Ausweichzelt ergänzt Angebot der Stadthalle

Von: Antonius Wolters
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Präsentieren das Plakat für den Behördenball im „Herrgottswinkel“ des Franziskaners: Heinrich Ningelgen (v.l.), Frank Kutsch und Jörg Bücher sind bereits bester Laune. Foto: Wolters
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Wie stark die Nutzung der Stadthalle durch die Brandschutzbestimmungen eingeschränkt ist, erweist sich gerade in der laufenden Karnevalssession. Foto: Uerlings

Jülich. Die Auswirkungen der strengen Brandschutzbestimmungen, die inzwischen in der Jülicher Stadthalle gelten, treiben teilweise bizarre Blüten: Da die städtischen Vorgaben eine Nutzung des Foyers für Ausschank und Beköstigung verbieten, haben die Karnevalsvereine, die Jülichs gute Stube für ihre Sitzungskarneval nutzen, nach einer Alternative gesucht und diese auch gefunden.

Festzelt im Innenhof

Im Innenhof des Stadthallengeländes wird ein rund 150 Quadratmeter großes Ausweichzelt aufgebaut, wo Speis und Trank vorgehalten werden. Zu vorgerückter Stunde kann in dem zugigen „Anbau“ auch eine After-Show-Party steigen. Gut für die Jecken: Der Zugang zum Festzelt ist vom Foyer aus trockenen Fußes möglich, da dieser überdacht ist.

Kostspieliger Schachzug

Von diesem geschickten, wenn auch kostspieligen Schachzug der KG Ulk, GKG Rurblümchen und KG Rursternchen profitiert auch der Verbund von vier Jülicher Karnevalsvereine, zu dem noch die historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus zählt, die an Weiberfastnacht, 27. Februar, gemeinsam den allseits beliebten Behördenball präsentieren und dabei ebenfalls die Zelt-Notlösung nutzen werden.

Jörg Bücher (KG Ulk), Frank Kutsch (GKG Rurblümchen) und Heinrich Ningelgen (Lazarus-Brüder) erläuterten unlängst im „Franziskaner“ die weiteren Neuerungen für das laufende Jahr, in dem der Behördenball zum elften (!) Mal in der Stadthalle über die Bühne gehen wird, nachdem der Traditionsball lange Jahre bis zu dessen Schließung im legendären Haus Hesselmann veranstaltet worden ist.

So startet der Ball nicht, wie bisher gewohnt, bereits um 11.11 Uhr, sondern als Ballbeginn wurde 13.11 Uhr festgelegt. Damit kommt die Veranstaltung auch nicht der Erstürmung des Jülicher Rathauses in die Quere, dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die klassische Behördenball-Klientel darstellen.

DJs in Halle und Zelt

Geändert worden ist auch das Konzept für die musikalische Unterhaltung der Gäste: In der Halle und unterm Segeltuch sind jeweils Discjockeys im Einsatz, die sich auf verschiedene Musikrichtungen einigen müssen, die sie den ganzen Tag über auflegen werden.

CCKG-Hausband spielt auf

Im Verlauf des Nachmittags ist ein Highlight geplant, das gleichzeitig eine Premiere markiert. „Les 6 Kölsch 1 Cola“, Hausband der Café Colera Karnevalsgesellschaft (CCKG) bei deren Trunksitzungen, wird sich erstmals außerhalb des Kulturbahnhofs bei einem Live-Konzert präsentieren und dazu von Jülichs kleinster Bühne auf das größte Podium der Herzogstadt überwechseln.

Damit sich die Ballbegeisterten rechtzeitig mit Eintrittskarten zum Preis von acht Euro eindecken können, ist ein Vorverkauf für Samstag, 15. Februar, von 11 bis 14 Uhr in der Bastei geplant. Tageskarten sind außerdem bei den vier beteiligten Jülicher Karnevalsgesellschaften zu haben.

Wie von den federführenden Gesellschaften weiter zu erfahren war, sind die Zelt-Notlösung und das neue Behördenball-Konzept zunächst einmal Versuchsballons.

So folgt offenbar den strengen Auflagen in Sachen Brandschutz noch ein neuer Bestuhlungsplan für die Stadthalle, der die Besucherkapazität bei Nutzung der „guten Stube“ weiter beschneidet. Ob und wie die Gesellschaften auf diese Einschränkung reagieren werden, wird nach Auffassung der Ober-Jecken vor der neuen Session noch zu diskutieren sein.

Spielen Vereine weiter mit?

So ist nicht ausgeschlossen, dass Jülich die Stadthalle über kurz oder lang nur noch für Eigenveranstaltungen nutzen wird, weil die Vereine die Nase voll haben von den administrativen Zumutungen.

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