Bei Essstörungen besteht großer Beratungsbedarf

Von: spl
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Jülich. Häusliche Gewalt, psychische Erkrankungen, problematische Lebenssituationen oder ähnliche Probleme sind in unserer Gesellschaft verbreiteter als viele wahrscheinlich vermuten.

Die Jülicher Beratungsstelle Fauen helfen Frauen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen und Mädchen ab 14 Jahren bei verschiedensten Schwierigkeiten durch Beratungsgepräche zur Seite zu stehen, um gemeinsam eine Lösung des Problems zur erarbeiten.

Dass die Beratung von den Betroffenen angenommen wird, zeigt die Statistik. Laut Jahresbericht 2010 gab es fast 1600 Beratungsgespräche mit insgesamt 268 Frauen und Mädchen. Rund die Hälfte der Betroffenen kam direkt aus der Stadt Jülich.

Häufige Beratungsgründe waren körperliche und psychische Gewalt sowie sexualisierte Gewalt. Aber auch Beziehungsprobleme, Trennung und Scheidung gehörten zu den oft auftretenden Problemen.

Besonders betont werden vom Verein im Jahresbericht 2010 allerdings die Essstörungen. Wie der Verein erklärt, handelt es sich um psychosomatische Störungen mit Suchtcharakter. Betroffene würden psychische Konflikte auf der Köperebene austragen.

Laut Frauen helfen Frauen sind etwa 90 Prozent der Essgestörten weiblich. Die wohl bekannteste Form der Esstörungen, die Magersucht, trete meist in der Pubertät auf, komme aber auch später vor. Das ständige Hungern führt im Extremfall zu Lebensgefahr.

Auch die Bulemie - als Ess-/Brechsucht bekannt - kann erhebliche körperlichen Schäden mit sich bringen, zum Beispiel Zahnverfall, Verletzung von Speiseröhre und Rachen oder Herzrhythmusstörungen.

Ebenfalls gefährlich ist die Binge-Eating-Störung, bei der es zu regelmäßigen Essanfällen kommt, die langfristig nicht nur Übergewicht, sondern zum Beispiel Diabetes, oder Herzinfarkt nach sich ziehen können.

Auch deshalb hat die Beratungsstelle ein vielfältiges Angebot für Frauen und Mädchen mit Essstörungen. Außer Beratung und Therapie für Betroffene gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit zur Einzelberatung für Mütter und weibliche Angehörige. Zudem vermitteln die Mitarbeiterinnen Kliniken, Therapeutinnen und Ärztinnen.

Weitere Beratungsmöglichkeiten gibt es für Lesben sowie für Personen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, ebenso wie für die Opfer von Stalking. Außerdem können Trauer, Sucht oder Migrationsproblematik angesprochen werden.

Zu den offenen Sprechzeiten kann jede Frau ohne Termin persönlich vorbeikommen, anrufen, um einen Termin zu vereinbaren oder - auf Wunsch auch ohne Namensnennung - telefonisch beraten werden. Kontakt per E-Mail info@frauenberatungsstelle-juelich.de oder Tel.: 02461/58282.
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