Aldenhoven - Befragung: Präferenz für Gesamtschule und Sekundarschule

Befragung: Präferenz für Gesamtschule und Sekundarschule

Von: gep
Letzte Aktualisierung:

Aldenhoven. In der Schulpolitik stochert die Gemeinde Aldenhoven nach dem Scheitern der Gesamtschule Aldenhoven/Linnich weiter im Nebel. Zwar liegt jetzt das Ergebnis der Befragung der Grundschüler-Eltern mit einer Rücklaufquote von fast 68 Prozent vor, doch gibt es viele Unbekannte im Spiel um die schulische Zukunft.

Abzuwarten bleibt etwa, ob im Frühjahr 2014 ausreichend Kinder für eine Beschuldung vor Ort ab Klasse 5 vorliegen werden. Wie Bürgermeister Lothar Tertel im Schulausschuss erläuterte. sind nach dem abgefragten „Meinungsbild“ 27 Eltern von Kindern der Grundschulklasse 3 „ganz bestimmt“ entschlossen, ihr Kind ab Klasse 5 in Aldenhoven anmelden zu wollen. Mit denen, die mit „Eher ja“ geantwortet haben, sind es 64. Tertel: „Wir brauchen 50.“

Diese Zahl ist erforderlich, um mit einer Partnerkommune eine Gesamtschule, die bis zum Abitur führt, oder eine Sekundarschule mit je zwei Standorten mit je mindestens 50 Schülern einrichten zu können. Ein Alleingang wäre illusorisch, dazu wären 100 bzw. 75 Anmeldungen nötig. Es werde jedenfalls eine „knappe Kiste“, so der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Georg Krapp. Aus den Befragungsergebnissen ergibt sich, so folgerte Markus Buder (SPD), mit 69 Eltern-Voten eine „klare Tendenz wieder in Richtung Gesamtschule“. Für eine Sekundarschule sprachen sich mit 27 „relativ wenige“ Eltern aus, stellte Ausschussvorsitzender Udo Wassenhoven (SPD) fest.

Auf Wassenhovens entsprechende Frage votierte niemand im Ausschuss für eine „Ertüchtigung“ von Haupt- und Realschule, die beide drastisch sinkende Schülerzahlen verkraften müssen. Leo Neulen (CDU), zugleich Kreistagsabgeordneter, unterstrich das Ziel, eine Beschulung im Sekundarbereich vor Ort zu gewährleisten, die Schulform selbst sei zunächst zweitrangig. Auf dem Spiel, so wurde auf der Sitzung des Ausschusses deutlich, steht viel für Aldenhoven.

„Es geht nur noch ein Schuss“, so der Fraktionsvorsitzende der Freien Liberalen, Willi Zander. Und der „letzte Schuss“ muss „im nächsten Jahr“ erfolgen, betonte Christdemokrat Krapp. Er wies auf die „schulfachliche Warnung“ der Bezirksregierung Köln hin. Anderenfalls drohten Schulschließungen. Einvernehmen zwischen den Fraktionen war, zunächst die Befragungsergebnisse der Eltern in Linnich abzuwarten, um diese dann auswerten zu können.

Bedauert wurde allerdings in den Fraktionen, dass die beiden Kommunen keinen identischen Fragenkatalog erarbeitet haben. Wichtigster Unterschied: Die Eltern in Linnich werden auch befragt, ob sie auch Interesse an der Primus-Schule hätten. Diese Schulform, die in NRW als Schulversuch läuft, umfasst die Klassen 1 bis 10. An bis zu 15 Schulen im Land soll ab Sommer 2014 getestet werden, ob längeres gemeinsames Lernen zu besseren Abschlüssen führen kann. Die Frage nach der Primus-Schule sei aber in Aldenhoven, so Wassenhoven und Tertel, „bewusst ausgeklammert“ worden, um die Eltern nicht weiter zu verunsichern.

„Entscheidend“ für Aldenhoven, so Dieter Forning von der Freiel Wählergemeinschaft (FWG), sei jedenfalls, „wie Linnich agiert“. Krapp sprach sich dafür aus, bei der Bezirksregierung nachzufragen, ob es unter Umständen möglich sei, notfalls „eine Dritten mit ins Boot zu holen“.

Und Zander brachte als Alternative einen „Anschluss an eine bestehende Schule“ ins Gespräch – gemeint waren neben Niederzier/Merzenich die Gesamtschule der Stadt Hückelhoven und die Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf. Froning betonte aber, um Missverständnisse zu vermeiden: „Unsere Präferenz ist Linnich.“ Und ein Zusammengehen mit Titz, das mit Jülich gegen die gemeinsame Gesamtschule geklagt hatte, sei „unrealistisch“.

Zugleich soll für die Eltern in Aldenhoven ein weiterer Informationsabend organisiert werden, um noch bestehende Unklarheiten über die Gesamtschule und die Sekundarschule auszuräumen. Bürgermeister Tertel: „Der Trend steht fest. Jetzt heißt es zu überzeugen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert