Dünnschicht-Photovoltaik, wie sie im neuen Institut für Energie- und Klimaforschung betrieben wird, eine noch größere Bedeutung zu”, wünschte Dockter den Männern um Institutsleiter Uwe Rau, dass ihnen aus der Wertschöpfungskette der Grundlagenforschung heraus bis hin zur Marktreife neue Innovationen gelingen. Das gelte beispielsweise für eine noch effektivere Umleitung des Sonnenlichtes auf die Siliziumzellen.
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