Jülich - Benefizkonzert erklingt am Karfreitag

Benefizkonzert erklingt am Karfreitag

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Jülich. Ein Benefizkonzert zugunsten des Vereins Jülicher Flüchtlingshilfe ist für Karfreitag, 25. März, um 17 Uhr in der Schloßkapelle Jülich geplant.

Cellosuiten von Johann Sebastian Bach und Gedichte von Nelly Sachs stehen auf dem Programm. Ausführende sind Susanne Trinkaus (Viola) und Klaus Kenke (Rezitation).

Die Cellosuiten von J.S. Bach waren bis vor etwa hundert Jahren fast in Vergessenheit geraten. Der große Pablo Casals hat sie für sich und damit für den Konzertsaal wieder entdeckt. Seither gehören sie zum Standard-Repertoire vieler Cellisten. Obwohl bei einer Übertragung auf die Viola keine Tonart verändert werden muss und der um eine Oktave höhere Klang seinen eigenen Reiz hat, gibt es wenige Bratschisten, die diese Werke zur Aufführung bringen. Zu keiner der Kompositionen gibt es Tempobezeichnungen, und da die originale Handschrift verloren gegangen ist, bleibt es dem Künstler überlassen, seine eigenen Vorstellungen individuell zu verwirklichen. Susanne Trinkaus spielt eine Viola von Mori Costa aus dem Jahr 1802.

Zusammen mit den Bachschen Suiten werden Gedichte von Nelly Sachs zu hören sein, vorgetragen von Klaus Kenke. Auch die Gedichte von Nelly Sachs sind fast in Vergessenheit geraten, obwohl ihr 1966 als einziger Lyrikerin deutscher Sprache der Literaturnobelpreis verliehen wurde. Das machte sie zwar selbst berühmt, aber ihre Gedichte blieben weitgehend unbekannt.

Dabei könnten sie in unserer Zeit nicht aktueller sein: Nelly Sachs hat 1940 im letzten Augenblick aus Berlin ihrer Deportation entfliehen können. In Schweden fand sie Asyl in einer Flüchtlingsunterbringung. Sie sah ihre einzige Aufgabe darin, den Ermordeten des Naziregimes mit ihren Gedichten Sprache zu verleihen.

„Die Bachschen Cellosuiten sind Musik, die einem die Seele wäscht,“ sagte einmal der Cellist Boris Pergamenschikow. Das gleiche könnte man von den Gedichten der Nelly Sachs sagen: ihre Poesie ist Sprache, die die Seele wäscht. Es wird kein Ticket benötigt, der Eintritt ist frei. Einlass eine halbe Stunde vor Beginn, freie Platzwahl, keine Eingangskontrolle, Platzreservierungen für Freunde nur bis eine Vierelstunde vor Beginn zugelassen. Es wird eine Spende erwartet für den Zweck des Benefizkonzerts „Jülich hilf“ (den Flüchtlingen) am Ende des Konzertes.

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