Jülich - Begegnung von Mensch und Patentier

Begegnung von Mensch und Patentier

Letzte Aktualisierung:
Foto Pate
So nah kommen sich Pate und Patentier einmal im Jahr im Brückenkopf-Zoo. Foto: Laura Broderius

Jülich. Den Schützling einmal ganz nah erleben – das wird den Paten des Brückenkopf-Zoos Jülich jedes Jahr am Zoopatentag ermöglicht. Tierpfleger Henri Fischer führt eine Gruppe von Tierpaten durch die Gehege und lässt Pate und Patentier einander näher kennenlernen.

Dabei wird zum Teil mit gefüttert, gestreichelt und nebenbei viel Neues über die Tiere erfahren. Bei einer Patenschaft unterstützt der Pate ein Tier seiner Wahl mit einem regelmäßigen Geldbetrag. Mit dieser Patenspende werden anteilig Futterkosten, Betreuung und Pflege des jeweiligen Tieres bestritten. Auch wird die Artenvielfalt des Zoos sowie der Zooverein selbst unterstützt. Jeder Pate erhält außerdem eine Jahresdauerkarte für den Brückenkopf-Park, um sein Patentier auch besuchen zu können – natürlich nicht so nah wie am Zoopatentag.

Die Kosten sind das größte Hindernis in der Umsetzung einer artgerechten Haltung. „Auch wenn wir die Hauptlast tragen, können wir die Gehege nicht ganz alleine finanzieren“, sagt Dr. Markus Boner, Vorsitzender des Brückenkopf-Vereins Jülich. „Wir sind auf Spenden und Investoren angewiesen. Dazu gehören zum Beispiel die Aachener Bank, die Sparkasse oder Privatinvestoren.“ Die Eröffnung des neuen Kängurugeheges (wir berichteten) wäre ohne eine Privatinvestition von 10 000 Euro nicht möglich gewesen.

Mehr Qualität

Trotzdem wird mehr Wert auf Qualität als auf Quantität gelegt. „Die Grundsatzdiskussion, dass Zoos die Freiheit der Tiere zu sehr einschränken und keinen artgerechten Lebensraum bilden, steht immer im Raum. Ich bin weder dafür noch dagegen. Ein Kompromiss zwischen den beiden Seiten zu finden, ist optimal. Wir wollen lieber weniger Tiere einer Art in einem größeren Gehege, als zu viele Tiere auf kleinem Raum“, betont Henri Fischer.

Und er kann mit einem Beispiel aus dem eigenen Zoo aufwarten. Um diesen Lebensraum der Tiere zu verbessern, soll das Wolfsgehege vergrößert werden. In diesem ist ein Erlebnisbereich geplant, der es den Besuchern ermöglichen soll, ganz nah mit den Wölfen in Kontakt zu kommen. Dafür soll eine Blockhütte inmitten des Geheges errichtet werden, die die Besucher und die Wölfe durch ein Lochblech voneinander trennt. Diese Löcher sind so klein, dass jede Gefahr ausgeschlossen wird, also auch kleinste Fingerchen nicht hindurch passen. Aber gleichzeitig besteht eine Kontaktmöglichkeit zwischen Mensch und Tier.

„Jede Vergrößerung kostet Geld. Jede Artenreduzierung kostet Besucher. Den Tieren mehr Platz zu geben und gleichzeitig den Reiz für die Besucher aufrecht zu erhalten, ist ein Balanceakt“, so Henri Fischer.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert