„Bella Italia”: Stadtfest lockt Menschen in Scharen an

Von: ptj
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Das „italienische Jülich” g
Das „italienische Jülich” ging durch Leib und Magen. Francesco Ricca präsentierte einen Riesen-Provolone-Käse, Salami, Brot und andere Spezialitäten aus „Bella Italia”. Foto: Jagodzinska

Jülich. Mit Mandolinenklängen, strahlendem Sonnenschein und vielen gut gelaunten Menschen zwischen rot-weiß-grünen Fahnen ging das „Italienische Stadtfest” an der Bühne auf dem Markt offiziell an den Start.

Das Zupfmusikstück „La festa splendora” (das herrliche Fest), interpretiert vom Mandolinenorchester „Rurtal” Koslar, drückte aus, was ein begeisterter Italienreisender ganz anders auf den Punkt brachte: „Man fühlt sich auf einen Marktplatz nach Bozen versetzt.”

Die weit angereisten italienischen Händler aus Kalabrien, Umbrien, Sizilien und Südtirol dachten da wahrscheinlich eher an einen noch weiter südlich gelegenen Ort. Bürgermeister Heinrich Stommel zeigte sich bei seiner Begrüßung sehr angetan von den Fähigkeiten der veranstaltenden Werbegemeinschaft, die „sogar für italienisches Wetter gesorgt hat”.

Gemeinsam mit Stommel und dem Werbegemeinschaftsvorsitzenden Wolfgang Hommel eröffnete Francesco Ricca aus Kalabrien das Fest. Er bedankte sich herzlich für die Einladung und betonte die Bemühungen seiner Landsleute, das „Beste aus Italien” zu präsentieren.

Frisches (deutsches) Bier wurde gezapft und erste Konversationen der vielen „politischen Akteure” kamen an den Stehtischen vor der Bühne in Gang. Wer allerdings auf den über Holzkohlenfeuer gegrillen „Ochs am Spieß” wartete, musste sich noch bis zum gestrigen Sonntag gedulden. Als dann die Politikerschar zur Stadtfesteröffnung sogleich eine Fahrt auf dem Riesenrad unternehmen wollte, war die erst zum vierten Mal in Jülich aufgebaute Attraktion zunächst nicht in Betrieb, der Betreiber nicht aufzufinden, obwohl das zuvor abgesprochen war. „Da steht der Rat ratlos vor dem Rad”, philosophierte Stadtverordneter Jürgen Laufs augenzwinkernd.

Andere Besucher flanierten währenddessen über den in die Düsseldorfer Straße ausgelagerten Markt. Hier hörte man Worte des Lobes: „Der Markt sieht hier schöner aus, und die Geschäfte sind bestens integriert.” Besonderes Interesse erregten die vier süditalienischen Delikatessenstände in Bühnennähe mit den verschiedensten Käse- und Salamisorten, Wein, Gebäckspezialitäten, Feigen und Mandeln.

„Die beste Mandel aus Sizilien stammt aus Avola”, behauptete eine Händlerin. Ihr breit gefächertes kulinarisches Angebot reichte vom einfachen Mandelgebäck „Mandorla semplice” über die cremige Süßspeise in der frittierten Teigrolle „Cannoli siciliani” bis hin zur Honig-Nougat-Knabberei „Torrone Tenero”.

Der in Welldorf wohnhafte Sizilianer Carmelo Spadaro erstand derweil am Nebenstand den herzhaften Hartkäse „Provolone”, den „es hier höchstens auf dem Aachener Markt oder in Belgien gibt” und die „hier viel zu teueren Ac­ciughe (Sardellen)”. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, sich in der Muttersprache zu unterhalten.

In der gesamten Innenstadt tummelten sich die Aussteller. An der Ecke Kölnstraße/Poststraße etwa demonstrierte die „ADTV Tanzschule an der Zitadelle” Zumba im klassischen Workout mit lateinamerikanischen Rhythmen, ein Riesenteddy auf einem Segway zog besonders die Kleinsten an. PS-starke „Quads”, vierrädrige Motorräder, sowie ein Schnupper-Parcours für den „Segway” lockten in die Poststraße. Interessierte erprobten diesen „Personal Transporter”.

Anziehungspunkt war die riesige Automomeile mit mehr als 200 Neufahrzeugen und Vorführwagen von zehn Autohändlern und zwei Campingwagenanbietern. Originelle Aufschriften wie „Das wird meiner” oder „Sondermodell Jülich 10er” zogen die Blicke an. Publikumsmagnet schien nicht etwa ein schickes Hochleistungsfahrzeug, sondern ein Renault Twizy, ein zweisitziges Elektromobil mit hochklappbaren Türen, der „mit 80 km/h als Quad zugelassen ist”, wie Autohändler Dirk Spenrath betonte.

Dere verkaufsoffene Sonntag, das Rahmenprogramm und informative Angebote wie die zum Stadtfest-Thema passende Ausstellung „Italienische Renaissance am Niederrhein” des Fördervereins Festung Zitadelle lockte auch am zweiten Tag die Besucher in Scharen. Und das freundliche Wetter hielt zumindest bis zum Nachmittag.
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