Bauhof bunkert 300 Tonnen Streusalz

Von: Volker Uerlings
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Leise rieselt das Salz: Bauhof
Leise rieselt das Salz: Bauhofleiter Markus Danz in der neuen zusätzlichen Halle Sie wurde in den letzten Tagen mit 230 Tonnen Auftauhilfe gefüllt.

Jülich. Der „Jahrhundertwinter” 2010/11 war über Monate das Thema schlechthin. Die weiße Pracht im Übermaß samt Frost hat nicht nur in der Saison die Winterdienst-Spezialisten in der Region über Gebühr beschäftigt.

Sie haben sich intensiv mit der nicht immer einfachen Situation auseinandergesetzt. Das Ergebnis im Bauhof Jülich ist eindrucksvoll: In den letzten Tagen erreichte ein Streusalz-Konvoi das Betriebsgelände in Koslar. Die Herzogstadt hat ihren Vorrat an Ort und Stelle gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht.

Im Winter 2010 lagerten dort 70 Tonnen in zwei Silos, was für etwa drei Tage extremer Witterung ausreichte. Die Hochspeicher sind jetzt auch bis zum Rand gefüllt, allerdings befinden sich in einer zum Salzdepot umfunktionierten ehemaligen Gerätehalle weitere 230 Tonnen. Damit dürfte die Stadt etwa zehn Tage lang bei Blitzeis und massiven Schneefälle handeln können.

„Wir können jetzt eine längere Schlechtwetterlage problemlos überstehen. Ich fühle mich erheblich sicherer als im letzten Jahr”, gesteht der Bauhof-Leiter. Markus Danz und sein Team räumen ein, Lehren gezogen zu haben, aber: „Man muss eben auch sagen, dass es in einer ganz besonderen Situation niemals ohne Behinderungen abgehen wird.”

Weil der vom Lieferanten versprochene Nachschub im Dezember und Januar ausgeblieben ist, haben die Städte und Gemeinden des Kreises Düren nun vorgebaut: Im ehemaligen Bundeswehr-Munitionsdepot in Düren-Gürzenich „bunkern” sie buchstäblich Nachschub. Im Falle von Jülich sind das weitere 300 Tonnen, die kurzfristig nach Koslar transportiert werden können. Der Kreis hat für alle seine Kommunen nach einer europaweiten Ausschreibung eingekauft.

Die Herzogstadt hat noch mehr getan, informiert Markus Danz. So wurde die Ersatzbeschaffung für die 16 Jahre alten Streugeräte vorgezogen. Sie werden in Kürze geliefert. Bereits zur Verfügung stehen die Nachfolger der 30 Jahren alten Schneeschilde, die bei der Räumung eingesetzt werden. „Außerdem haben wir einen zusätzlichen Schlepper beschafft, der im Bereich der Friedhöfe für Sicherheit sorgen soll”, erklärt der Bauhofchef, der auch die Streupläne überdacht hat: „Wir werden dem Schul- und Kindergartenverkehr in besonderer Weise Rechnung tragen und schneller da sein.”

Was hat im letzten Winter nicht funktioniert? Laut Danz hatte Jülich ausreichend Salz bestellt, aber nicht bekommen. Die Stadt allein, selbst der gesamte Kreis, habe nicht die „Position”, um feste Verträge mit den Lieferanten zu schließen, die Nicht-Lieferung unter Strafe stellen. Das fängt erst bei „großen Nummern” wie dem Landesbetrieb Straßen an, der tausende Tonnen täglich benötigt.

„2010 hatten wir 70 Tonnen in unseren Silos plus Split. In milden Wintern ist das ausreichend. Und wir sind wie in den Jahren zuvor davon ausgegangen, dass wir in zwei Werktagen bei Bedarf nachbeliefert werden”, blickt Danz zurück. Es kam bekanntlich anders. Mit insgesamt 600 Tonnen Streusalz liegt Jülich nun erheblich über der Empfehlung des Düsseldorfer Fachministeriums, das drei Tonnen pro Straßenkilometer für ausreichend hält. Im Falle der Herzogstadt wären das 450 Tonnen.

Sollte Väterchen Frost abermals erbarmungslos zuschlagen, wollen Stadt und Bauhof im Rahmen der „Katastrophenhilfe” erneut auf die Unterstützung örtlicher Landwirte zurückgreifen. Das sorgt vor allem in den Stadtteilen schnell und unbürokratisch für Entlastung.

Bei derlei Vorbereitungen wäre es freilich auch keine Überraschung, wenn der große Schnee bis auf weiteres ausbleibt...
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