Benefizkonzert „Ein Boot gegen den Tod“ im Kulturbahnhof

Von: mio
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Melinda Veggian machte bei ihrem Auftritt zusammen mit „Third Hand“ ordentlich Stimmung. Foto: Mira Otto

Jülich. Insgesamt sechs Bands legten sich auf der Bühne des Kulturbahnhofes (KuBa) am Freitag für die Flüchtlinge ins Zeug. Mit dem Motto „Ein Boots gegen den Tod“ hatten die Musiker ein buntes Programm zusammengestellt.

Noch vor dem Konzert betrat Doris Vogel, Leiterin des Jülicher Sozialamtes, das Podest und eröffnete dem Publikum: „In Jülich befinden sich insgesamt 270 Flüchtlinge. Alle Bildungsschichten, vom Schreiner bis zum Akademiker, sind dabei.“ Und weiter: „Damit die Flüchtlinge hier Fuß fassen können, ist Bildung essenziell, und die Nachfrage ist da.“

Doris Vogel möchte zusammen mit ihrem Team auch Deutschkurse für Erwachsene finanzieren. Jedoch greift das Asylbewerberleistungsgesetz, also die Leistung vom Staat, nur für die Bildung von Kindern. Aufgrund dessen wird die Hälfte der Spenden, die während der ganzen Aktion eingenommen wurden, für Erwachsenenbildung eingesetzt. Der andere Erlös-Teil geht an Sea-Watch. Diese Organisation betreibt mit einem eigens angeschafften Schiff Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Während einer Videobotschaft an Jülich bedankten sich die beiden Schirmherren des Projektes Sea-Watch, Harald Höppner und Matthias Kuhnt.

Das Benefizkonzert wurde von der Band „John Born“ mit Pop und Rock eröffnet – darunter der neue Titel „Es bleibt noch Zeit“. Uwe Born (Gesang und Akustikgitarre) sagte zum Benefiz: „Wir Musiker sind ein Sprachrohr. Viel zu wenig Menschen tun ihre Meinung kund.“ Ulrich Knops (Schlagzeug) schloss sich an: „Uns kostet das nichts außer Zeit.“ Danach betrat „BluesAixport“ die Bühne und heizte mit Klassikern des Blues wie „Come On In“ von der Blues Band, dem ersten Song des Auftritts, ein. „Jeder kann mal in Not geraten. Da ist es sinnvoll, wenn mal jemand unter die Arme greift“, sagte Arne Schenk. Mit dem Einzug von gemischtem Artrock und einer mittlerweile vollen Kneipe im KuBa stellten „Third Hand“ ihre eigenen Songs vor. Darunter eine Welturaufführung (Arbeitstitel „Lisa“). „Es ist schön, Musik mit einem guten Zweck zu verbinden“, erklärte Schlagzeuger Ingo Baron zum Projekt und fügte an: „Mit dem Konzert können auch wir die Unterstützung praktisch ausführen.“

Virginia Lisken betrat die Empore und dankte allen, „die uns unterstützen und Spaß an Musik haben“. Sie performte unter anderem den Titel „Turn the paige“ von Bob Seger, der das Leben eines Musikers beschreibt, der ständig rastlos auf der Straße unterwegs ist. Lisken: „Wir sind in der Lage, den Flüchtlingen zu helfen, denn uns geht es gut.“

„Wir könnten einfach mal die Queen Mary zum Mittelmeer schicken“, schlug der Sänger Rolf Balgheim von „Bad Sign“ vor. „Dies könnte man beispielsweise finanzieren, indem man für den G7-Gipfel nicht so viel Geld ausgibt.“ Der Gruppe sei es ein Grundanliegen, auf die Flüchtlingsdebatte aufmerksam zu machen.

Zum guten Schluss betrat „6 aus 49“ die Bühne. Die Künstlergruppe spielte bekannte Songs der 70er bis in die Gegenwart. „Wir haben anlässlich der Veranstaltung musikalisches Material zu Frieden, Flucht und Freundlichkeit ausgewählt“, sagte Rolf Sylvester (Bass).

Das Benefizkonzert stellt jedoch nur ein „Finale“dar. Wochenlang sammelten Melinda Veggian und Virginia Lisken zusammen mit einem Team weitere Spenden von den umliegenden Geschäften und Passanten ein. Noch bis Freitag besteht die Möglichkeit, auf das Spendenkonto der Stadt Jülich einzuzahlen. Stichwort ist „Flüchtlinge_ein Boot gegen den Tod“. Konto bei der Stadt Jülich, Nr. 25411, Sparkasse Düren (BLZ 39550110). Die Spendenübergabe findet Anfang Juli statt.

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