Düren - Beachvolleyballerin Ilka Semmler aus Kreuzau startet bei Olympia

Beachvolleyballerin Ilka Semmler aus Kreuzau startet bei Olympia

Von: kin
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Ilka Semmler (rechts) aus Kreu
Ilka Semmler (rechts) aus Kreuzau und Katrin Holtwick haben am Samstag ihren ersten Olympiaeinsatz in London.

Düren. Für die Kreuzauerin Ilka Semmler geht dieser Tage ein Traum in Erfüllung. Die 26-jährige Beachvolleyballerin ist die einzige Olympia-Teilnehmerin aus dem Kreis Düren. Seit Mittwoch ist Semmler bereits in London und bereitet sich auf ihren ersten Olympia-Einsatz am Samstag Vormittag in der britischen Hauptstadt vor.

Im „DN”-Interview erzählt die Sportlerin, warum sie nicht an der Eröffnungsfeier teilnimmt und welchen Stellenwert Olympia für sie hat.

Wie nervös sind Sie? Fühlen Sie sich anders als vor „normalen” Wettkämpfen?

Ilka Semmler: Ich bin sehr nervös, und es ist definitiv anders als vor normalen Wettkämpfen. Ich fände es aber auch komisch, wenn das nicht so wäre. Wir haben so viele Turniere im Jahr, dass sich da schon eine gewisse Routine entwickelt hat. Jetzt war schon die Anreise nach London komplett anders. Zum Beispiel weil wir ja in vorgeschriebenen Klamotten reisen mussten.

Sie meinen das Outfit der deutschen Olympiamannschaft. Was genau hatten Sie denn an?

Semmler: Eine beige-graue Hose, ein dunkelblaues Polohemd und eine pinkfarbene Jacke.

Gefallen Ihnen die Sachen?

Semmler: Es ist nicht zu hundert Prozent mein Geschmack. Die Sachen sind sehr farbenfroh, und es ist sehr viel Pink dabei.

Was werden Sie beim Einmarsch der Teams bei der Eröffnungsfeier anhaben?

Semmler: Ich bin leider bei der Eröffnungsfeier nicht dabei. Meine Teamkollegin Katrin Holtwick und ich haben unser erstes Spiel am Samstag um 10 Uhr, das heißt wir müssen um sieben Uhr aufstehen. Die Eröffnungsfeiern dauern vier, fünf Stunden, das heißt eine Teilnahme wäre keine gute Vorbereitung.

Sind Sie da nicht sehr traurig, immerhin gilt die Eröffnungsfeier als einer der Höhepunkte der Spiele?

Semmler: Sicher, und wir haben auch die ganze Zeit gehofft, dass wir nicht samstags früh spielen müssen. Jetzt ist das aber so und da stand die Teilnahme an der Eröffnungsfeier überhaupt nicht zur Debatte. Wir müssen halt zur Schlussfeier gehen.

Warum sind die Olympischen Spiele für Sie so etwas Besonderes?

Semmler: Ich glaube, das sind sie für alle Sportler. Eine Veranstaltung wie Olympia gibt es sonst nicht. Und es gibt sie nur alle vier Jahre. Wir haben uns im Jahr 2008 entschieden, dass wir bei Olympia 2012 dabei sein wollen und vier Jahre intensiv darauf hin gearbeitet. Jetzt sind wir dabei. Das ist toll. Und fraglich ist ja auch, ob wir noch ein zweites Mal diese Chance bekommen.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Semmler: Auf das Olympiastadion bin ich schon sehr gespannt. Das muss absolut gigantisch sein. So etwas hat man als Beachvolleyballer noch nicht erlebt.

Das Stadion hat Platz für 15.000 Zuschauer. Macht Ihnen das nicht ein bisschen Angst?

Semmler: Überhaupt nicht. Ich habe gehört, dass die Tickets für Beachvolleyball sogar extrem schnell weg waren. Da würde es mich eher ängstigen, wenn das Stadion nur halb voll wäre. Ich hoffe, dass viele Leute kommen.

Werden Ihre Eltern dabei sein?

Semmler: Ja, meine Eltern und mein Bruder sind die ganze Zeit in London.

Wohnen Sie im Olympischen Dorf?

Semmler: Ja, wir bilden quasi eine Wohngemeinschaft mit dem zweiten deutschen Beachvolleyball-Team und unserer Physiotherapeutin. Das wird bestimmt lustig. Und ich hoffe, dass wir auch viel Kontakt zu anderen Sportlern bekommen werden. Gerade in der riesigen Mensa, wo ja alle zusammen essen, können wir bestimmt viele Leute treffen. Ich glaube, dass das sehr cool wird.

Welches sportliche Ziel haben Sie sich gesetzt?

Semmler: Wir spielen in Gruppenphasen, es gibt sechs Vierergruppen. Unser erstes Ziel ist, dass wir Gruppenerster oder Gruppenzweiter werden, damit wir weiter kommen. Danach müssen wir gucken. Die Saison hat gezeigt, dass im Augenblick jeder jeden schlagen kann. Ich glaube, dass bei Olympia alles drin ist.

Wenn Sie an der Schlussfeier teilnehmen möchten, heißt das, dass Sie auf jeden Fall bis zum Ende der Spiele in London bleiben?

Semmler: Ich denke schon, wir haben jedenfalls unser Zimmer im olympischen Dorf für die ganze Zeit. Wir hoffen natürlich, möglichst lange im Turnier zu bleiben.

Haben Sie Gelegenheit, sich Wettkämpfe in anderen Sportarten anzugucken?

Semmler: Das hoffe ich sehr. Leichtathletik interessiert mich, und auch Tennis und Badminton.

Sie sind die einzige Olympionikin aus dem Kreis Düren. Wann waren Sie eigentlich das letzte Mal zu Hause in Kreuzau?

Semmler: Das ist schon sehr lange her. Ein fester Termin für Besuche zu Hause ist Weihnachten, da bin ich immer in Kreuzau. Ansonsten fehlt mir die Zeit. Wir sind unglaublich viel bei Turnieren unterwegs, und wenn nicht, bin ich auch gerne in meiner neuen Heimat Berlin. Weil mein Bruder auch in Berlin lebt, kommen meine Eltern uns oft hier besuchen.

Ilka Semmler hat vor 17 Jahren angefangen, beim TC Kreuzau Volleyball zu spielen. Seit zwölf Jahren pritscht und baggert sie im Sand. Gemeinsam mit Katrin Holtwick, mit der sie seit sechs Jahren ein Team bildet, wurde sie Deutsche Meisterin und vor zwei Jahren Vize-Europameisterin. Ilka Semmler studiert in Berlin Rehabilitationspädagogik und ist ein gefragtes Modell unter anderem für Unterwäsche. Regelmäßig ist sie bei Stefan Raabs Fernsehshows zu Gast.
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