Beide Komikerinnen zünden punktgenau ihre Pointen

Von: spl
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Der Lügendetektor-Test stellt
Der Lügendetektor-Test stellt Biggi Wanningers (l.) Wahrheitstreue auf die Probe - mit keinem guten Ergebnis. Hat Kollegin Anne Rixmann (r.) da etwas das Ergebnis manipuliert? Foto: Plahm

Jülich. „Erfolg macht sexy. Schade nur, dass es bei Biggi nicht geklappt hat”, amüsiert sich Anne Rixmann über ihre Mitstreiterin und Komikerkollegin, begleitet vom schallenden Lachen des Publikums.

Bis auf den letzten Platz hatte sich der Kulturbahnhof gefüllt, um Biggi Wanninger, die Präsidentin der Kölner Stunksitzung, gemeinsam mit Anne Rixmann, die ihren norddeutschen Dialekt immer wieder gekonnt einsetzte, bei ihrem Programm „200 Prozent Frauenquote. Frauen um die 50 sind schwer im Kommen” zu bewundern.

Dabei fehlte es den Damen weder an einer gehörigen Portion Selbstironie noch an ausgeprägtem Scharfsinn: Menschen aus Politik und Fernsehen sowie gesellschaftliche Klischees, sie alle bekamen auf charmante, bisweilen bissige Art und Weise ihr Fett weg.

„Wir sind ein Orakel, kein Callcenter”. Das musste sich etwa Reiner Calmund gefallen lassen, der scheinbar die Astrohotline der beiden Komikerinnen nutzen wollte, freilich eine Parodie auf die aus dem Boden sprießenden Astroshows im Fernsehen. Ähnlich erging es Karl-Theodor zu Guttenberg, Rainer Brüderle und Thilo Sarrazin.

Religionen auf dem Prüfstand

Doch sogar die Religionen kamen auf den Prüfstand. Stiftung Warentest habe Christentum, Judentum und den Islam einmal genauer unter die Lupe genommen. Die Bewertungskriterien: Aussehen, Anbetungs-Leistungsverhältnis und Erreichbarkeit.

So verzeichne zum Beispiel die „Bedienungsanleitung” des Judentums, obwohl sie schon sehr alt sei, einen „positiven Textbericht von User Moses”. Er bewerte die Navigationseigenschaften des Alten Testamentes als sehr positiv: „Sonst hätten wir nie aus Ägypten gefunden”, berichtete Moses. Insgesamt fehle aber bei den Verpackungen der religiösen Bedienungsanleitungen ein entscheidender Warnhinweis: „Glaube kann Kriege verursachen.” Auch die „Kleinanbieter”, wie die griechischen oder indischen Götter, fielen beim Test durch.

Schwungvoll war das Programm des Duos aber nicht nur wegen der stets punktgenauen Pointen, sondern ebenso wegen des Tempos. Die Abwechslung zwischen humoristischen Gesangseinlagen und Sketchen sorgte für kurzweilige Unterhaltung. Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel, reiche russische Frauen, Atom-Gegner, Jugendliche mit ihrem teilweise unverständlichem Umgangston, sie alle wurden, dem Klischee nach, gekonnt von den beiden Kabarettistinnen parodiert.

Das kam beim Publikum sehr gut an. Ein Angriff auf die Lachmuskeln, der mehr als zwei Stunden dauerte, dürfte alle Zuschauer mit einem beschwingten Gefühl ins wohlverdiente Wochenende geschickt haben. Der nicht enden wollende Applaus ließ das jedenfalls vermuten.
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