Beim Männerballett und den „Stievmöttersches“ brechen alle Dämme

Von: Kr.
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Das Tanzpaar der KG, Steffi Schrader und Patrick Küven, erntete die erste Rakete des Abends. Foto: Kròl

Gevenich. „Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wäre die Welt?“ Mit diesem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe eröffnete Sitzungspräsident Willibert Maaßen die Kostümsitzung der KG „Gevenicher Jekke“. Er entfachte in der restlos besetzten Bürgerhalle ein närrisches Feuerwerk der Extraklasse.

Schon beim Einzug des Elferrates mit dem Trommler- und Pfeifercorps Kofferen kletterte das Stimmungsbarometer in die Höhe, und es sollte bis zur letzten Minute dort verharren. Es war eine ausgewogene Mischung mit Spitzenkräften des rheinischen Karnevals und tänzerischen Highlights aus den eigenen Reihen.

Um den Nachwuchs braucht sich die KG keine Sorgen zu machen. In der prächtig in den KG-Farben Rot-Weiß geschmückten Halle boten die Juniorengarde sowie Solomariechen Michelle Strömer eine tolle Leistung und ernteten stürmischen Applaus ebenso wie die Seniorengarde der KG .

Als Wirbelwind auf der Bühne entpuppte sich das KG-eigene Tanzpaar Steffi Schrade und Patrick Küven, die für ihre ausgezeichnete Darbietung, die erste Rakete des Abends ernteten. „Ihr werdet von Jahr zu Jahr besser “, freute sich Sitzungspräsident Maaßen.

Einen weiteren tänzerischen Leckerbissen servierte die Showtanzgruppe der KG, die in ländlichen Kostümen die Sendung „Bauer sucht Frau“ parodierte.

Seine Extraklasse als Unterhaltungskünstler bewies Bruce Kapusta, der Clown mit der Trompete, einmal mehr. Wenn er mitten im Saal auf dem Tisch steht und sein „Mädchen, Schokolädchen“ spielt, gibt es kein Halten mehr. Er war wieder einmal ein Garant für beste Stimmung.

Das gilt auch für Klaus-Jürgen Deuser, genannt Knacki, ein „Wirtschaftsflüchtling“ aus Koblenz, der seit 30 Jahren in Köln lebt.Er spannte den Bogen vom Senioren-Memory bis zum Mülltonnen-Raussteller-Opinion-Leader. Er wusste unter anderem auch, dass der irische Stepptanz eigentlich in den 80er Jahren am Chlodwigplatz in Köln erfunden wurde, und zwar in Birkenstocksandalen zur Musik von BAP. Dass es wirklich so war, bewies er mit einem urkomischen Stepptanz zu den Klängen von „Verdamp lang her“.

Eine große Nummer in der karnevalistischen Musikszene ist seit vielen Jahren das Showorchester „Die Kaafsäck“ aus Dürwiß. Mit ihrem Big Band-Sound brachten die Musiker unter Bandleader und Arrangeur Dieter Kaltenbach den Saal zum Kochen.

Das Rentnerduo Willi und Ernst, alias Willi Naumann und Ernst Schneider, starteten einen frontalen Angriff auf die Lachmuskeln der Gevenicher Narrenschar. Mit ihren schrägen Geschichten und passgenauen Witz liefen die beiden Rentner aus Leidenschaft, so lange die Medikamente reichten, zur Höchstform auf und sorgten für Riesenstimmung in Gevenich.

Den Stimmungsbogen hielt Bauchredner Peter Kerscher hoch, der mit seiner charmanten Kuh „Dolly“ , die jede Menge Frechheiten auf Lager hatte, die bunt kostümierten Närrinnen und Narren begeisterte. Einen schönen Kontrast zu den Büttenrednern boten dann „de Hoppemötzjer“, mit ihrem artistischen Tanzprogramm. Mit ihren atemberaubenden Hebefiguren zeigten sie Hochleistungssport auf der karnevalistischen Bühne.

Die „Stievmötterches“ sind Frauen der KG und ihre Freundinnen, die ein Gegenstück zum Männerballett bilden. Als Motorbienen aus den 70er Jahre rockten sie über die Bühne.

Ein weitere Höhepunkt der Kostümsitzung waren „Blom un Blömcher“, die zu den bekanntesten Parodisten des Kölner Karnevals zählen, die diesmal unter anderem Donald Trump auf Korn nahmen. Ihr Gassenhauer „Scheiss ejal, ob de Hohn bes oder Hahn“ durfte auch in Gevenich nicht fehlen und begeisterte das Publikum.

Das Beste kam zum Schluss: das Männerballett. Im typischen Outfit ließen sie als Tanzpaare, die Zeit des Rock‘n‘roll wieder aufleben. Zur Zugabe kamen die „Stievmöttersches“ ebenfalls auf die Bühne, und als die zusammen losrockten, brachen im Saal alle Dämme.

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