Bauliche Mängel: Kirchbergs größte Halle wird geschlossen

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
11848738.jpg
Die Starkstromleitung für die provisorische Heizung der Bürgerhalle Kirchberg ist unorthodox verlegt. Eine Dauerlösung wird es jedenfalls kurzfristig nicht geben. Im späten Frühjahr wird die Veranstaltungsstätte geschlossen – bis auf weiteres. Foto: Uerlings

Kirchberg/Jülich. Die Tage der Bürgerhalle Kirchberg sind gezählt. Die größte Veranstaltungsstätte im rund 1700 Einwohner zählenden Jülicher Ortsteil wird nach dem Schützenfest an Pfingsten Mitte Mai geschlossen – bis auf weiteres. Bauliche Mängel lassen nach Angaben der Stadtverwaltung den Betrieb darüber hinaus nicht zu.

Defekte in der Heizungs- und in der Lüftungsanlage sowie ein statisches Problem in der Decke der Halle seien ausschlaggebend. Die Jülicher Verwaltungsspitze um Bürgermeister Axel Fuchs hat den Kirchberger Vereinen die Übergangszeit in diesem Jahr noch zugestanden, danach aber ist Schluss – und eine Lösung tut not. Der Kirchberger Ortsvorsteher Helmuth Kieven formuliert es so: „Ohne eine solche Versammlungsstätte ist Kirchberg nur noch ein Schlafdorf.“

Das Problem kommt nicht aus heiterem Himmel und könnte – in vielleicht anderer Form – weitere Bürgerhallen und Versammlungsräume in der Stadt und den Ortsteilen betreffen. Auch hier gibt es Staus in der Bauunterhaltung. Seit Mitte des letzten Jahres liegt ein Bericht der Bürgerhallenkommission vor, der von den politischen Gremien zwar entgegen genommen wurde, aber bislang keine Folgen gezeigt hat. Diese Sonderkommission mit Vertretern aller Fraktionen plus Verwaltung hat alle Räume und Hallen dieser Art unter die Lupe genommen und bewertet. Hierin ist schon zu lesen, dass die Kirchberger Halle geschätzte Bauunterhaltungskosten von über 320.000 Euro in den nächsten fünf Jahren verursachen wird – das ist der höchste Wert nach der Stadthalle (440.000 Euro).

Auch die Bürgerhallen in Bourheim, Broich, die Alte Schule Barmen und Mehrzweckgebäude in Stetternich und Kirchberg (Alte Schule) schlagen mit teilweise hohen sechsstelligen Summen für die weitere Unterhaltung zu Buche. Das ist aber nur ein Aspekt, der bewertet wurde.

Nun ist die Halle in Kirchberg der erste Fall, der von Rat und Verwaltung eine Reaktion verlangt. „Der Bürgermeister stellt sich der Diskussion mit den Kirchberger Vereinen und will eine gemeinsame Lösung suchen“, sagte am Dienstag Beigeordneter Martin Schulz gegenüber der Redaktion. Einen Gesprächstermin soll es übernächste Woche geben. Das bestätigt auch Ortsvorsteher Helmuth Kieven, der in der nächsten Woche zunächst den Austausch mit der Dorfgemeinschaft sucht, bevor man in die Debatte mit Axel Fuchs einsteigt. Festlegen auf Lösungen wollte sich Kieven vorab nicht. Nur so viel: „Ohne Investitionen geht‘s nicht auf Dauer.“

Natürlich liegen einige Ersatzmöglichkeiten auf der Hand, weil sie in anderen Stadtteilen schon realisiert werden: Von der Zeltlegung in den Veranstaltungsphasen des Jahres über eine Leichtbaukonstruktion bis hin zur Sanierung der vorhandenen Bürgerhalle reichen die Möglichkeiten. Alle Optionen haben Vor- und Nachteile sowie eine Gemeinsamkeit: Sie dürften ordentlich Geld kosten und werden sicher von den Vereinen in der ganzen Stadt mit Argusaugen betrachtet, die für sich dann eine Gleichbehandlung beanspruchen. Insofern ist der „Fall Kirchberg“ richtungsweisend.

Es gibt den Spruch, dass nichts haltbarer oder besser ist als ein gutes Provisorium. Das trifft in Kirchberg zu. Weil die alte Heizung defekt ist, musste eine Übergangslösung her. Außen wurden Strippen gezogen, die jetzt die Stromheizung (!) speisen. Effekt: Der Energieverbrauch ging dramatisch zurück. In der Verbrauchs-Bewertung der Bürgerhallenkommission liegt die Halle nun sogar auf dem besten Platz der ganzen Stadt. In allen anderen Tabellen rangiert sie allerdings im unteren Drittel.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert