Jülich - Ausstellung in Jülich über Frauen auf der Flucht

Ausstellung in Jülich über Frauen auf der Flucht

Von: Kr.
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Eröffneten die Ausstellung, die das Schicksal von Frauen auf der Flucht im Neuen Rathaus zeigt: (v. l.) Bürgermeister Axel Fuchs, Jessica Fischer, Annelene Adolphs und Peter Schöner. Foto: Kròl

Jülich. „Flucht ist kein neues Phänomen. Es ist so alt wie die Menschheit, und die Motive sind vielfältig“, erklärte Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs zur Eröffnung einer Ausstellung im Neuen Rathaus der Stadt Jülich. Armut und Hunger, Naturkatstrophen und Gewalt und Unterdrückung veranlassen die Menschen, ihre angestammte Heimat zu verlassen und anderswo bessere Lebensbedingungen zu suchen.

Über 60 Millionen Menschen sind zurzeit auf der Flucht, etwa die Hälfte von ihnen sind Frauen. „Wo sind diese Frauen? Was geschieht mit ihnen“, fragte Axel Fuchs, denn meist seien sie nur eine Randnotiz. Dabei hätten sie besonders unter den Bedrohungen zu leiden, seien den Gefahren doch oft hilflos ausgeliefert. Nicht selten drohe ihnen auf ihrem Weg Vergewaltigung und Tod.

Um ihr Schicksal über die Jahrhunderte hinweg einmal zu beleuchten und ihnen ein Gesicht zu geben, konzipierte Annelene Adolphs vom Europaverein Eschweiler auf Anregung der Stolberger Gleichstellungsbeauftragten Susanne Goldmann die Ausstellung „Zwischen den Fronten Frauen auf der Flucht von und nach Europa“.

Auf 14 Schautafeln beginnend mit der Spätantike, über die Vertreibung der Juden aus Spanien im 15. Jahrhundert, den Hugenottenverfolgungen bis zum 1. Weltkrieg, der Vertreibung der Armenier und bis zum 2. Weltkrieg, der Judenverfolgung, den Russlanddeutschen bis heute, wo sich die Menschen aus den Kriegs- und Hungergebieten der Erde aufmachen nach Europa, spannt sie ihren Bogen und zeigt eindringlich das Schicksal der betroffenen Frauen auf. „Ihr Schicksal ist unsere Verantwortung“, sagte Jessica Fischer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jülich, die diese Ausstellung nach Jülich holte. Und meinte weiter: „Die Ereignisse, die zu ihrer Flucht führten und die patriarchalischen Verursacher stehen in den Geschichtsbüchern, die Frauen aber bleiben im Dunkel.“

So ähnlich äußerte sich auch Annelene Adolphs, die die Gäste durch die Ausstellung führte, deren 17. Station Jülich ist und die hier bis zum 24. November bleiben soll.

„Die Geschichte ist nicht neu. Macht, Machterhaltung und Machterweiterung und nicht selten auch die Instrumentalisierung von Religion sind Verursacher der Flüchtlingswellen“, erklärte sie. Anhand eines kleinen Films stellte sie die Ausstellung vor. Gern sei sie bereit, Schulklassen und Gruppen nach Terminabsprache durch die Ausstellung zu führen. Peter Schöner, Präsident des Europavereins, erinnerte daran, dass auch in Deutschland vor noch nicht allzu vielen Jahren Menschen auf der Flucht waren.

Er mahnte außerdem an, dass Afrika, wo zurzeit die meisten Flüchtlinge herkommen, zwar ein Kontinent reich an Bodenschätzen sei, wir aber die Armut der Menschen mit verschuldeten. „Entwicklungshilfe, aber richtig und in die richtigen Hände, ist dringend nötig, um die Fluchtursachen zu bekämpfen“, erklärte er.

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