Barmen - Barmener „Rurkehlchen“ wollen weiter machen

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Barmener „Rurkehlchen“ wollen weiter machen

Von: Marvin Bergs
Letzte Aktualisierung:
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Ein Bild aus stimmgewaltigerer Zeit: Die Rurkehlchen zu Besuch im Brückenkopf-Park. Dem Kinder- und Jugendchor sind die Stimmen ausgegangen. Leiterin Claudia Schmitz denkt jedoch nicht ans Aufgeben. Foto: Rurkehlchen

Barmen. „Zu unseren Hochzeiten sangen bei uns 43 Kinder. Heute sind wir nur noch zu acht.“ So fasst Claudia Schmitz, die Leiterin des Barmener Kinderchores „Rurkehlchen“, die unglückliche Lage der Gesangsgruppe zusammen.

Die Barmenerin, die seit ihrer Kindheit selbst in verschiedenen Chören aktiv war, hatte den Chor vor 18 Jahren ins Leben gerufen und fungiert seither als Leiterin. „Der Ausgangspunkt war die Kommunion meiner Tochter. Ich habe mit den Kindern einige Stücke für die Feier eingeübt, und danach wollten viele weiter singen. Da habe ich die „Rurkehlchen“ gegründet“, schildert Schmitz die Anfänge des Projektes.

Die Gruppe wuchs stetig, und bei der Zahl von 43 Kindern musste sogar ein Aufnahmestopp verhängt werden: „Kurz darauf habe ich die Gruppe dreigeteilt, weil mittlerweile Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen bei uns sangen.“

Bei ihrer Arbeit mit den Kindern steht für Claudia Schmitz jedoch nach wie vor der Spaß im Vordergrund. „Die Kinder sind heute in ihrem jungen Leben schon mit genug Stress und Leistungsdruck konfrontiert“, ist sie überzeugt. „Viele Kinder haben ja relativ spektakuläre, nervenaufreibende Hobbies. Das Singen dagegen bietet ja auch immer ein bisschen was für die Seele.“

Um diesen positiven Effekt nicht zu gefährden, achtet Schmitz darauf, mit dem Chor nicht an Gesangwettbewerben teilzunehmen, und generell nur sechs bis acht Auftritte im Jahr zu gestalten. „Viele Chöre absolvieren zum Beispiel in der Weihnachtszeit einen regelrechten Marathon an Auftritten. Das kann dann schnell in Stress ausarten, sowohl für die Kinder als auch die Eltern.“ Bei der Auswahl der Gesangsstücke soll der Fokus ebenfalls auf dem Spaß am Singen liegen. So werden nur Lieder eingeübt, die bei den Kindern auch ankommen.

„Ich merke schnell, ob bei einem Stück der Funke überspringt“, schmunzelt die 51-jährige. „Dann bringt es wenig, krampfhaft an einem Lied weiterzuarbeiten, auch wenn es mir persönlich sehr gefällt.“ Wichtig ist es Claudia Schmitz auch, dass finanzielle Aspekte im Chor-Alltag keine Rolle spielen. Sie arbeite stets so, dass für die Teilnehmer keinerlei Kosten entstehen, und auch für Auftritte nehme sie kein Geld an. „Und wenn doch mal etwas gespendet wird, gehen wir davon eben Eis essen.“

Die Chemie muss stimmen

Schmitz ist sich sicher, dass sich solche und andere gemeinsame Aktivitäten auch positiv auf die Gesangskünste des Chores auswirken, denn nur, wenn die Chemie innerhalb der Gruppe stimme, könne man vernünftig zusammenarbeiten. „Ich versuche auch, immer ein offenes Ohr für die Kinder zu haben, falls einmal jemand sein Herz ausschütten möchte“, sagt sie.

Schmitz, die neben den „Rurkehlchen“ auch den Erwachsenenchor „RochusLife“ in der Innenstadtgemeinde St. Rochus betreut, kann über die Gründe für den Mitgliederschwund in ihrem Ensemble nur spekulieren. Eine grundsätzliche Schwierigkeit bestehe darin, dass sich die drei Kinderchöre der Pfarrei im nordwestlichen Stadtgebiet ballen. „An einer zu geringen Zahl an Kindern kann es jedoch – zumindest in Barmen – sicher nicht liegen“, sagt Schmitz. Und natürlich beobachtet auch sie ein verändertes Freizeitverhalten der Kinder: „Ich glaube, viele wollen sich heute nicht mehr so sehr auf ein Hobby mit regelmäßiger Teilnahme festlegen.“

Aufgeben kommt für Claudia Schmitz jedoch noch nicht in Frage. Mit aktuell nur noch acht Mitgliedern sei man zwar in seinen künstlerischen Möglichkeiten eingeschränkt, aber: „Für die verbleibenden Kinder, die so toll mitarbeiten, würde es mir unendlich leid tun. Und auch mein Herz hängt nach 18 Jahren noch zu sehr an den ,Rurkehlchene_SSLq, um einfach aufhören zu können.“

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