Jülich - Barrierefreies Wohnen ist in der Region rar: Bewohner im Gespräch

Barrierefreies Wohnen ist in der Region rar: Bewohner im Gespräch

Von: ptj
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„Inklusive” Frühstücksrund
„Inklusive” Frühstücksrunde in Jülich mit politischem Gehalt: Bundestagsabgeordneter Dietmar Nietan (3.v.r.) diskutiert im HPZ mit Bewohnerbeiräten aus der Region. Foto: Jagodzinska

Jülich. Für den Bundestagsabgeordneten Dietmar Nietan (SPD) ist es zur lieben Gewohnheit geworden, in Jülichs Heilpädagogischem Zentrum (HPZ) unter der Trägerschaft des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) vorbeizuschauen, um Gespräche mit den Bewohnern zu führen.

Beim „inklusiven” sonntäglichen Frühstück tauschte er sich unlängst mit den Bewohnerbeiräten aus den Kreisen Düren, Heinsberg, Aachen, Rhein-Erft, Euskirchen, Viersen und Neuss aus. Die wichtigsten Fragen der gewählten Interessenvertreter an den Bundestagsabgeordneten bezogen sich auf behindertengerechten Wohnraum. Ein Paar sucht eine ebenerdige Wohnung in Euskirchen.

Hilde Gebhardt, Koordinatorin im Netz der Bewohnerbeiräte, formulierte das über die Kreigrenzen hinweg bestehende Problem so: „Behindertengerechte ebenerdige Wohnungen sind ganz rar”. Obwohl Nietan kein Wohnungsbauexperte sei, mutmaßte er, dass die Wohnungsbauplaner die für Menschen mit Handicap wichtige Barrierefreiheit „nicht im Hinterkopf abgespeichert” hätten.

Da bei frühzeitiger Planung mit Wohnungsbauförderung zu rechnen sei, wolle er sich in seinem Arbeitsfeld gerne dieses Problems annehmen. Vorgefühlt hatte Nietan bereits im Kreis Düren, mit dem Resultat, dass es „auf der Dürener Landstraße öffentlich geförderten Wohnraum geben” solle.

Eine Teilnehmerin der Frühstücksrunde interessierte sich für Rollstuhlsport Hier gab Gebhardt gleich Hilfestellung. Dazu gebe es in Aachen Möglichkeiten. Zur Sprache kam unter anderem die Frage, „warum es oft so leer ist im Parlament”. Nämlich deshalb, weil die Sitzungen donnerstags und freitags von morgens bis spät abends dauern und die Parlamentarier sich aus Zeitmangel hauptsächlich dort einfinden, „wenn ein Thema kommt, für das man zuständig ist”.

Auf die Frage nach Gesetzen für Ausländer, die sich in Deutschland aufhalten, erklärte er: „In Deutschland gibt es eigentlich für alles ein Gesetz”, das jeweils auch für Ausländer in Deutschland zum Tragen komme.

Großes Interesse der Bewohnerbeiräte herrschte auch an Nietans Privatleben. So sprach der Politiker über seine Frau Dagmar und seine beiden Kinder, die Probeführerschein-Besitzerin Marie (17), den Alemannia-Aachen-Fan Matthias (13) und sein Meerschweinchen. Nietan verließ das HPZ mit dem Versprechen, sein nächster Besuch werde nicht wieder fünf bis sechs Jahre auf sich warten lassen.
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