Jülich - Bauer des Dreigestirns verletzt Frau mit Dreschflegel

Bauer des Dreigestirns verletzt Frau mit Dreschflegel

Von: hfs.
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Jülich. Wegen eines minderschweren Falls von Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht Jülich unter Vorsitz von Richterin Grahn am Mittwoch einen 46-jährigen Jülicher zu 120 Tagessätzen von je 50 Euro.

Damit ahndete das Gericht einen Vorfall, der sich im Februar 2015 nach der Damen-Karnevalssitzung im Ortsteil Lich-Steinstraß zugetragen hatte und den Angeklagten nun vor das Gerichts brachte.

Das geschah auf Antrag von Amtsanwalt Kück aus Aachen, denn der hatte nach einer Anzeige den Fall ins Rollen gebracht und den Jülicher wegen „gefährlicher Körperverletzung“ angeklagt, dem bei einer Verurteilung als Mindeststrafe, so auch seine Forderung im Plädoyer, sechs Monate Gefängnis bei einer Bewährung von drei Jahren drohten. Richterin Grahn blieb in ihrem Urteil unter dieser Forderung und brummte dem Angeklagten die genannte Geldstrafe auf. Sie begründete das unter anderem damit, „dass der Angeklagte provoziert worden war“.

Was war geschehen? Der Geschäftsmann fungierte in der Vorsession als Bauer des Lich-Steinstraßer Dreigestirns. Bei dessen Auszug aus dem Festzelt kam es zu einem Tumult, um dessen Aufklärung sich nun das Gericht bemühte. „Ich habe ihn verbal attackiert, ich habe aber nicht geschlagen“, sagte die Nebenklägerin, eine 43-Jährige aus Jülich. Sie könne sich nicht mehr erinnern, was sie genau gesagt habe – nur an einen Schlag mit dem Dreschflegel, dem Symbol eines „Bauern“ im rheinischen Karneval, „der mich zu Boden brachte“.

Dass sich die Auseinandersetzung so abgespielt hat, bestätigten zwei Zeuginnen. Sie berichteten übereinstimmend, dass die Frau auf den Angeklagten zugegangen sei. Nach einem kurzen Wortgefecht, „Auge in Auge“, wie der Amtsanwalt formulierte, habe dann der Angeklagte mit dem Dreschflegel in Richtung Schulter und Kopf zugeschlagen. Die daraus resultierenden Verletzungen wie eine Schädelprellung und Blutergüsse wurden im Krankenhaus Jülich attestiert, wohin die Ärztin direkt nach dem Vorfall gebracht worden war.

Den direkten Schlag wollte der Angeklagte aus Jülich nicht getan haben. „Beim Auszug erhielt ich plötzlich einen Schlag ins Gesicht, ich habe dann den Dreschflegel weiterhin im Rhythmus der Ausmarschmusik geschwungen.“ Dass er dabei die Nebenklägerin erwischt habe, habe er nicht gesehen. „Wie ich auch zuvor die Frau nicht gesehen habe.“

Rechtsanwältin Prümm aus Eschweiler, die die 43-Jährige vertritt, hält das für einen Widerspruch. Schließlich habe er doch nach dem Auszug im Vorzelt die Äußerung getan. „dass ich von der (...) geschlagen wurde“. Diese Aussage wurde von zwei Zeugen bestätigt, die auch gesehen hatten, dass der Bauer unter einem Auge geblutet habe und seine Brille defekt gewesen sei.

Woher diese Verletzungen letztlich stammten, ob und von wem es diesen Schlag in Richtung Bauer gegeben habe, konnte vor Gericht nicht geklärt werden. Für die Richterin war aber zweifelsfrei bewiesen, dass der Angeklagte geschlagen hat. „Aber es steht auch fest, dass er provoziert wurde.“ Die 43-jährige Jülicherin habe das Geschehene eingeleitet.

Zuvor hatte Anwalt Peter Capellmann für den Angeklagten einen Freispruch beantragt – „wegen einiger Widersprüchen bei den Aussagen“. Der Sitzungspräsident hatte als Zeuge ausgesagt, dass die Nebenklägerin ihn ebenfalls verbal attackiert habe. Zu einem Zeitpunkt allerdings, als sie den Aussagen der Zeuginnen nach „bereits zu Boden gelegen hatte“. Ob Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt werden, ließ Capellmann offen.

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