Berufsinfomarkt ist längst ein Selbstläufer

Von: ptj
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Sas Prunkstück ist ein Boot: Die Tischlerinnung Düren-Jülich präsentiert ihre sozialen Projekte, die sie mit jeder Mittelstufe fertigt. Foto: Jagodzinska
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Eine 14-jährige Schülerin fühlt sich wie eine 90-Jährige: Isra Alla lässt sich Alterssimulationsobjekte anlegen, um die Einschränkungen alter und kranker Menschen nachempfinden zu können. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Ich fühle mich alt. Es ist sehr schwer, aber man kann sich bewegen“. So beschreibt die 14-jährige Schülerin Isra Alla, die zweifelsohne zu den interessiertesten und mutigsten unter den rund 1000 Besuchern des 6. Berufsinfomarktes im Berufskolleg zählt.

Sie ließ sich von Demenzberaterin Daniela Groß am Stand der Caritas einen Alterssimulationsanzug anlegen, versehen mit kraftreduzierenden Manschetten für Hände, Ellbogen und Füße und einer Halskrause. Damit nicht genug, simulierten Kopfhörer Schwerhörigkeit und Brillen Sehkraftverminderungen. „Die heftigste ist die Retinitis pigmentosa“, die eine Netzhautzerstörung zur Folge hat. Krönung der Simulationsausrüstung waren in der Wirkung verstellbare Alterstremor-Handschuhe, mit denen Isra schließlich nur mühsam in der Lage war, Caritas-Mitarbeiterin Diana Augusto eine Bluse zuzuknöpfen oder einen Fragebogen auszufüllen.

Wir bilden die Leute so aus, dass sie sich in die Gefühlswelt der zu pflegenden Menschen hineinversetzen können“, sagte Augusto. Ein zweites Beispiel aus den 63 Informationsangeboten des Berufsinfomarktes ist das ausbildungsmäßig breit gefächerte „Nelly-Pütz“-Berufskolleg. Mit zwei auf Wickelablagen positionierten Babypuppen als Eyecatcher bewarb die Schule ihren Berufszweig der Kinderpflege, ein „niedrigschwelliges Angebot“ einer zweijährigen Ausbildung, deren Voraussetzung ein zweiwöchiges Praktikum in einer Kindertagesstätte ist.

Werkstatt mit Diagnosefahrzeug

Zur Veranschaulichung des Ausbildungsberufs Kraftfahrzeugmechatroniker stand in der Werkstatt neben einer einfachen Beleuchtungsanlage und einer kleinen Messstation ein Diagnosefahrzeug bereit. „Diagnose und Messtechnik machen 75 Prozent der Ausbildung aus“, stellte Bildungsgangleiter Marcel Söns die raschen Entwicklungen im Berufsbild heraus.

Traditionell wird der Markt unter Federführung von Elisabeth Fasel-Rüdebusch vom Amt für Familie, Generationen und Integration der Stadt Jülich organisiert, in Zusammenarbeit mit den Verwaltungen von Aldenhoven, Linnich und Titz. Vertreten waren die Handwerkskammern, Kreishandwerkschaft und Innungen, Arbeitsagentur, Fachhochschulen und Forschungszentrum, zudem Einzelunternehmen von Apotheke bis Zoll.

Die Schüler von 16 Nordkreisschulen nutzten den zentral gelegenen Berufsmarkt, um sich über Berufsbilder zu informieren, Fragen zu stellen, erste Kontakte zu knüpfen, geöffnete Labore und Werkstätten zu besuchen und die angebotenen praktischen Übungen auszuschöpfen.

Duale Berufsausbildung im Blick

Ein Informationsschwerpunkt war die duale Berufsausbildung im Kreis Düren. „Die Chancen auf Ausbildungsplätze, auch noch für das kommende Ausbildungsjahr, stehen so gut wie lange nicht mehr“, motivierte Berufskolleg-Leiterin Heike Schwarzbauer in ihrer Begrüßungsansprache. Zudem betonte sie die aktuellen Möglichkeiten im Rahmen der Ausbildung, Umschulung und Weiterbildung.

Der Markt ist ein Selbstläufer“, freute sich Fasel-Rüdebusch, denn: „Wir wachsen jedes Jahr um ein paar Stände“. Als Schulträgervertreter eröffnete Kreisdirektor Georg Beyß offiziell „den Markt im besten Sinne“, bei dem „Angebot und Nachfrage zusammenkommen“.

„Ich habe keine Ahnung, was ich genau machen will. Deshalb ist es gut, sich hier genau beraten zu lassen“, sagte die 16-jährige Nesrin Borheicd. Die 17-jährige Laura Dudzman hingegen hat ihre Berufswahl schon getroffen. „Ich will Notfallsanitäterin werden. Das weiß ich seit meinem Praktikum in St. Hildegard.“

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