Bauarbeiten am Rurdorfer Hang: Stocksauer auf den Wasserverband

Von: Otto Jonel
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Hier, an der Zufahrt zum Rurtalstadion, will der Wasserband Eifel-Rur seine Baustelle einrichten. Rurdorfs Ortsvorsteher Jürgen Schütz befürchtet massive Auswirkungen auf den Sommer-Cup des FC Rurdorf. Foto: Jonel

Linnich. Die Empörung hing im Linnicher Rathaussaal wie ein Sommergewitter – und brach sich grollend und donnernd Bahn. Allen voran Rurdorfs Ortsvorsteher Jürgen Schütz (CDU) blitzte vor Verärgerung. „Das ist eine absolute Unverschämtheit!“, schäumte er.

Auslöser dieses „Unwetters“ war der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) mit seiner Ankündigung, unmittelbar nach Pfingsten mit der Sanierung des Pumpwerks im Kreuzungsbereich von Alte Kirchstraße, Rurtal­straße und Tannenhain in Rurdorf beginnen zu wollen. Schütz und später SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Friedrich Oetjen sahen in dieser Vorgehensweise einen eindeutigen Bruch dessen, was im Januar zwischen Planer, WVER und Stadt vereinbart worden war, nämlich eine terminliche Abstimmung der Bauarbeiten.

Jetzt, schwante Schütz, könnte genau das eintreten, was unter alle Umständen vermieden werden sollte: eine massive Beeinträchtigung des Rurdorfer Sommer-Cups.

Das zweistöckige Pumpwerk liegt exakt unter dem Zuweg den Rurdorfer Hang hinab zum Rurtalstadion. Während der Bauzeit, angesetzt mit rund vier Monaten, wäre mit erheblicher Behinderung des Verkehrs zu rechnen. Der erlebt traditionell seinen Höhepunkt während der zwei Sommer-Cup-Wochen, wenn Mannschaften und Hunderte Besucher täglich diesen neuralgischen Punkt passieren müssen.

Weil selbst dem Planer im Januar bei der Vorstellung der 350.000 Euro teueren Sanierungsmaßnahme bewusst gewesen war, dass „da im Sommer irgendwas mit Fußball“ läuft, sollte das Projekt Pumpwerk vorher oder nachher umgesetzt werden.

Bei Baubeginn am 6. Juni läge der Summer-Cup – 24. Juli bis 6. August – mitten im Bauzeitenfenster. Die Auswirkungen wären katastrophal für den FC Rurdorf als Ausrichter, befürchtete Schütz: „Wenn die Leute nicht zum Stadion kommen, werden sie weg bleiben“, sagte er voraus und menetekelte: „Die kommen dann auch im nächsten Jahr nicht.“ Er sehe den Verein in seiner Existenz gefährdet.

Deswegen forderte der Rurdorfer Ortsvorsteher die Verwaltung auf, beim Wasserverband darauf zu drängen, die komplette Baumaßnahme bis zur zweiten Augustwoche zu verschieben. Sollte das nicht mehr möglich sein, müsste auf jeden Fall „der Zugang zum Sportplatz gewährleistet sein“.

Einen Nachsatz Richtung WVER wollte sich Schütz nicht verkneifen: „So geht man nicht mit einer Mitgliedskommune um.“ Jürgen Schütz war ohnehin nicht gut auf den WVER zu sprechen. Er erinnerte daran, dass die vom Verband angesetzte Baumfällaktion im Vorfeld der jetzigen Maßnahme ebenfalls nicht abgestimmt und in letzter Sekunde noch verhindert worden war.

Das griff SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Oetjen auf. „Das muss zur Chefsache gemacht werden“, nahm er Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (SPD) in die Pflicht. Und Oetjen ging in seiner Forderung noch einen Schritt weiter. Die Verwaltung, also die Bürgermeisterin, solle führende Vertreter des Wasserverbandes zu einem Treffen mit der Linnicher Kommunalpolitik einladen, „um zu klären, wie der Verband mit Mitgliedskommunen umzugehen gedenkt“.

Auch bei Oetjen sitzt der Stachel tiefer. Es sei nicht das erste Mal, dass der WVER „die von ihm geforderte Leistung nicht“ bringe –und das bei rund einer Million Euro, die Linnich im Jahr an ihn zahle. Bürgermeisterin Schunck-Zenker sicherte zu, die beiden Anträge „intensiv voranzutreiben“.

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