Beifallsstürme für Trompeter Schädlich in Weißrussland

Von: jago
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Die Uraufführung des Trompetensolos „Manhattan“ mit Sinfonieorchesterbegleitung wurde mit Beifallsstürmen honoriert.
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Musiker Martin Schädlich strahlt bei der Erinnerung an Brest. Foto: privat, Jagodzinska

Jülich. Martin Schädlich, in der Region bestens bekannt unter anderem durch seine Auftritte mit den „Juliacum Brassers“ oder musikalischen Workshops der Bläservielharmonie Hambach, gibt auch in der Kultureinrichtung „Haltestelle“ in Kempen Unterricht. Dort wurde der freiberufliche Trompeter in einer netten Gesprächsrunde von einem Akkordeonspieler eingeladen - mit Folgen.

„Du musst unbedingt mal bei uns zu Hause spielen“, hieß es. Eine spontane Zusage schwebte im Raum, doch „bei uns zu Hause“ bedeutete in diesem Fall nicht einmal gerade um die Ecke zu schauen, sondern eine Entfernung von etwa 1400 Kilometern zurückzulegen, um schließlich kurz hinter der polnischen Grenze in der weißrussischen Stadt Brest zu gastieren. Die Verlockung, als Gastsolist mit dem Sinfonieorchester Brest zu konzertieren, ließ die Entfernung in Gedanken jedoch mehr und mehr schrumpfen.

Und so machten sich Schädlich, seine Ehefrau und Andreas Baumann, der Leiter der Haltestelle Kempen, auf in den Südwesten Weißrusslands. Schon am zweiten Tag gab es die erste Probe. Auf dem Programm stand das Trompetenkonzert von Johann Nepomuk Hummel mit Martin Schädlich als Solotrompeter. In der Nachbetrachtung macht sich ein Strahlen in Schädlichs Augen bemerkbar, wenn er erzählt. „Gleich nach dem ersten Durchlauf hat das Orchester sehr herzlich applaudiert. Das war für mich eine große Anerkennung.“

Es sei auch eine gewisse Erleichterung gewesen, denn schließlich hatte er noch nie mit diesem Ensemble gespielt und kannte keinen einzigen der Musiker. Eine herzliche Atmosphäre lag dann von Beginn an über dem Konzert am dritten Tag, das mit einer Uraufführung aufwartete. Dass eine Komposition für Sinfonieorchester auf ein Blasorchester umgeschrieben wird, ist in der Welt der klassischen Musik keine Besonderheit, der umgekehrte Weg hingegen eine Rarität.

Das vom zeitgenössischen Komponisten Philip Sparke für Blasorchester arrangierte „Manhattan“ beschreibt in zwei Sätzen ein Wochenende in der Weltstadt New York und stellt an den Solisten allerhöchste Ansprüche mit besonderem Blick auf lyrische und technische Fertigkeiten.

Von Umsetzung begeistert

Martin Schädlich hatte seinen Musikerkollegen Johannes Meures gebeten, das Werk für ein Sinfonieorchester zu arrangieren. Das Ergebnis wurde Sparke vorgelegt, der von der Umsetzung begeistert war. So kamen die Zuhörer in Brest auch in den Genuss der Uraufführung des Trompetensolos „Manhattan“ mit Sinfonieorchesterbegleitung, die sie mit wahren Begeisterungsstürmen honorierten. Schädlich erinnert sich: „Nach der Zugabe kam ein kleiner Junge auf die Bühne und überreichte mir einen Strauß mit für die Region typischen Blumen. Einige Zuschauer kamen später zu mir hinter die Bühne und bedankten sich persönlich, ich hatte wirklich eine Gänsehaut.“

Das Konzert fand am Internationalen Frauentag statt, eine gute Gelegenheit für die Musiker, sich vor großem Publikum (rund 500 Zuhörer) bei ihren Frauen für ihre Unterstützung und Geduld zu bedanken. Auch Martin Schädlich schloss sich an und erfreute die Damen im Auditorium mit dem einzigen Satz, den er perfekt in der Landessprache gelernt hat: „Sprasnikom daragie gjenschschiné.“ (Wir bedanken uns bei unseren Frauen).

Für ihn waren die unglaublich herzliche Aufnahme und das virtuose Konzert ein fantastisches Erlebnis. „Es wäre schön, wenn wir den musikalischen Genuss von Sparkes in dieser Form einmaligem ‚Manhattan‘ auch einmal den Musikliebhabern hier in der Region bieten könnten“, sagt Schädlich zum Schluss des Gesprächs mit einem zuversichtlichen Lächeln.

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