Bergleute schaffen ein Juwel unter Tage

Von: gre
Letzte Aktualisierung:
Der Gewölbekeller unter Haus
Der Gewölbekeller unter Haus Vahsen ist so riesig, dass sich Franz Fiedler darin fast verliert. Er denkt bereits über eine spätere Nutzung des Raumes nach. Foto: Greven

Aldenhoven. In Zeiten knapper Kassen bei der Öffentlichen Hand ist man dankbar für jede Eigeninitiative oder Hilfe von außen. In Aldenhoven kam sie mal wieder von den Bergleuten.

Der Bergmännische Traditionsverein, der sich vor fast zwei Jahrzehnten des Hauses Vahsen annahm und hier in der alten Scheune in mühevoller Arbeit das Bergbaumuseum und eine neue Heimstätte schuf, ist nun dabei, den riesigen Gewölbekeller unter dem ehemaligen Wohngebäude wieder aufleben zu lassen.

Das Haus wird größtenteils von der Jugendfördereinrichtung „Lapislazuli” genutzt. Das riesige etwa 16 Meter lange und 7 Meter breite Gewölbe stammt noch aus der Zeit des ehemaligen Kapuzinerklosters, welches hier um 1664 erbaut und bis 1802 von Mönchen bewohnt war.

Ehemaliger Weinkeller

Die Bergleute entdeckten in den Jahren 1996/97 das Gewölbe, als sie sich beim Ausbau des rückwärtigen Teiles in Richtung Hauptgebäude vorarbeiteten und hierbei auch auf die Grabkammer mit den Gebeinen ehemaliger Mönche stießen. Und hinter dieser Grabkammer liegt das große Gewölbe. Vermutlich diente es zu Mönchszeiten als Weinkeller.

Damals hat die Gemeinde das Gewölbe für sich entdeckt. Nach dessen Renovierung ist es einige wenige Male für kulturelle Zwecke genutzt worden, so für verschiedene Autorenlesungen. Aber es fehlten die Ideen und vor allem das Geld für eine sinnvolle kontinuierliche weitere Nutzung. Außerdem standen damals mit dem Ludwig-Gall-Haus und der Aula der Hauptschule weitere Räumlichkeiten zur Verfügung oder in der Planung für eine Nutzung als Unterhaltungsstätte im Raume.

Für beide Stätten zerschlugen sich diese Überlegungen. Beide sind der Hauptschule zur schulischen Nutzung übertragen. Ausgenommen ist ein Raum im Ludwig-Gall-Haus, in dem Trauungen stattfinden.

Als kürzlich im Aldenhovener Rathaus die Frage nach der weiteren Verwendung des inzwischen ungenutzten Gewölbekellers aufgeworfen wurde und sogar der Gedanke aufkam, es komplett zuzukippen, griff Ratsherr Franz Fiedler ein. In seiner Doppelfunktion als Vorsitzender der WOGA und des Bergmännischen Traditionsvereins konnte er es „nicht übers Herz bringen”, eine solche Einrichtung untergehen zu lassen.

Termin steht

Im Mai haben die Bergleute damit begonnen, den Raum zu säubern und die durch die Nichtnutzung hervorgerufenen Feuchtigkeitsschäden an dem 350 Jahre alten Gemäuer und der breiten Außentreppe zu beseitigen. Erneuert wurde auch die Elektroinstallation. Nun müssen noch die Kellerlöcher gegen eindringende Nässe geschützt und Malerarbeiten durchgeführt werden. Ende August soll alles fertig sein.

Keine Kneipe

Für Samstag, den 28. August, hat Franz Fiedler den Eröffnungstermin festgelegt. Danach kann das Gewölbe unter der Verwaltung und Aufsicht der Bergleute genutzt werden. Sie selbst wollen es nicht nutzen. Es soll auch keine Kneipe werden, obwohl die Gegebenheiten, wie die Theke, hierfür vorhanden sind.

Gleichwohl bietet der Raum eine Fülle von Möglichkeiten. Franz Fiedler denkt an eine Vermietung für kulturelle Zwecke, Lesungen und Musikveranstaltungen, oder auch als Verandtaltungsraum für Tagungen, Ausstellungen, Weihnachtsfeiern, Ritteressen, Weinproben. Er hofft darauf, dass das Gewölbe bald mit Leben erfüllt sein wird.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert