Jülich - Befürworter des Gästehaus-Projektes im Rat stabil

Befürworter des Gästehaus-Projektes im Rat stabil

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
waldratbu
Im Stadtrat ging es um Pläne, Wilfried Moll (Nabu) war „live” vor Ort. Er deutet auf die beiden grauen Rechtecke übereinander. Weite Teile der unteren Fläche sind für das Jugendgästehaus vorgesehen. Foto: Uerlings

Jülich. Tausende junge Bäume sollen dem Jugendgästehaus weichen. Das lässt viele Menschen in Jülich nicht kalt. So überraschte der große Andrang im Rathaus am Donnerstagabend nicht. Die Zuhörer erlebten eine engagierte Debatte, die aber unter einem Makel litt: Sie kam eigentlich viel zu spät, weil das Projekt weit fortgeschritten und viele Fakten geschaffen sind.

Allerings gab es im Vorfeld so gut wie keine Möglichkeit, zum Beispiel die Wahl des Standortes zu diskutieren. Das holte die Kommunalpolitik in einer Sondersitzung von drei Gremien nach. Vorweg bleibt festzuhalten: Die Front der Gästehaus-Befürworter mit CDU, Jül und FDP hielt stand.

Die Gegner - Grüne, SPD und ein Christdemokrat - hatten in allen Abstimmungen deutlich das Nachsehen. Wobei am Donnerstag nicht mehr über die Gästehaus als solches abgestimmt wurde, sondern über die rechtlichen Grundlagen zur Bebauung und Nutzung der Fläche.

Der Rat beschloss, alle Pläne erneut öffentlich auszulegen. Das bietet Gegnern in der Bürgerschaft die Chance, ihre Bedenken, Kritik und Einwände zu äußern. Die Frist beträgt vier Wochen, danach müssen sich die politischen Gremien damit auseinandersetzen.

In der Diskussion gab es vor allem Irritationen über die Position der Bezirksregierung in Köln. Die habe den Wunschstandort rechts der Container am Brückenkopf-Park kategorisch abgelehnt. Das sagte der Jülicher Beigeordnete Martin Schulz nach zwei Gesprächen mit einer führenden Vertreterin der Behörde.

Diese Darstellung bestätigte Bürgermeister Heinrich Stommel, der bei einem Termin dabei war. „Ich musste schon schwer dafür ringen”, dass dort überhaupt ein Standort fürs Gästehaus in Betracht gezogen werden könne, sagte der Verwaltungschef. Schriftlich hat das bis heute freilich niemand, erklärte Schulz auf Nachfrage.

Eine solch unmissverständliche Ablehnung wiederum haben die Jülicher SPD und Grünen auf eigene Nachfragen in Köln nicht feststellen können. Das soll nun geklärt werden, schriftlich versteht sich. Heinz Frey (Jül) macht die weitere Unterstützung des Projekts durch seine Fraktion von der Wahrhaftigkeit dieser Aussage abhängig.

Und das Thema Bäume spielte natürlich keine kleine Rolle. Etwa 11.000 befinden sich heute dicht an dicht nur auf der für das Gästehaus vorgesehenen Fläche. „Das muss aber durchforstet werden”, sagte Beigeordneter Martin Schulz. Nach Angaben von Fachleuten ginge es dann „nur noch” um 3600, wobei die Stadt ja eine Ausgleichsfläche anlegt.

Anke Talarek überreichte der Verwaltung inzwischen über 200 Unterschriften von Frauen und Männern aus Jülich, die sich gegen die Rodung aussprechen. Sie ließ am Gästehaus-Verfahren kein gutes Haar: „Wir haben hier nie diskutiert.

Ist das die Vorgehensweise für ein 8,1-Millionen-Projekt? Ich halte das für unseriös.” Harald Garding (SPD) interpretiert die auch von seiner Partei beim RP eingeholten Informationen so, dass die jetzt fürs Gästehaus vorgesehene Fläche keinesfalls alternativlos gewesen sei. Die Verlegung der Rurauenstraße und des Skaterbereiches im Park am Park „wären nicht nötig gewesen”.

Peter Hüvelmann (CDU) hält „diesen Standort nicht gerade für optimal”, aber wenn nur diese Fläche möglich sei, müsse man eben abwägen. Seine Partei habe keine Zweifel an den Aussagen von Martin Schulz. Zudem bestehe nun erneut die Möglichkeit, durch die Offenlage das zweite Meinungsbild der Bürger einzuholen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert