Ausstellung: Das Leben als Leidenschaft begreifen

Von: ptj
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Ihre Bilder wirken inspirierend: Hobbykünstlerin Christiane Hermanns (hier mit Einrichtungsleiter Martin Borgmann) eröffnet eine halbjährige Kunstausstellung im Café Pasqualini. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Bleiben Sie neugierig, Dinge zu erleben, sie zuzulassen und auszuprobieren. Das ist keine Sache des Alters.“ Diesen Wunsch drückte Hobbykünstlerin Christiane Hermanns aus Güsten anlässlich ihrer Vernissage im „Café Pasqualini“ aus. 38 ansprechende Acrylbilder und Aquarelle auf Leinwand, figürlicher und abstrakter Art, zieren nun die Innen- und Außenwände des Cafés.

Die Ausstellung trägt den Titel „Leidenschaft Leben – unbegrenzte Möglichkeiten“. Dabei steht nach Bekunden der Künstlerin das Leben als Leidenschaft im Vordergrund und inspiriert den Betrachter, „es täglich in all seinen Facetten zu genießen“. Ein Beispiel ist das Bild „Straßenmusik“, das ein musizierendes altes Paar zeigt.

Sie spielt sitzend Akkordeon, er bringt stehend eine Geige zum Erklingen, beide mit einem fröhlichen Lächeln im Gesicht. Als Bildhintergrund dienen eine orangefarbene Mauer, die in Goldtöne mündet und der Spruch „Make Love Not War“ mit Daumen hoch und Herzchen auf weißer Wand.

Passend

Ein zweites beispielhaftes Bild trägt den Titel „Old blue men group“ in dominierenden Blautönen. Es zeigt zwei Senioren auf einer Bank, auf die ein dritter Senior mit Gehstock hinzukommt und um Annahme bittet. Diese Beispiele passen natürlich hervorragend in die Wohnanlage für Senioren und Behinderte.

„Christiane Hermanns spricht mit ihren Bildern eine besondere Sprache. Wir kommen über sie mit vielen Bewohnern ins Gespräch“, bestätigte Einrichtungsleiter Martin Borgmann in seiner kleinen Laudatio. Kunstausstellungen im halbjährigen Turnus sind eine „gute Tradition“ des Hauses. Nicht ohne Stolz sprach Borgmann von der 19. Ausstellung in den neuneinhalb Jahren seines Bestehens.

Die Tradition verfolgt mehrere Ziele: Sie öffnet die Einrichtung der Außenwelt und stellt ihre Bewohner „mitten ins Leben“. Zudem bieten die Werke den Bewohnern Impulse und den Künstlern eine Bühne. Nicht zuletzt steckt ein „Deal“ dahinter: Ein Bild unter den Ausstellungsstücken darf die Senioreneinrichtung auswählen und behalten. Auf diese Weise befindet sich bereits „viel Originalkunst im Haus“ – wahrscheinlich sogar eine gute Wertanlage. Die drei Seniorenmotive unter den Ausstellungsstücken sind natürlich zu verkaufen, aber als Gabe für das Haus auf Wunsch der Künstlerin tabu.

Christiane Hermanns malt bereits seit 30 Jahren, davon ganz intensiv im letzten Drittel. Die erfahrene Hobbykünstlerin experimentiert mit vielen Materialien, darunter Federn, Seide oder Ton. Sie ist aber keine reine Autodidaktin, sondern ist „sich nicht zu schade“, immer wieder an Fortbildungskursen teilzunehmen.

Ob die Malerei für sie „noch Spielbein“, oder „schon Standbein“ ist, vermochte Borgmann nicht einzuschätzen. Er unterstrich allerdings die „magischen Momente“, wenn über die Bilder Dialoge innerhalb des Hauses und mit den Gästen von außerhalb zustande kommen.

Für die ansprechende musikalische Untermalung der Vernissage sorgte das Duo Virginia und Jo Lisken mit Gesang/Gitarre und Cajon mit einem als Hintergrundmusik gedachten „speziellen ruhigen Programm“.

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