Bald Feierabendmarkt in Jülich?

Von: Volker Uerlings
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Wochenmarkt Jülich: Aus dem Versuch, den Ausschank alkoholischer Getränke zu erlauben, könnte eine neue Veranstaltung entstehen. Foto: Jansen

Jülich. Am Anfang war der Wein. Aus einem kleinen und eher beiläufigen Vorschlag der Jülicher Politik könnte eine ziemlich große Sache werden. Schon im vergangenen Jahr haben die Sozialdemokraten im Stadtrat eine Änderung der Wochenmarktordnung beantragt, die sich aber so ohne weiteres nicht realisieren ließ.

Sie wollten den Beschickern erlauben, auf Antrag auch alkoholische Getränke („vorwiegend Wein“) auszuschenken. Das biete sich zur „Verlängerung der Verweildauer und weiteren Attraktivierung“ geradezu an. Das aber ist auf einem Wochenmarkt laut Gewerbeordnung nicht möglich, wohl aber auf einem „anderen Markt“, wie die Stadtverwaltung seinerzeit informierte. Sie hat vergangene Woche Alternativen aufgezeigt.

Eine Option wäre es, den Wochenmarkt zwar beizubehalten, aber in einen „Genussmarkt“ umzuwandeln oder umzubenennen. Das setzt die Regularien der Gewerbeordnung außer Kraft und erlaubt den Ausschank alkoholischer Getränke. Die Sache hat aber einen Haken: Die Beschicker brauchen – anders als beim Wochenmarkt – dann eine Reisegewerbekarte, die nicht ganz billig ist und zudem ein polizeiliches Führungszeugnis erfordert.

Eine andere Möglichkeit wäre, parallel zum Wochenmarkt an einem Tag einen „Feierabendmarkt“ vom Nachmittag bis in den frühen Abend anzubieten. Das werde in einigen Städten des Ruhrgebietes erfolgreich umgesetzt und richte sich an Berufstätige. Es handelt sich hierbei also um eine zusätzliche wöchentliche Veranstaltung, die beispielsweise an einem Donnerstag stattfinden könnte, so dass die Beschicker, die vormittags auf dem Jülicher Markt ihre Waren verkaufen, einfach bleiben könnten und keine zusätzliche Anfahrt hätten.

Das sind zwei von vier Vorschlägen. Eine wiederum andere Möglichkeit würde langfristig von allen ausschankfreudigen Händlern eine gastronomische Konzession verlangen, die rund 600 Euro kostet, und scheint so nicht gewollt.

Die Politiker im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing zeigten in einem Punkt Einigkeit: Es soll keine Lösung geben, die nicht von den Marktbeschickern mitgetragen wird. Wolfgang Gunia (CDU): „Ich bin gegen eine Entscheidung am grünen Tisch und kann nicht einschätzen, wie stark der Bedarf an alkoholischen Getränken auf dem Markt ist.“

Lutz Baumgarten (Grüne) hält den Feierabendmarkt „für eine gute Sache, um die City zu beleben, aber das müssen die Marktbeschicker wollen“. Er könne sich einen Test im Sommer vorstellen. Auch Harald Garding (SPD) plädierte dafür, „ein Stimmungsbild abzufragen“. Ausschussvorsitzender Peter Capellmann (CDU) fasste zusammen: „Wir wollen die Attraktivität des Marktes erhöhen, aber die Beschicker bei der Stange halten.“

Grundsätzlich scheint es nach dem Anstoß der Sozialdemokraten eine parteiübergreifende „Toskana-Fraktion“ zu geben – wenn auch die Händler mitspielen.

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