Aldenhoven - Automobilzulieferer Getec zieht ans ATC Aldenhoven

Automobilzulieferer Getec zieht ans ATC Aldenhoven

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
14793069.jpg
Standortfaktor: Das Aldenhoven Testing Center bildet den Kern des Campus Aldenhoven, an dem sich vor allem Unternehmen aus der Automobilindustrie ansiedeln sollen. Foto: Jansen
14793066.jpg
Eine Vorführhalle im Entstehen: (v.l.) Thorsten Schneider, Dirk Hörscher, Dieter Apold und Rainer Gilles freuen sich auf ihren neuen Arbeitsplatz. Foto: Jansen
14793067.jpg
Noch ist der Eingang eingerüstet. Am 7. Juli wird der neue Unternehmenssitz eröffnet. Foto: Jansen

Aldenhoven. Das Grundstück ist zu groß. Und das ist Absicht. Im Moment ziehen die Firmen Getec und GTSystem an den Campus Aldenhoven, also den ehemaligen Industriepark Emil Mayrisch, der neben dem Aldenhoven Testing Center (ATC) entsteht.

Etwas mehr als 60 Mitarbeiter stark ist das junge Unternehmen mit den zwei Geschäftsfeldern Getriebe für Autos und Prüfstände für diese Getriebe. Rund vier Millionen Euro hoch ist die Investition. Das Grundstück ist zu groß, weil Wachstum geplant ist. „Wir können uns gut vorstellen, uns hier zu verdoppeln“, sagt Geschäftsführer Dieter Apold.

Galileo-Allee 2 heißt die neue Anschrift der Firma, die ab dem Tag der Einweihung gültig ist, dem 7. Juli. „Der Plan, in das Samenkorn Teststrecke zu investieren, um damit Firmen aus dem zukunftsträchtigen Automotiv-Bereich anzusiedeln, geht auf“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. „Getec ist ein wichtiger Anker am Campus. Andere werden folgen.“ Das Umfeld des ATC ist seit Jahren eines der wichtigsten Wirtschaftsförderungsprojekte des Kreises Düren.

Die finanziell so klamme Gemeinde Aldenhoven freut sich über einen künftigen neuen Gewerbesteuerzahler. Am ATC ziehen Getec und GTSystem, die vor nicht einmal zwei Jahren gegründet wurde, ihre zwei Standorte zusammen. In Hückelhoven hat Getec bisher Getriebe entwickelt, in Alsdorf GTSystem Prüfanlagen für Getriebe. „Für uns bietet dieser Standort nur Vorteile“, erklärt Apold, während um ihn eine Firma im Um- und Einzug steckt.

Der Kitt zwischen den edlen schwarzen Fließen härtet noch aus. Das verrät der Geruch. Kartons werden geschleppt, nackte Büros mit Schreibtischen und Rechnern bestückt. Warum Aldenhoven? Wegen des ATC. „Da testen so viele Autohersteller. Sie fahren jeden Tag bei uns vorbei“, zählt Apold einen Standortvorteil auf. Der zweite: Das Unternehmen kann die eigenen Getriebe direkt vor der Haustüre testen.

Getec sieht sich als deutsch-chinesisches Unternehmen, hat auch in China eine Niederlassung. „China ist ein riesiger Wachstumsmarkt. Die Nachfrage nach Autos da ist so groß, dass chinesische Autos kaum exportiert werden. Und die Chinesen legen dabei großen Wert auf deutsche Ingenieurskunst.“ Die Nähe zur Wissenschaft spielt eine Rolle. Die RWTH gehört neben dem Kreis Düren zu den Betreibern des ATC. Am FH-Campus Jülich studieren Hunderte junge Chinesen, viele von ihnen Ingenieurswissenschaften. Das seien für das junge Unternehmen interessante Kandidaten für das Wachstum.

Zulieferer aus Deutschland

Getec und GTSystem sind junge Unternehmen, die Mitarbeiter allerdings bringen viel Erfahrung und Kontakte in die Automobilbranche mit. Die Zulieferer für die Komponenten der Prüfanlagen stammen laut Apold größtenteils aus Deutschland, die Bauteile seien vergleichsweise teuer. Das sei notwendig, da die Chinesen Wert auf Hightech legen. Die Tätigkeit auf dem größten Wachstumsmarkt der Welt sei anspruchsvoll wegen der Schlagzahl, die die Chinesen einfordern. „Sie haben den Anspruch, alles noch mal schneller zu schaffen. Ein Dauerproblem wie die Leverkusener Brücke würden sie nicht verstehen“, sagt Maschinenbau-Ingenieur Apold, der mit seiner Familie in Düren lebt.

Die Sogwirkung der Neuansiedlung ist laut Apold schon spürbar. Ein chinesische Autobauer  beispielsweise, für den Getec Prüfanlagen baut, plant einen Entwicklungsstandort mit 20 Ingenieuren in der Region Aachen/Jülich. Wo genau der sein soll – dazu schweigt Apold und lächelt. Platz wäre genug an der Galileo-Allee.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert