Mersch/Pattern - Aus dem Maarplatz ein Kleinod gemacht: Schützen blicken zurück

Aus dem Maarplatz ein Kleinod gemacht: Schützen blicken zurück

Von: ptj
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Erstmalig präsentierten die Sebastianus-Schützen Mersch-Pattern nach über 50-jähriger Vakanz einen Schützenkönig, Michael Alschner mit Königin Evelin Alschner. Rechts ist Vorsitzender Heinz Breuer, links Vize Gerd Wolff zu sehen. In Hintergrund ist die Holzhütte abgebildet, hier noch ohne Fenster. Foto: Jagodzinska

Mersch/Pattern. Die St. Sebastianus-Schützen Mersch-Pattern blickten im ablaufenden Jahr auf ihre erste Gründung 1487 zurück. Das Schützenwesen „ruhte“ ab Mitte der 60er Jahre, 2006 erfolgte die Neugründung. Grund genug, nach zehn Jahren aktiven Schützenlebens wieder einen Vogelschuss auszurichten, fanden Brudermeister Heinz Breuer und sein Stellvertreter Gerd Wolff.

Der neue Schützenkönig wurde im April 2016 ermittelt. In einem zweieinhalbstündigen Wettkampf mit sieben Anwärtern qualifizierte sich Michael Alschner mit dem 236. Schuss zum neuen Würdenträger und repräsentierte die Bruderschaft beim neunten Kapellenfest im August mit seiner Königin Evelin Alschner.

Bau aus Spenden finanziert

Die Tatsache, nach einer Vakanz von 52 Jahren erstmals wieder einen Schützenkönig vorstellen zu können, nahm die Bruderschaft zum Anlass, endlich die Fertigstellung des selbst gestalteten Maarplatzes zu feiern. Diese Gestaltung nahm mit dem Bau der allein aus Spenden finanzierten Sebastianus-Kapelle, errichtet nach dem Vorbild der dem heiligen Sebastian gewidmeten bayrisch-barocken Kapelle aus Oberndorf, 2006 ihren Anfang. 2007 wurde der Grundstein gelegt.

Nach 2378 Arbeitsstunden segnete Pfarrer i.R. Hermann Frey sie 2009 ein. 2010 legten die Schützen einen Quellstein an und begannen 2012, die Holzhütte neu zu überdachen, sie mit einer Sitzgruppe auszustatten und eine Wasserleitung zu legen, letzteres in Zusammenarbeit mit der Stadt Jülich und den Stadtwerken.

Der Pfingssturm Ela zerstörte 2014 zwei von sechs Bäumen auf dem Platz, die die Sebastianer in Eigenregie zerkleinerten und entsorgten. Sie legten Rollrasen und beseitigten die Schäden an Wetterhahn und Schieferdach der Kapelle. Die in Fachwerk und mit der Hilfe von Sponsoren errichtete massive Holzhütte ist inzwischen fertig überdacht.

In die Fachwerkmauern eingearbeitet ist ein Bruchstein aus dem abgerissenen Bruchsteinaltar, der somit nicht in Vergessenheit geraten soll. Die Hütte ist mit Fenstern, aber ohne Türen ausgestattet, mit guten Grund. Denn „sie soll für Radwanderer immer offen sein“, wie der Brudermeister betonte.

Eigenleistung: 150.000 Euro

Nach Bekunden von Vize-Brudermeister Wolff, selbst Bauunternehmer, ist der gesamte Arbeitsaufwand auf dem Platz rund 150.000 Euro wert. Zudem „ist die Stadt Jülich komplett von jeder Arbeit entbunden. Der Platz ist in Schützenhand und wird auch von uns gepflegt. Dabei gehen im Monat locker 20 Arbeitsstunden drauf“, wie die Schützenbrüder nicht ohne Stolz betonen.

Der Maarplatz ist ein Kleinod und wird gerne von (Rad-)Wanderern aufgesucht. Somit liefern die Sebastianer ein schönes Beispiel für eine gelungene Umsetzung des Schützenmottos „Glaube, Sitte, Heimat“.

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