Beim "Internationalen Kochen" geht Integration durch den Magen

Von: ptj
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Kochen im Team macht Spaß“: Walburga Mertens (v.l.), Jinfang Xu, Christa Tauber und Elke Winkelbrandt. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Die fremdländischen Gerichte machen uns am meisten Spaß. Die deutschen kennen wir ja schon!“ Das sagen unisono Marlies Keil, Walburga Mertens, Inge Krasser, Elke Winkelbrandt und Christa Tauber. Anlass ist das „Internationale Kochen“ im Altenzentrum St. Hildegard.

Veranstalter sind der Jülicher Seniorenbeirat und der Integrationsausschuss. Sie beschlossen im Herbst 2013, Projekte zur Eingliederung ausländischer Mitbürger zu initiieren. Gewöhnlich sind es rund 15 Frauen, darunter die Hälfte ausländischer Herkunft, die einmal im Vierteljahr ein dreigängiges Menü aus wechselnden Ländern zubereiten, gemeinsam essen und wieder aufräumen. Die Teilnehmerinnen kommen bislang aus China, Deutschland, Frankreich, Libanon, Marokko, Russland und der Türkei – es fehlen noch männliche Mitstreiter.

Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist das türkische Gericht Schafskäse mit Petersilienfüllung als Vorspeise, als Hauptgericht „Frauenschenkel“, das sind in Aubergine aufgerollte Frikadellen. Dazu gab es Osmanischen Reis mit Kichererbsen, Mandeln, Pinienkernen und Hähnchenfleisch. Wegen der muslimischen Speisevorschriften bestanden die Frikadellen aus Rindfleisch, wie Martina Peters betont. Rücksichtnahme auf religiöse Speisevorschriften ist hier selbstverständlich.

Just beim 7. Kochevent sollte ursprünglich indonesisch gekocht werden. Doch viele Frauen hatten abgesagt, so dass ein typisch deutsches Rezepte herhalten musste. Die Internationalität verkörperte allein die Chinesin Jinfang Xu, immer mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen. In der Küche herrscht reges Treiben. Die Atmosphäre ist völlig entspannt, die Frauen sind augenscheinlich mit Freude bei der Arbeit. Nebenbei wird viel erzählt und gelacht.

Heute gibt es als Vorspeise eine fränkische „Flädle-Suppe“, das ist eine Rinderbrühe mit hauchdünnen Pfannkuchenstreifen als Einlage. Zum Hauptgang wird Tafelspitz mit Meerrettichgemüse und Kartoffeln gereicht, als Nachtisch lockt Schokoladenpudding mit Vanillesauce. Laut Inge Krasser gilt das Hauptgericht als „fränkisches Hochzeitsessen“. „Alle kochen gleichberechtigt, es macht immer sehr viel Spaß“, betonen die Kochfrauen. Soviel Spaß, dass Jinfang Xu ihr Interesse bekundet, zusätzlich montags gemeinsam mit dem Ehrenamtler-Team im Bonhoeffer-Haus zu kochen.

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