Jülich - Autoren von "Planet Planlos" lesen und diskutieren in Jülich

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Autoren von "Planet Planlos" lesen und diskutieren in Jülich

Von: ptj
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Die Journalisten und Autoren Anne Weiss und Stefan Bonner stellen in Jülich ihr neues Buch „Planet Planlos – Gestatten, Generation Weltuntergang“ vor und kämpfen gleichzeitig für die Rettung der Welt. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Meine Hoffnung wäre, dass die zwei Dutzend, die hier sitzen, als (Klima)Aktivisten nach Hause gehen.“ Mit diesem Worten leitete Gastgeberin Eva Behrens-Hommel über zur Lesung des allgemein verständlichen und locker geschriebenen „Kompendiums“ (Überblick) mit dem Titel „Planet Planlos – Gestatten, Generation Weltuntergang“ von Stefan Bonner und Anne Weiss.

Die beiden Autoren und Journalisten aus Köln schrieben bereits mehrere Bücher zusammen, etwa die bissig-witzige Analyse „Generation Doof“. „Wir sitzen heute nicht hier und haben das Buch nicht geschrieben, um Ihnen die Leviten zu lesen.

Insgesamt sind wir dem freudigen Lebensstil nicht abgeneigt. Wir sind aber als Kinder der 80er Jahre als Ökoaktivisten groß geworden“, beschrieb Bonner die Hintergründe für die spätere Recherche, die beide Autoren „sehr erschreckt“ und persönlich zum Umdenken veranlasst hat – und dazu, dieses ernste Buch zu schreiben. In einer gelesenen Beispielpassage erlebt Galeristin Eva Grøndal im Winter 2015 in Longyearbyen/Spitzbergen, wie eine riesige Schneewand auf das Dorf zurast, Siedlungen zerstört und Menschen verletzt und tötet.

Die Jahresmitteltemperaturen waren in den vergangenen 35 Jahren um knapp drei Grad gestiegen. „Der Ausnahmezustand wird zur Gewohnheit, die Region stellt neue Rekorde in Sachen Wärme und Niederschlagsmenge auf“. Erwähnenswert ist ferner die „Vorgeschichte zur Kleinen Eiszeit“ in weiten Teilen Europas im 19. Jahrhundert. „Die Kälte wirbelte die Verhältnisse ganz schön durcheinander“, in die folgenden Jahrhunderte fallen nicht nur Missernten durch bitteren Frost und Wetterkapriolen, sondern auch Epidemien, Hexenverfolgungen und der Dreißigjährige Krieg. Damit veranschaulichte Anne Weiss die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Problemen und der Beeinflussung der Politik.

Jetzt: „Dekade der Extreme“

Ein während der Lesung gezeigter Kurzfilm fasste ferner reale Szenen von Eisschmelze, Extremregen, der in kürzester Zeit Überflutungen verursacht, Waldbränden und Dürrekatastrophen zusammen. Wegen der Wetterkapriolen der letzten Jahre wird der aktuelle Zeitraum bereits „Dekade der Extreme“ genannt. Bereits 1824 verglich der französische Mathematiker und Physiker Joseph Fourier die Zusammenhänge der Funktion der Erdatmosphäre mit einem Gewächshaus. 1859 beschrieb der irische Physiker John Tyndall den Treibhauseffekt, wobei ihm im Zeitalter der fortschreitenden Industrialisierung „Böses schwante“.

Im 20. Jahrhundert errechnete der schwedische Physiker und Chemiker Svante Arrhenius auf der Basis von Tyndalls Erkenntnissen erstmals ein Klimamodell. 1965 wurde dem damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson der Bericht „Restoring the Quality of Our Environment“ vorgelegt, mit der klaren Erkenntnis, dass „die klimatischen Veränderungen, die mit einer derart erhöhten CO2-Konzentration einhergehen, für den Menschen schädlich sein können“. Und was unternimmt der Präsident? Nichts, wie zeitgleich zur Lesung der aktuelle US-Präsident Donald Trump.

„Weil die Klimakatastrophe hauptsächlich vom Menschen verursacht ist, kann der Mensch auch viel dran drehen“, betonen die Autoren. Und was? Nachdem Bonner und Weiss in Kapitel 6 beschrieben haben, „wie wir täglich dafür sorgen, dass es wärmer wird“, stellen sie im Anschluss einen 10-Punkte-Masterplan vor. Darin geht es global um revolutionäres Denken, etwa in punkto radikaler CO2-Reduzierung als auch um die persönliche Entscheidung zur Ernährungsumstellung auf pflanzlich, oder zumindest fleischlos.

Wie sich im Gespräch mit dem Publikum herausstellte, ist Anne Weiss bereits seit zehn Jahren Veganerin und hat inzwischen auch Bonner überzeugt.

Beide haben sich unter anderem zu politischen Einflussmöglichkeiten entschlossen oder auf Flugreisen zu verzichten. Denn, nach ihrer persönliche „Eis“-Kostenrechnung, „kostet jeder Flug pro Person drei Quadratmeter Polareis“. „Das Tolle ist, wir haben es in der Hand, die Menschen, die wir kennen und lieben, zu überzeugen“, brachte Anne Weiss abschließend die Buchintention auf den Punkt.

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