Jülich - Beratung für Ehrenamtler: Netzwerk wird aufgebaut

Beratung für Ehrenamtler: Netzwerk wird aufgebaut

Von: Nicola Gottfroh
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Karl Lohmer (l.), Gisela Krott (mitte) und Dieter Wintz (r.) beraten Menschen, die ihre Zeit sinnvoll für andere einsetzen möchten. Foto: Gottfroh

Jülich. Von dem so oft zitierten Aussterben des Ehrenamtes ist Jülich nicht betroffen, „absolut nicht”, wie Dieter Wintz deutlich betont. „Nach wie vor möchten in der Herzogstadt viele Menschen ehrenamtlich helfen. Das Engagement wächst und die Menschen fragen inzwischen qualifizierter nach solchen Stellen”, sagt er.

Die Menschen, die ehrenamtlich helfen wollen, aber nicht wissen wo und wie, werden von Wintz und seinen beiden Mitstreitern fachkundig unterstützt: Gemeinsam mit Gisela Krott, einer ehemaligen Oberkrankenschwester, und Karl Lohmer, der viele Jahre in der Öffentlichkeitsarbeit tätig war, leitet der Pfarrer im Ruhestand das Freiwilligen-Zentrum im Altenzentrum St. Hildegard.

Denn nicht jeder Freiwillige weiß, wo Hilfe gebraucht wird und welche Tätigkeit am besten zu ihm passt. „Wir bieten Interessierten einen Überblick darüber, wer sucht und wer gefunden werden möchte”, bringt es Gisela Krott auf den Punkt. „Wir verstehen uns als ein Forum. Man kann das Freiwilligen-Zentrum auch als eine Art Marktplatz betrachten, in dem Angebot und Nachfrage vernetzt werden”, ergänzt Karl Lohmer.

Seit sieben Jahren vermitteln sie Freiwillige an verschiedene Institutionen - und arbeiten in dem kleinen Büro im Altenzentrum natürlich selbst auch ehrenamtlich. Schließlich muss man mit gutem Beispiel voran gehen. Da ist sich das Trio einig.

107 Projekte in den verschiedensten Institutionen der Herzogstadt bieten Freiwilligen in Jülich die Möglichkeit, mit Zeit und sozialer Kompetenz zu helfen. Dabei gäbe es noch viel mehr zu tun für Ehrenamtliche: „Sportclubs, Mai- und Schützengesellschaften haben wir bislang noch gar nicht erfasst”, so Lohmer. Trotzdem umfasse das Angebot schon jetzt ein „Riesenfeld”.

Wer sich im Freiwilligen-Zentrum beraten lässt, der muss zunächst wissen, wo seine Interessen und Stärken liegen. Will man Armen und Bedürftigen helfen oder eher Frauen und Familien oder vielleicht sterbenden und kranken Menschen? In Jülich kann man sich aber auch bei Kirche und Jugend engagieren, Menschen im Alter einen Lichtblick verschaffen oder seinen Beitrag für Mensch und Umwelt leisten. „Diese Wahl ist eine ganz emotionale Sache. Da kommt es auch sehr auf die eigene Lebenssituation an”, sagt Dieter Wintz.

Wer sich jedoch für ein bestimmtes Arbeitsumfeld entscheidet, der erhält von dem Trio präzise Vorschläge. Und dieses Angebot der Freiwilligen-Beratung nehmen viele Menschen gerne in Anspruch. Derzeit sind rund 100 Freiwillige, Aktive und kurzzeitig Inaktive, beim Trio gemeldet. „Das schöne ist, dass sich die Freiwilligen aus allen Teilen der Bevölkerung zusammensetzen”, erklärt Gisela Krott.

Unter den Ehrenamtlern finden sich Männer, Frauen, Junge und Alte. „Altersmäßig gibt es kaum Grenzen”, erklärt Krott. So haben sich schon Schülerinnen im Teenageralter bei ihnen gemeldet, aber auch rüstige 80-Jährige. Der Löwenanteil der der Ehrenamtlichen setzt sich jedoch aus denjenigen zusammen, die das Berufsleben „hinter sich haben”, in Frührente oder im Ruhestand sind. „Gerade diese Leute wollen in ihrer Freizeit etwas Sinnvolles leisten”, sagt Karl Lohmer.

Im Freiwilligen-Zentrum gehe es aber nicht allein um die Vermittlung von Personen als reine Rekrutierung von Hilfskräften, betonen die Mitarbeiter. Inzwischen rücke man auch die Stärkung und Förderung des Ehrenamtes stärker in den Fokus. Dazu gehört auch, Kontakt zu Freiwilligen und Institutionen zu pflegen und die Fort- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen zu begleiten.

„Uns ist ein Feedback sehr wichtig. Und auch, dass bei uns die verschiedensten Informationen aus den Einrichtungen zusammenfließen, damit wir handeln und vermitteln können. Wir wollen ein Netzwerk aufbauen, in dem es leichter wird herauszufinden, wer wem hilft”, so Wintz. Derzeit plant das Trio, eine ehrenamtliche „Stellenbörse” für Jülich aufzubauen. „In Jülich gibt es viele Einrichtungen, die Hilfe benötigen. Und es ist ja so: Wer anderen hilft, der hilft sich selbst”, zieht Gisela Krott ein Fazit.

Freiwilligen-Vermittlung berät Ehrenamtliche

Die Freiwilligen-Vermittlung steht Interessierten jeden Dienstag, in der Zeit von 9.30 bis 11.30 Uhr, im Altenzentrum St. Hildegard zur Verfügung. Das Trio ist auch unter 02461/6226400 oder per E-Mail unter fwv@cv-dueren.de zu erreichen.

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