Bahnhof Jülich: Keine Videoüberwachung in der Fläche

Von: Volker Uerlings
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Aufkleber und Graffitis: Am (Bus-)Bahnhof Jülich sind etliche Wartehäuschen und Infoschilder verschmiert. Eine flächendeckende Videoüberwachung soll es aber nicht geben. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Schön ist anders. Der Jülicher Bahnhof samt Umfeld ist in erster Linie zweckdienlich. In zweiter Linie zeigt dieser Verkehrsknotenpunkt der Rurtalbahn und zahlreicher Busse gleich nebenan, dass er stark genutzt wird. Leider beinhaltet das heutzutage auch ein gewisses Maß an Müll und Vandalismus.

Wartehäuschen und Schilder sind mit Aufklebern übersät, häufig farbig besprüht. Kurzum: Es gibt sicher schönere Plätze. Ein Kriminalitätsschwerpunkt – ein Brennpunkt gar – ist der Bahnhof aus Sicht der Polizei keinesfalls. Deswegen wird es auch keine flächendeckende Videoüberwachung des Areals geben, sondern höchstens des Bahnsteiges.

„Das ist für uns kein Schwerpunkt“, erklärte Georg Römgens, Leiter der Jülicher Wache, im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung. Den Anstoß zur Beratung in diesem Gremium hatte ein Antrag von CDU/SPD gegeben, sich mit dem „unattraktiven Bild für die hier ankommenden Besucher unserer Stadt“ im Umfeld des Bahnhofes auseinanderzusetzen und eventuell auch eine Videoüberwachung nach dem Beispiel des Bahnhofs in Huchem-Stammeln zu prüfen.

Die Sicht der Polizei wurde schnell klar: Am Bahnhof gebe es allenfalls eine Häufung von Fahrraddiebstählen (zuletzt 49 im Jahr). Ansonsten sei die Deliktzahlen dort nicht höher als andernorts, erklärte Georg Römgens (siehe Infokasten). Demgegenüber greife eine Videoüberwachung „am meisten in die Grundrechte ein“. Die Ordnungshüter sehen daher keinen Anlass, hier Kameras aufzustellen.

Willi Sommer als Leiter des Polizei-Bezirksdienstes nannte einen weiteren Grund gegen eine Videoüberwachung: „Ein Brennpunkt ist nicht zu erkennen, und wir wollen keinen Verdrängungseffekt.“ Bedeutet: Die Straftaten, die am Bahnhof Jülich geschehen, könnten bei elektronischer Kontrolle für eine Verlagerung dieser Delikte sorgen.

Erfreulich viele Fahrgäste

Im Ausschuss bestätigte das Christoph Gödecke als Vertreter der Rurtalbahn: „Der Bahnhof Jülich ist aufkommensstark. Wir haben ein ganz erfreuliches Aufkommen an Fahrgästen. Dadurch kommt es dann auch zu Verunreinigungen. Aber das Thema Vandalismus bewerten wir nicht extrem hoch.“ In Huchem-Stammeln habe das anders ausgesehen, dort sei den Vandalismusschäden „kaum beizukommen“ gewesen.

Ganz ohne Kameras geht es künftig am Bahnhof aber nicht zu. Die Rurtalbahn habe die Zustimmung der Nahverkehr Rheinland erhalten, den Bahnsteig zu überwachen – wie demnächst fast überall. Gödecke: „Das endet aber an der Hinterkante des Bahnsteigs.“

Ein paar dringende „Baustellen“ am Bahnhof, die auch im schwarz-roten Antrag benannt worden waren, werden aber demnächst beseitigt. Darüber informierte Beigeordneter Martin Schulz im Ausschuss. So kommt es zur Erneuerung eines Wartehäuschens, das durch einen Bus zerstört worden war, und zur Beseitigung der Feuerschäden am Fahrradabstellplatz. In beiden Fällen seien langwierige Verhandlungen mit den Versicherungen nun abgeschlossen.

Die Stadt selbst will zudem Scheiben an Wartehäuschen austauschen und die Toilette im Keller des alten Bahnhofsgebäudes sanieren. Das Geld für einen behindertengerechten Ausbau stehe aber leider nicht zur Verfügung, denn dafür muss wohl ein Aufzug her.

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