Koslar - Bei klirrender Kälte ist Christian Esser ein besonders gefragter Typ

Bei klirrender Kälte ist Christian Esser ein besonders gefragter Typ

Von: Vom Christina Diels
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Der nächste Kunde wartet schon: Kfz-Techniker Christian Esser am Steuer seines Abschleppwagens. Foto: Diels

Koslar. Christian Esser steckt den Schlüssel ins Zündschloss, wartet einen Augenblick und dreht den Schlüssel nach rechts. Nichts passiert. Drei Anläufe braucht der Kraftfahrzeug-Technikermeister, dann erst springt der der Motor seines roten Abschleppwagens an.

Kein Wunder, Essers treuer Helfer wartet schon die ganze Nacht und den ganzen Tag im kalten Schuppen auf einen Einsatz. Ein ganzer Tag ohne Pannenhilfe ist ungewöhnlich. Gerade im Winter.

„Wenn es kalt ist, gibt es mehr Pannen”, sagt Esser, der die Autowerkstatt seines Vaters in Koslar übernommen hat. „Bei diesen Minusgraden fällt die Elektronik gerne mal aus.” Gerade bei modernen Wagen versage sie.

Ob Winter oder Sommer, der Kfz-Technikermeister hält sich rund um die Uhr bereit. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, steigt er auf Abruf in seinen roten Wagen, um Fahrzeuge aus dem Graben zu ziehen oder Autowracks zu bergen. Esser kennt keine Ferien und keine Feiertage. Und er kennt auch keine Tages- und Nachtzeiten.

Betrieb an Weihnachten

„An Weihnachten bin ich jeden Tag einen Einsatz gefahren”, erzählt er. Da mussten sein fünfjähriger Sohn und seine hochschwangere Ehefrau ihn entbehren. An Silvester und Neujahr konnte er zu Hause bleiben und der rote Wagen im Schuppen. „Die meisten Leute sind vernünftig und nehmen sich ein Taxi an diesen Tagen”, erklärt sich Esser die Ruhe zum Jahreswechsel. Dass sein roter Wagen auch die ersten Tage im neuen Jahr weitestgehend im kalten Schuppen verbringt, führt er auf die Weihnachtsferien zurück.

Wenn er im Winter zur Pannenhilfe gerufen wird, unterscheidet Esser zwischen Tagen mit und ohne weißen Puder auf der Fahrbahn. „Wenn Schnee liegt, fahren die Leute automatisch langsamer”, sagt der Mann mit dem Blaumann, schwarzen Händen und der roten Käppi auf dem Kopf. „Schnee sieht man - Glatteis gegen nicht. Das ist viel gefährlicher, da kommt es häufiger zu Unfällen.”

Ob er im Hochsommer um drei Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen wird oder im tiefen Winter, spiele für ihn keine Rolle, sagt er und überlegt. Vielleicht doch? „Naja, wenn ich vom warmen Bett direkt auf die Autobahn muss, ist das im Sommer angenehmer als im Winter bei minus zehn Grad.”
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