Berufskolleg fördert interkulturelle Kompetenz mit Praktikum in Maastricht

Von: dmd
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Jülich. Was ist heute wichtig, um beruflich durchstarten zu können? Fremdsprachenkenntnisse und eine Interkulturelle Kompetenzen gehören sicher zu den Schlüsselkompetenzen. Gelehrt werden diese Fähigkeiten am Berufskolleg Jülich in der Höheren Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung.

Der Bildungsgang dauert zwei Jahre, vermittelt Fremdsprachen,-Interkulturelle- und Informationskompetenz wie den schulischen Teil der Fachhochschulreife. Die Schüler erhalten nach erfolgreichen Abschluss eine bescheinigte Zusatzqualifikation, das sogenannte Euregiokompetenzertifikat.

Zuvor büffelten sie zwei Jahre Niederländisch und absolvierten im Rahmen des zweijährigen Bildungsganges ein dreiwöchiges Betriebspraktikum in Maastricht im Einzelhandel. Warum im Einzelhandel? „Weil hier die meisten Sprechanlässe stattfinden“, sagt Schulleiterin Heike Schwarzbauer. Es sei natürlich schwierig, schon nach einem Jahr Unterricht in der neuen Sprache zu arbeiten. „Doch Niederländisch ist uns zugänglicher, als andere Sprachen“, sagt Lehrerin Nicole De Bus, deshalb gehe der Spracherwerb sehr schnell.

Im Fach Informationskompetenz lernten die Schüler, was zu beachten ist, wenn ein Arbeitnehmer in Deutschland wohnt und in den Niederlanden arbeitet, wo die Steuern zu bezahlen sind und wie Internetrecherche funktioniert.

Der derzeitige Jahrgang absolvierte in der Vorweihnachtszeit die Praktikumseinsätze. Im Gespräch erzählten die Schüler von ihren Erfahrungen: „Ich hatte viel Kundenkontakt und mein Niederländisch hat sich sehr verbessert“, sagt Rene Pauli, der im Supermarkt Albert Heijn arbeitete.

Luke Durawski war bei H&M im Lager und in der Beratung beschäftigt. Saskia Barth leistete ihr Praktikum bei Hema, Sebastian Sieben im Nobelkaufhaus Bijenkorf, Nicole Vukmanic bei Mexx in der Kundenberatung. Gefallen hat es allen gut. Die Schüler machten die Erfahrung, dass sich der Umgang der Niederländer von deutschen Verhaltensweisen oft unterscheidet. Sie berichteten, dass der Kontakt mit Kunden locker und entspannt sei, es untereinander geduzt und gescherzt werde.

Dabei sei die Betriebshierarchie nicht sofort zu erkennen, denn selbst der Filialleiter scheute sich nicht Regale einzuräumen. Die Unterbringung der Schüler erfolgte in einer Jugendherberge, die anfallenden Kosten wurden mit Fördergeldern bezuschusst. Sowohl den Schülern hat der Aufenthalt und die Arbeit mit den niederländischen Kollegen gut gefallen, auch die Betriebe drückten ihre Zufriedenheit aus. „Unsere Schüler sind gerne gesehen“, sagt Nicole De Bus.

Sie hätten gute Umgangsformen, seien pünktlich und gut gekleidet. Mittlerweile ist es der dritte Jahrgang, der an dem Bildungsgang teilnimmt. Die Schüler konnten sich ihre Praktikumsplätze aussuchen, sie wurden über die Schule an Partnerbetriebe vermittelt. Das Resumé fällt einhellig positiv aus und Vukmanic sagt: „Es war eine megaschöne Zeit“.

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